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Stuttgart lokal

Ein Holzhaus als Weihnachtsgeschenk

Die Kulturinsel Stuttgart wird wohl während der Sanierung des Zollamt-Areals übergangsweise ins „Württemberg-Haus“ einziehen können.

Ein Holzhaus als Weihnachtsgeschenk

Die Kulturinsel Stuttgart ist mittlerweile offiziell als dauerhafte kulturelle Institution der Landeshauptstadt Stuttgart anerkannt. Foto: eha

Im vergangenen September sah es für die Kulturinsel Stuttgart plötzlich ziemlich düster aus. Schuld daran war ein offizielles Schreiben der Stadtverwaltung. Darin wurde dem engagierten Team mitgeteilt, man werde das ursprünglich geplante Interimsgebäude, das die Kulturinsel während der Sanierung des Zollamt-Areals in Bad Cannstatt beziehen sollte, aufgrund erheblicher Kostensteigerungen nicht wie vorgesehen umsetzen können. Doch im Dezember geschah ein kleines Weihnachtswunder. Ein anonymer Spender beschenkte die Kulturinsel mit dem Württemberg-Haus, einem vollständig zerlegbaren Holzhaus, das 2012 als Weinzelt auf dem Cannstatter Volksfest stand.

Im Neckarpark entsteht ein neues Quartier für rund 2000 Menschen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entwicklung des Zollamt-Areals, in dem sich seit 2012 die Kulturinsel befindet. Hier finden Urban Gardening, Musik, Kunst und Begegnung statt, und das soll auch später so sein. Auf dem Gelände sollen ein Stadtteilhaus, Wohnraum und auch weiterhin die Kulturinsel ihren Platz finden. Für die Übergangszeit war ein Interimsbau geplant, für den 810.000 Euro vorgesehen waren. Neuere Berechnungen liegen nun allerdings bei rund 2,8 Millionen Euro, und diese Summe wünscht die Stadt wegen der erforderlichen Einsparungen im Doppelhaushalt 2026/27 nicht auszugeben.

Kulturinsel-Betreiber Joachim Petzold machte daraufhin mobil, informierte Bürgerinnen und Bürger und bat um Spenden. Und der Aufruf stieß nicht auf taube Ohren. „Es gibt eine realistische Lösung für unsere Interimsunterbringung, und sie kommt aus der Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und der Zivilgesellschaft“, hieß es seitens der Kulturinsel im Dezember – dank des anonymen Spenders des Württemberg-Hauses, ein massives Blockhaus in Holzbauweise über zwei Geschosse. Eine Sprecherin der Stadt Stuttgart bestätigte, dass das Stadtplanungsamt eine Machbarkeitsstudie vorbereite und im Anschluss daran, die Verwaltung prüfe, ob das Vorhaben baurechtlich genehmigungsfähig sei.

Interimsunterbringung Geplante noch nicht gesichert

Errichtet werden soll das Haus direkt neben dem derzeitigen Standort der Kulturinsel. Das Liegenschaftsamt prüfe derzeit, ob und zu welchen Konditionen die Flächen der Kulturinsel überlassen werden könnten, so die Sprecherin weiter. Sofern die weiteren Prüfungen positiv ausfielen, wäre ein Aufbau im Laufe dieses Jahres denkbar. Die geplante Interimsunterbringung sei noch nicht gesichert, gibt man sich in der Kulturinsel Stuttgart noch zurückhaltend optimistisch. „Das Württemberg-Haus, das uns gespendet werden soll, ist ein Grund zur Euphorie. Doch es braucht noch Zustimmung, Auflagen und Entscheidungen aus der Verwaltung. Wir glauben daran. Aber noch ist nichts endgültig.“

Unternehmen aus der Region

Trotz der voraussichtlichen Lösung, was die Interimsunterkunft anbetrifft – und obwohl die Kulturinsel Stuttgart mittlerweile offiziell als dauerhafte kulturelle Institution der Landeshauptstadt Stuttgart anerkannt ist – gibt es Grund zur Sorge: „Unsere Förderung wird massiv gekürzt – um insgesamt rund 35 Prozent, 20 Prozent im Bereich Kultur und 15 Prozent im Bereich Soziales. Das bedeutet für uns über 70.000 Euro weniger im Jahr“, sagt Joachim Petzold.

Von Eva Herschmann


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