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Geschichtsverein Baltmannsweiler und Hohengehren: „Es macht Freude, gemeinsam etwas zu bewegen“

Historisches Postamt, traditionelles Handwerk und Dorfgeschichte: Das Heimatmuseum in der Lautergasse als Zentrum zur Bewahrung des kulturellen Erbes

Etwas versteckt in den engen Gassen im Ortskern von Hohengehren findet sich in einem ehemaligen Bauernhaus mit Scheune in der Lautergasse ein kleines Schmuckkästchen. Dort war im Jahr 1919 in der Wohnstube des Landwirts und Landpostboten Karl Lang eine Posthilfsstelle und damit das Postamt des Dorfs eingerichtet worden. In dieser Stube befindet sich nun mit einer Dauerausstellung von originalen Zeugnissen des historischen Postwesens auf dem Schurwald das Kernstück des künftigen Heimatmuseums der Gemeinde Baltmannsweiler und einer der zentralen Tätigkeitsschwerpunkte des Heimat- und Geschichtsvereins Baltmannsweiler und Hohengehren.

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„Es ist mir und auch den vielen Aktiven in unserem Verein eine Herzensangelegenheit, die Geschichte unserer Dörfer zu bewahren und sie weiterzugeben“, sagt Sabine Lang, die Vorsitzende des Vereins. Dabei sei die Gemeinschaft im Verein von großer Bedeutung. „Es macht große Freude, gemeinsam etwas zu bewegen, etwas zu schaffen und auch mal gemeinsam zu feiern“, erklärt Lang. Das gebe auch Kraft und motiviere für Weiteres, zumal das Engagement der Vereinsmitglieder von den Menschen in der Gemeinde sehr geschätzt werde. „Die Wirkung des Vereins ist enorm. Wir sind präsent, und wir bekommen zurückgemeldet, dass wir zu den Vereinen im Ort gehören, die wirklich etwas auf die Beine stellen“, erzählt Sabine Lang.

Begonnen hatte das Bemühen um die Bewahrung der Geschichte der beiden Ortschaften vor etwa 30 Jahren. Der historisch interessierte Sammler Rudi Schickler hatte sich der vielen kleinen und größeren Gegenstände aus dem dörflichen Alltag vergangener Zeiten angenommen, die als unbrauchbarer alter Krempel auf dem Sperrmüll gelandet waren. Einiges davon präsentierte Schickler in einer Ausstellung.

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Der Samen war damit gelegt und er gedieh prächtig. Der Lehrer und Historiker Alfred Hottenträger kam dazu, ebenso Karl-Heinz Neef, auch er ortshistorisch engagiert, mit einer enormen Sammlung an alten Fotos, belichteten Platten, Bildern und Postkarten aus den Dörfern. Der Fundus wuchs schnell, ebenso die Gruppe historisch Interessierter. Teile der Sammlung konnten auf dem Dachboden der Grundschule Hohengehren gelagert werden, Größeres wie die Werkzeuge und Geräte der alten Hohengehrener Schmiede, der Seilerei, der Küferei und der Schuhmacherwerkstatt, aber auch eine Vielzahl an landwirtschaftlichen Gerätschaften lagerte in Scheunen oder Garagen. 

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Um das historische Erbe der Ortschaften und die Stücke aus dem dörflichen Alltag in vergangener Zeit angemessen zu präsentieren, kam das Gebäude in der Lautergasse ins Spiel. Die Vereinsgründung im Jahr 2023 war dafür ein notwendiger Schritt. Schließlich erwarb die Gemeinde das Gebäude und übertrug dem Verein die Nutzungsrechte.

Das habe einen wichtigen Schub verliehen. „Es sind einige jüngere Leute dazu gekommen, die den Verein und die Sache Heimatmuseum unterstützen“, erzählt Sabine Lang. Dies sei sehr zu schätzen, denn es sei nicht einfach, Nachwuchs für die Übernahme von dauerhafter Verantwortung zu finden. Das sei aber gefragt, denn der Verein wolle seine Aktivitäten erweitern. Der Ehrgeiz und die Begeisterung dafür seien zu spüren, sagt die Vorsitzende. So soll das Heimatmuseum Schritt für Schritt eingerichtet, die Sammlung angemessen präsentiert werden. Im früheren Ausgedinghaus des Bauernhofs soll eine Dauerausstellung zum Handwerk auf dem Schurwald eingerichtet werden, und unter dem Kastanienbaum beim Haus könnte ein kleiner Dorftreff entstehen. Dafür will der Verein jüngere Leute erreichen und „das Interesse daran wecken, welche Geschichten die alten Gegenstände erzählen“, sagt Sabine Lang. Sie ist dabei guten Mutes. „Viele jüngere Leute sind heimatverbunden, interessieren sich für ihr Dorf und ihre Wurzeln. Da wird etwas entstehen.“

Von Peter Stotz

Der Verein in Zahlen

Gründungsjahr 2023, Vorläufer war eine Interessengemeinschaft von neun Personen

Mitglieder 14 Gründungsmitglieder, inzwischen etwa 85 mit steigender Tendenz

Altersstruktur etwa 50 bis 80 Jahre

Aufgaben und Angebote Sammlung, Bewahrung und Pflege des Wissens um die Geschichte von Baltmannsweiler und Hohengehren; Sammlung, Bewahrung und Aufarbeitung historischer Gegenstände, von Dokumenten, Fotos oder Bildern aus der Alltagsgeschichte der Orte; Weitergabe des Wissens um die Geschichte der Orte an nachfolgende Generationen; Aufbau, Ausstattung und Betreuung eines Heimatmuseums; Ausstellungen zur Ortsgeschichte, zur Landwirtschaft, zum Handwerk und zum Postwesen auf dem Schurwald; Vorträge und Lesungen in Kooperation mit der Gemeinde Baltmannsweiler und dem Kreisarchiv Esslingen; Beteiligung am Tag des Denkmals mit Führungen und Veranstaltungen; Kooperationen mit Schulen und Kindergärten; Führungen zum traditionellen Handwerk für Kinder

2000 historische Gegenstände sind derzeit mindestens im Fundus des Vereins eingelagert und warten auf ihre Präsentation im Heimatmuseum.

Kontakt Heimatund Geschichtsverein Baltmannsweiler und Hohengehren

E-Mail info@heimatverein-bwhg.de

www.heimatverein-bwhg.de


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