Anzeige

Stuttgart lokal

Auf ein Wort

Auf ein Wort

Achim Barth

Im Juni und Juli ist „Europa zu Gast bei Freunden“. Die Europameisterschaft gastiert in Stuttgart. Am 16. Juni spielt Slowenien gegen Dänemark und am 19. Juni unsere Nationalelf gegen die Ungarn. Am 23. Juni dürfen die Ungarn in Bad Cannstatt dann gegen Schottland ran. Drei Tage später ist ein Playoff-Spiel. Den Abschluss macht ein Viertelfinal-Spiel am 5. Juli.

Wenn Sie heute auf die offizielle Website zur EM der Stadt Stuttgart schauen, findet Bad Cannstatt nicht statt. Die „Host-City“ – gemeint ist der Gastgeber – ist Stuttgart. „Public Viewing“ – gemeint ist keine öffentliche Leichenschau, sondern das gemeinsame öffentliche Fußballschauen, laut Duden auch „Rudelgucken“ – kann man im Sommer in der „Fan Zone“ Schlossplatz, Schillerplatz, Marktplatz (Stuttgart) und Karlsplatz.

Neben völlig überflüssigen Anglizismen wird auf der offiziellen EM-Seite der Landeshauptstadt auch noch die amtliche Rechtschreibung ignoriert. Dass man keine „ehrenamtlichen Helfer“, sondern Volunteers sucht – geschenkt; man ist ja schließlich bunt und weltoffen. Was ich allerdings vermisse, ist die wichtige Information, dass die „Bürger: innen“ sich in den Damen- und Herrentoiletten im Stuttgarter Rathaus kostenfrei mit Tampons versorgen können. Oder heißt es jetzt „Herr:innen-Toilette?“

Kommen wir zurück zum Wesentlichen. Das Fußballstadion steht in Bad Cannstatt. Die „Schlachtenbummler“ aus den europäischen Ländern kommen mit dem Auto und der Bahn in Bad Cannstatt an, weil dort das Spiel stattfindet.

Eine Erkenntnis, die hoffentlich auch noch in der Landeshauptstadt ankommt. Statt Sprachverhunzung wäre es besser, dafür zu sorgen, dass sich die Fans aller Herren Länder auch in Bad Cannstatt wohlfühlen. Dass auch hier eine „Fanzone“ entsteht und der Wilhelmsplatz, die Marktstraße und der Bahnhofsvorplatz so gestaltet werden, dass die Besucher begeistert sind von ihrer „Host-City“ Cannstatt. 
Achim Barth 
Vorsitzender des GHV/VDF in Bad Cannstatt

View is not found