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Bauen & Wohnen

Wie der Staat beim Energiesparen hilft

Ratgeber. Die richtigen Modernisierungsmaßnahmen entlasten nicht nur das Haushaltsbudget, sondern steigern auch den Wert und die Attraktivität der Immobilie.

Foto: dpa-tmn

10.05.2021

Irgendwann ist es bei jedem Haus soweit. Maßnahmen zur Modernisierung, Renovierung oder Sanierung stehen an. Damit sich diese aber lohnen, sollten Hausbesitzer eine sinnvolle Reihenfolge und auch die Kosten berücksichtigen.

Die Faustregel für die energetische Sanierung lautet: Erst das Haus dämmen, dann die neue Heizung einbauen, so heißt es bei der Bausparkasse Wüstenrot. Moderne Heizungen arbeiten wesentlich effizienter, wenn das Haus dicht ist. Dann greifen auch die Energieeinspareffekte, die sich bei den Jahresabrechnungen deutlich bemerkbar machen können.

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Die Kosten einer durchschnittlichen Sanierung, insbesondere im Hinblick auf energetische Maßnahmen, taxiert Immo Dehnert, Sprecher der Bausparkasse Wüstenrot, in Deutschland auf durchschnittlich rund 50 000 Euro. „Damit liegen sie in Höhe der durchschnittlichen Bausparsumme, über die in Deutschland klassische Bausparverträge abgeschlossen werden“, sagt er. Zudem offerieren Bausparkassen auch Sofortgelder, die bis zu einer Höhe von 30 000 Euro ohne grundbuchliche Sicherung und deren Kosten abgerufen werden können und die – zusätzlich zu eigenen Ersparnissen des Sanierers – ebenfalls eine bevorzugte Finanzierungsoption sind. „Die Modernisierung kann eine Investition in mehr Lebensqualität sein“, so Dehnert.

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Manchmal sind die Modernisierungsmaßnahmen aber unaufschiebbar. Wenn es sich um den Einbau moderner Heiztechnik handelt, dann amortisieren sich die Maßnahmen in der Regel schnell durch Energiekosteneinsparungen von bis zu 40 Prozent. Zumindest wenn der alte Kessel mindestens 25 Jahre alt war und die neue Heizung mit Solarthermie kombiniert wird. Als Anzeichen für dringende Sanierungsmaßnahmen nennt Dehnert beispielhaft undichte Fenster, das Gefühl von Kälte trotz Heizens oder kalte Füße im Erdgeschoss. Auch ein Jahresverbrauch von über 15 Litern Heizöl oder 15 Kubikmetern Gas pro Quadratmeter Wohnfläche gelten als Hinweis auf eine notwendige Dämmung der Außenwände, die bis zu 25 Prozent an Energie sparen kann.

Energetisch Sanieren lohnt sich ohnehin mehr denn je – sowohl für das Klima als auch langfristig für den eigenen Geldbeutel, heißt es bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Auch Hausbesitzer, die statt einer Komplettsanierung in Etappen vorgehen wollen, profitieren demnach von verschiedenen Förderungen. Denn der Staat unterstützt auch kleinere Maßnahmen, um die CO2 -Emissionen zu senken.

ABSCHREIBUNG ODER INVESTITIONSZUSCHUSS

„Wer sein selbst genutztes Wohneigentum energetisch saniert, hat grundsätzlich zwei Fördermöglichkeiten“, erklärt Baufinanzierungsexperte Ralf Oberländer von Schwäbisch Hall und nennt die steuerliche Abschreibung oder den klassischen Investitionszuschuss, zum Beispiel über die KfW. Neu ist die Möglichkeit zur Steuerabschreibung über drei Jahre und bis zu einer Höhe von maximal 40 000 Euro. Voraussetzung ist, dass ein Fachunternehmen die Sanierungsarbeiten durchführt. Die Steuerermäßigung kann der Immobilienbesitzer nach Abschluss der Baumaßnahmen geltend machen. Anders bei den Förderungen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Hier muss der Hausbesitzer sämtliche Anträge vor Baubeginn stellen. Für den KfW-Zuschuss muss vor Beginn der Sanierung zudem ein Energieberater hinzugezogen werden.

„Wer allerdings nicht weiß, welchen Sanierungsbedarf die eigene Immobilie hat und in welcher Reihenfolge die Maßnahmen durchgeführt werden müssen, sollte sich zuerst an einen Energieberater wenden“, erläutert Oberländer. Folgen verschiedene energetische Maßnahmen aufeinander, können sie die Energieeffizienz der Immobilie erheblich steigern.

„Bei besonders teuren und umfassenden Maßnahmen lohnt es sich in der Regel eher, eine Förderung der KfW in Anspruch zu nehmen“, weiß Oberländer. In der Summe kostet eine konkrete Beispielsanierung 115 000 Euro. Bei einer Förderung über die KfW (Programm 430 oder 151) kann sich der Immobilienbesitzer über einen Investitions- oder Tilgungszuschuss von 34.500 Euro freuen. Eine Steuerermäßigung bringt in diesem Fall nur 23 000 Euro Ersparnis.

Wer nicht so viel investieren will, kann seine Immobilie Schritt für Schritt energetisch aufrüsten. Ein effizienter Anfang kann beispielsweise der Einbau neuer Fenster für eine bessere Wärmedämmung sein. „Welche Förderung sich am meisten für Sanierer lohnt, hängt von Art und Umfang der Maßnahmen ab. Energieberater und Baufinanzierungsexperten helfen bei der Suche nach der individuell passenden Lösung – für Sanierungsmaßnahmen und Finanzierung“, so Oberländer. Thomas Spengler