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Stuttgart-Innenstadt

Einbruchssicherheit Einbruchfrüherkennung schreckt Täter ab

19. Oktober 2018 - 15:00 Uhr

Wenn bereits beim Versuch, das Fenster aufzuhebeln, alle Lichter angehen oder eine Sirene ertönt, schreckt dies viele Einbrecher ab. Foto: z/djd/EiMSIG HausDisplay
Wenn bereits beim Versuch, das Fenster aufzuhebeln, alle Lichter angehen oder eine Sirene ertönt, schreckt dies viele Einbrecher ab. Foto: z/djd/EiMSIG HausDisplay

Die Aufklärungsquote von Einbrüchen in Deutschland liegt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes seit Jahren bei unter 20 Prozent. Damit ist auch die Chance, persönliche Gegenstände und Daten nach einem Einbruch wiederzubekommen, äußerst gering. Entdecken Einbrecher Kameras oder werden sie durch grelles Licht oder laute Geräusche bereits beim Einbruchsversuch überrascht, flüchten sie in den meisten Fällen. Kamera-Attrappen erkennen sie dagegen auf den ersten Blick. Deshalb raten Experten, immer echte Kameras zu verwenden. Bei der Wahl der Alarmanlage sollte darauf geachtet werden, dass Prävention und Abschreckung Teil des Sicherheitssystems sind.


Intelligenter Fenstersensor


Die Schwachstellen am Haus sind immer die Fensterfronten. Eine Kombination aus Glasbruch- und Fenstersensor dürfte deshalb den momentan besten Schutz gegen Einbrecher bieten. Die neueste Generation sorgt durch das Zusammenspiel verschiedener Sensoren für eine intelligente Überwachung. Der Sensor erkennt zum einen den Zustand des Fensters, damit kann der Alarm auch bei schräg gestelltem Fenster aktiv sein. Bei einem gegen die Scheibe geflogenen Vogel oder Ball wird kein Alarm ausgelöst, das Aufhebeln des Fensters am Rahmen wird dagegen sofort als Einbruch identifiziert. Schon beim ersten Ansetzen des Hebels am Fenster löst der Sensor Alarm aus: Je nach Konfiguration geht im ganzen Haus das Licht an, zusätzlich schreckt die Stereoanlage den Einbrecher lautstark. Die Alarmanlage kann zudem mit einem Notrufsystem bei einem Wachschutz gekoppelt sein.

Vor dem Kauf sollte sichergestellt sein, dass die Alarmanlage eine Anbindung zum Handy besitzt. In dem Fall wird der Einbruchsversuch in Echtzeit an den Besitzer und beziehungsweise oder an eine Sicherheitsfirma gemeldet. Im selben Moment werden automatisch die abschreckenden Elemente wie Sirene, Lautsprecher, Licht sowie Rollläden aktiviert. Durch diese Kombination kann die Tat im besten Fall vereitelt werden.


Abschreckung durch Kombination


Neben einer guten elektronischen Absicherung ist es auch wichtig, dass das Haus mechanisch hochwertig ausgestattet ist. Denn ein Täter, der länger als drei Minuten braucht, um eine Wohnung oder ein Haus zu öffnen, gibt im Regelfall auf. Das automatische Anschalten von Lichtstimmungen durch die smarte Alarmanlage bei Abwesenheit ist ebenso ein Sicherheitsgewinn wie eine aufmerksame Nachbarschaft. Jedoch rät die Polizei grundsätzlich davon ab, sich fremden Personen bei merkwürdigem Verhalten in den Weg zu stellen. djd


Co-Design

Langfinger machen keinen Urlaub

Zehn Tipps zum Einbruchschutz in der Ferienzeit

Ein unbeobachteter Moment reicht dem Einbrecher, um sich Zutritt zu verschaffen. Foto: z/djd/Nürnberger
Ein unbeobachteter Moment reicht dem Einbrecher, um sich Zutritt zu verschaffen. Foto: z/djd/Nürnberger

Wer bei der Heimkehr keine böse Überraschung erleben möchte, muss sein Hab und Gut schützen. Versicherungsexperte Peter Meier hat zehn wertvolle Tipps zum Thema Einbruchschutz.

Auf keinen Fall sollte während des Urlaubs der Briefkasten überquellen. Denn das lädt Einbrecher geradezu ein, auf Beutezug zu gehen. Die Post sammelt auf Wunsch die Zusendungen in der nächsten Filiale und die Tagesszeitung kann vorübergehend abbestellt werden. Oder man bittet Nachbarn, den Postkasten regelmäßig zu leeren.

Auch der Garten sollte bei längeren Urlauben nicht verwahrlosen. Auch hier können sich Nachbarn darum kümmern, den Garten zu gießen oder auch den Rasen zu mähen. Beim nächsten Urlaub revanchiert man sich einfach bei den Nachbarn.

Wenn freundliche Helfer zum Blumengießen vorbeikommen, sollten sie – solange sie in der Wohnung sind – auch gleich die Wohnung gut lüften und dazu die Rollläden hochziehen. Die geöffneten Fenster signalisieren den Spähern und möglichen Einbrecher, dass jemand zuhause ist.

Der Mülleimer sollte zu den üblichen Terminen zum Leeren herausgestellt werden.

Eine Hausratversicherung sollte man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen haben. Doch auch wenn sie den finanziellen Schaden ausgleicht, bleibt das unangenehme Gefühl, dass fremde Menschen im eigenen Heim waren. Ein Grund mehr, alle Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

Auf keinen Fall darf es am Haus Hinweise geben, die mögliche Besucher über die Abwesenheit informieren. Ein Vermerk am Postkasten wie etwa „Pakete während unseres Urlaubs bitte bei den Nachbarn abgeben“ ist absolut tabu.

Auf Social Media-Plattformen darf auf keinen Fall etwas über die Abwesenheit gepostet werden. Aktuelle Bilder vom Urlaub am südlichen Palmenstrand sollte man tunlichst vermeiden. Ist man wieder zuhause, können die Bilder getrost bei Facebook und Co. verbreitet werden.

Sowohl Eigenheimbesitzer als auch Mieter können, wenn sie etwa altersgerecht umbauen wollen, bei der KfW Zuschüsse zu Investitionen in den Einbruchschutz beantragen.

Weniger investiert, wer mit kleinen technischen Helfern vortäuscht, dass er zuhause ist. Ein TV-Simulator ahmt mit entsprechenden Lichteffekten einen Fernseher nach. Und mit Zeitschaltuhren lassen sich die Lampen zur gewohnten Zeit an- und ausschalten.

Wer sein Gepäck mit Adressanhängern ausstatten muss, sollte die Etiketten in Etuis an den Koffer hängen. So sind sie nicht sofort lesbar und können nicht jedem am Flughafen oder an der Bahnhaltestelle verraten, wo gerade niemand zuhause ist. djd

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