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Wissenschaftsfestival Stuttgart

„Stuttgart ist reich an Wissenschaft!“

Interview. Was sind die Höhepunkte des 1. Wissenschaftsfestivals? Wo steht Stuttgart als Forschungsstandort im Bundes-Ranking? Wir haben Oberbürgermeister Fritz Kuhn dazu befragt.Interview. Was sind die Höhepunkte des 1. Wissenschaftsfestivals? Wo steht Stuttgart als Forschungsstandort im Bundes-Ranking? Wir haben Oberbürgermeister Fritz Kuhn dazu befragt.

24. Juni 2019 - 14:00 Uhr
Stuttgarts OB Fritz Kuhn: „Wir können als Wissenschaftsstadt zusammenwachsen.“ Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Stuttgarts OB Fritz Kuhn: „Wir können als Wissenschaftsstadt zusammenwachsen.“ 
Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

„SPITZENSTELLUNG NOCH MEHR INS BEWUSSTSEIN DER ÖFFENTLICHKEIT RÜCKEN.“

Wie vielfältig ist nach Ihrer Ansicht die Hochschullandschaft?

Stuttgart ist eine stark wissenschaftlich geprägte Stadt. Das zeigt sich auch an der großen Vielfalt an Hochschulen und Studiengängen. In der Landeshauptstadt gibt es insgesamt 25 Hochschulen. Darunter die Universitäten Stuttgart und Hohenheim, die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und die Staatliche Akademie der Bildenden Künste sowie die Hochschule der Medien und die Duale Hochschule Baden-Württemberg. Hinzu kommen private und kirchliche Bildungseinrichtungen. Damit bietet Stuttgart eine große Bandbreite an Studienfächern in den Wirtschafts-, Sozial- und Agrarwissenschaften, in den Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie Architektur, aber auch im kreativ-künstlerischen Bereich.

Wo stehen nach Ihrer Meinung Stadt und Region Stuttgart im bundesweiten Ranking der Wissenschaftsstandorte?

Durch die enge Vernetzung von Forschung, Entwicklung und Produktion zählt die Landeshauptstadt zu den innovativsten Hightech-Regionen Europas. Wir bündeln eine enorm hohe Intensität von Forschung und Entwicklung, die national und international Anerkennung bekommt. Vor allem in der Forschung zur Künstlichen Intelligenz nimmt die Region Stuttgart einen Spitzenrang in Deutschland ein. Die Forschungsaktivitäten in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Computer Vision und Robotik werden seit Dezember 2016 durch das Cyber Valley der Region Stuttgart/Tübingen gebündelt. Es ist eine der größten Forschungskooperationen Europas in diesem Bereich.
Das Cover des Programms Foto: hf
Das Cover des Programms 
Foto: hf
Wie wichtig ist es, noch mehr in den „Rohstoff Bildung“ zu investieren?

Investitionen in Bildung sind immer Investitionen in die Zukunft. Das gilt nicht nur für Stuttgart, aber auch hier. Unsere Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen bedeuten einen immensen geistigen Reichtum und versprechen Wachstum und Zukunftssicherung für unsere Stadt. Sie sind wesentlicher Impulsgeber für die Wirtschaft und liefern die Grundlage für technologischen Fortschritt. Und darüber hinaus? Gleichzeitig sind sie wichtiges Bindeglied zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft. Sie sind Orte sozialer Innovation und reflektieren die Grundlagen und Folgen der Wissenschaft. Dazu kommt: In Stuttgart sind überdurchschnittlich viele Personen in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen tätig. 57 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Landeshauptstadt arbeiten in diesem Sektor.

Ist die Stuttgarter Hochschullandschaft gut aufgestellt, wenn es um das Zukunftsthema „Nachhaltigkeit“ geht?

Davon können sich die Besucherinnen und Besucher am besten auf dem Wissenschaftsfestival selbst ein Bild machen. Die Uni Hohenheim hat sich das Thema Nachhaltigkeit ja seit ihrer Gründung vor über 200 Jahren auf die Fahnen geschrieben. Das wird heute vor allem an dem Schwerpunkt Bioökonomie sehr deutlich. Die Universität Stuttgart hat Anfang Juni Nachhaltigkeitstage veranstaltet. Dort wurden nachhaltige Themen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und so Nachhaltigkeit sichtbar, erlebbar und verständlich gemacht. Die Hochschule für Technik hat als eine der ersten Hochschulen das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung im Struktur- und Entwicklungsplan verankert. Auch die Fraunhofer-Institute und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt am Standort Stuttgart forschen in diesem Bereich.

Was muss unternommen werden, um Stuttgart noch attraktiver für Studierende zu machen?

Stuttgart bietet Studierenden schon jetzt hervorragende Möglichkeiten zum Studieren und Forschen. Das zeigt sich in der vielfältigen Hochschullandschaft und dem breiten Angebot an Studiengängen, aber auch in den Möglichkeiten nach Studienende. Die Unternehmenslandschaft in Stuttgart und der Region bietet vielen eine Chance für einen erfolgreichen Berufsstart. Zwei Drittel der Absolventinnen und Absolventen finden einen Job in der Region Stuttgart. Klar ist allerdings auch: Stuttgart ist eine Großstadt, viele Menschen wollen hier leben und arbeiten. Das bringt zum Beispiel Herausforderungen wie knappen Wohnraum mit sich. Die Stadtverwaltung kennt diese Probleme und versucht mit verschiedenen Maßnahmen, bezahlbaren Wohnraum zu halten und zu schaffen – nicht nur für Studierende, sondern für alle Bewohner der Stadt.

Die Fragen stellte Reimund Abel.

Antworten auf Kinderfragen

Junge Forscher. Am 3. Juli können Kids und Teens in die Welt der Wissenschaften eintauchen.
  

Traum vieler Kinder – einmal Astronaut sein. Foto: Konstantin Yuganov / Adobe Stock
Traum vieler Kinder – einmal Astronaut sein. Foto: Konstantin Yuganov / Adobe Stock
Warum fallen Sterne nicht vom Himmel? Weshalb ist Glück nicht berechenbar? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Wissenschaftstag für Kinder und Jugendliche, der im Rahmen des Wissenschaftsfestivals ausgerichtet wird. Unter dem Motto „Vom Weltraum bis tief in die Erde – entdecke die Stuttgarter Welt der Wissenschaften“ findet am 3. Juli von 10 bis 16 Uhr ein vielfältiges Programm im Rathaus statt.

Anhand zahlreicher Mitmachexperimente, Workshops und Exponate können Schüler und junge Besucher die Wissenschaft entdecken und dabei selbst aktiv werden. Mit dem Programm werden insbesondere Schüler der Klassen drei bis sieben adressiert, die gemeinsam mit ihren Lehrern am Wissenschaftstag teilnehmen möchten. Für einige Angebote ist eine Voranmeldung notwendig. So zeigt das VDI-Haus, wie ein Elektromotor funktioniert. Mit einem Bausatz dürfen die Kinder ihren eigenen Motor bauen und in Betrieb nehmen.

In insgesamt acht Vorführungen simuliert das Planetarium Stuttgart unter einer kleinen Kuppel den Sternenhimmel und präsentiert virtuelle Reisen zu den Planeten. Das Schülerforschungslabor Kepler-Seminar führt Versuche rund um das Thema Luft durch, auch die Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft forscht mit Luft und erklärt spannende, physikalische Sachverhalte. Bei der Genius Kinderuni dreht sich alles um Autos der Zukunft, gemeinsam mit dem Fehling- Lab der Uni Stuttgart experimentieren Kinder mit Farben und Stoffen. Im InnoTruck werden Technik und Ideen für morgen an rund 80 Hightech-Exponaten erlebbar.

Bei vielen Programmpunkten sind auch alle spontanen Besucher willkommen, die in die Welt der Wissenschaft eintauchen möchten. So können sich alle Kinder ab der ersten Klasse die Explorationsrover des Instituts für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart anschauen. Sie erfahren, wie die Rover funktionieren und auf welchen Planeten sie fahren sollen.

Im Reallabor Stadt Quartiere 4.0 erleben Kinder ab Klasse zwei einen virtuellen Gleitschirmflug über ein städtebauliches Modell. Die Hector Akademie ermöglicht es Kindern der dritten und vierten Klasse, an Mitmachstationen zu lernen, wie man sicher im Chemilabor experimentiert oder wie Computer „denken“. Im Soyuz Simulator schnuppern Kinder Astronautenluft und können bei Andockmanövern ihr Können unter Beweis stellen. Mit der Virtual-Reality (VR)-Brille treten sie in Alexander Gersts Fußstapfen oder erkunden die internationale Raumstation ISS. Brigitte Bonder
  
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