

Gerade geht in Ditzingen das Zeltcafé zu Ende. Das Ferienprogramm und die Ferienbetreuung mit viel Spaß und Spannung sind jedoch noch im vollen Gange. Und kaum hat man sich versehen, klopft tatsächlich schon wieder der September an die Tür und bringt vielleicht noch den einen oder anderen Spätsommertag mit sich.
Am Samstag, 12. September, feiert der BUND Ditzingen 40-jähriges Bestehen. Beginn ist um 9 Uhr, auf dem Laien und in der Städtischen Galerie am Laien. Interessierte sind herzlich eingeladene, an interaktiven und kindgerechten Angebote zum Thema „Vielfalt der Natur“ am Laien teilzunehmen. Dort werden Ausschnitte aus der BUND-Arbeit der Ortsgruppe gezeigt, umrahmt von Bildern des Kunstkreises Ditzingen unter dem Motto „Natur und Umwelt“. Nach einem Rückblick und zwei kurzen Grußworten will man bei Getränken und Häppchen auf den runden Geburtstag anstoßen. Auch die Bibliothek unterstützt diese Veranstaltung mit einem zum Thema passenden Büchertisch.
Gefeiert wird der Spätsommer oder schon der Frühherbst auch bei der 3. Ditzinger Kulturnacht am 19. September in den Häusern rund ums Rathaus. Von 17 bis 23 Uhr kann man sich von Vorträgen, Workshops, Ausstellungen, Lesungen und Live-Musik inspirieren lassen. Familien, Singles Nachbarn, Freunde und Freundinnen sind eingeladen, Teil des Geschehens zu werden. Man kann gastronomische Angebote genießen und lebendige Begegnungen zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie engagierten Ehrenamtsgruppen machen.
Ein besonderer Ort bei der Kulturnacht wird die Konstanzer Kirche sein. Ab 18 Uhr macht der Knabenchor Capella Vocalis Reutlingen sein Opening. Unter der Leitung von Johannes Kaupp erklingen Werke von Rheinberger, Mozart und Brahms. Um 20 Uhr verspricht Jazz4Soul mit dem Dennis Müller Flow Trio pure Energie, die Bandbreite reicht von schwebenden Klang-Meditationen bis zu mitreißenden Grooves. Um 22.30 Uhr bildet der Evensong mit dem Choerle der Konstanzer Kirche unter der Leitung von Andreas Gräsle den Abschluss. Das Choerle singt Werke von John Rutter oder Ola Gjeilo. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei.
Spannend ist sicher auch die Veranstaltung, die am 26. September, ab 10 Uhr, im Ditzinger Terminkalender steht: „Rückpass in die Zukunft Ein Fußballturnier nach den Regeln von 1863“.. Ditzingen möchte sich mit diesem Turnier einer Zeit zuwenden, als Büsche und Bäume noch auf dem Spielfeld standen und der Torwart überall den Ball in die Hand nehmen durfte. Die KulturRegion Stuttgart, der TSF Ditzingen und das Kultur- und Sportamt kooperieren, anmelden kann man sich unter kulturamt@ditzingen.de.
80 Jahre Ungarn-Deutsche in Gerlingen
Im Stadtmuseum Gerlingen kann man immer noch den Museumsinnenhof und den Kräutergarten als Oase der Ruhe erleben. Im Innern ist die Sonderausstellung „80 Jahre Vertreibung der Deutschen aus Ungarn“ zu sehen. Und der September steht auch im Zeichen dieser Ereignisse vor acht Jahrzehnten. Am Dienstag, 8. September, 14 bis 16 Uhr, wird eine Führung mit Workshop unter dem Titel „Heimat zum Anziehen für Kinder von sechs bis zwölf Jahren veranstaltet. Die Ungarndeutschen trugen eine besondere Kleidung, Tracht genannt. In fast jedem Dorf sah diese etwas anders aus. Bei ihrer Vertreibung aus Ungarn brachten viele ihre Tracht mit und schenkten sie später dem Museum. An diesem Mittag schauen sich die jungen Besucher diese besondere Art der Kleidung genau an und gestalten anschließend eine eigene Tracht für eine Anziehpuppe.
Die Teilnahme kostet sechs Euro, eine Anmeldung bis drei Tage vor der Veranstaltung unter stadtmuseum@gerlingen.de oder Telefonnummer 07156/20 53 66 möglich. Ein Podiumsgespräch schließt sich am Dienstag, 15. September, 18 Uhr, anlässlich „80 Jahre Vertreibung der Deutschen aus Ungarn“ an.
Aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln werden an diesem Abend die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn, deren Ansiedlung und Integration in Gerlingen sowie die Bedeutung dieser Ereignisse für die heutige Zeit beleuchtet.
Dirk Oestringer, Bürgermeister der Stadt Gerlingen, begrüßt die Gäste, bevor das Podium beginnt. Gesprächspartner sind Albrecht Sellner, Bürgermeister der Stadt Gerlingen a. D., Dr. András Izsák, Generalkonsul von Ungarn in Stuttgart, Joschi Ament, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn. Die Moderation im Sitzungssaal des Rathauses Gerlingen übernimmt Klaus Herrmann, Leiter des Stadtarchivs Gerlingen. Interessierte sind ohne Anmeldung und kostenfrei - herzlich willkommen, mit anschließendem Umtrunk.
Zeitzeugenbericht im Stadtmuseum
Der Vortrag von Joschi Ament „Und alle weinten bitterlich“ am Dienstag, 29. September, 18 Uhr, im Stadtmuseum Gerlingen ist ein persönlicher Zeitzeugenbericht: Die Familie von Joschi Ament, dem Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn wurde 1946 zusammen mit rund 5 000 anderen Ungarndeutschen aus der ungarischen Gemeinde Elek vertrieben. In seinem Vortrag gibt Ament bewegende Einblicke in persönliche Zeitzeugenberichte aus dieser schweren Zeit. Auch hier schließt sich ein Umtrunk an. Der Eintritt ist frei.
Von Katrin Schenk