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Beruf & Weiterbildung

Wichtige Arbeit für die Gemeinschaft

Arbeitgeber. Der öffentliche Dienst bietet seinen Mitarbeitern eine ganze Reihe von Vorteilen.

Montage Phit
Fotos: Adobe Stock

7.12.2020

Wer sich für eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst interessiert, denkt sicher spontan an die kommunale Verwaltung. Doch die Vielfalt der Behörden und staatlichen Institutionen ist groß.   

Arbeiten im öffentlichen Dienst hat inzwischen ein positives Image, weil viele aktuell erleben, wie wichtig die Arbeit für die Gesellschaft ist. Doch die meisten kennen nur wenige Behörden, mit denen sie schon zu tun hatten“, sagt Susanne Kühn, Studien- und Berufsberaterin bei der Arbeitsagentur Stuttgart. „Jugendliche denken zum Beispiel bei der Stadt Stuttgart als Arbeitgeberin automatisch an eine Verwaltungstätigkeit. Aber die Landeshauptstadt hat auch einen Stadtwald und ein eigenes Weingut.“ So würden in der Kommune nicht nur Verwaltungsfachangestellte arbeiten und ausgebildet, sondern auch Förster und Winzer. „Insgesamt kann man im öffentlichen Dienst aus über 100 Berufen wählen.“ Darunter sind auch zahlreiche duale Studiengänge wie etwa Public Management oder Wirtschaftsinformatik.

Landeshauptstadt Stuttgart

Nicht so stark im Bewusstsein ist, dass viele Kulturinstitutionen ebenfalls öffentliche Einrichtungen sind. Bibliotheken gehören genauso dazu wie staatliche Museen und Theater. Auch im Bereich Kultur wird die große Vielfalt an Berufen sichtbar: von Bibliothekaren über Beleuchter bis hin zu Schauspielern und Musikern.

Bekannt ist dagegen, dass Kommunen Krankenhäuser, Pflegeheime und Kitas betreiben. Deshalb bilden sie etwa Altenpfleger, Krankenpfleger, Erzieher und medizinisch-technische Assistenten aus und suchen auch dringend Personal in diesen Bereichen.

Der Zoll gehört wie das Finanzamt zum Bereich Finanzen und bietet eine spezielle Zollausbildung an. In dieser Behörde ist zum Beispiel auch ein duales Studium in Verwaltungsinformatik möglich. Dass Schulen – außer Privatschulen – Teil des öffentlichen Dienstes sind, liegt auf der Hand. Das gilt ebenfalls für Berufsschulen. Auch sehr viele Hochschulen sind staatliche Einrichtungen. Kühn: „Diese beschäftigen nicht nur Wissenschaftler und bilden Studierende aus. Dort werden auch Kaufleute für Büromanagement und Handwerker ausgebildet. So kann man zum Beispiel an der Universität Stuttgart eine Ausbildung zum Tischler oder Chemielaboranten machen.“

ARBEITSPLATZSICHERHEIT

Zu den bekannten Einrichtungen gehören die Feuerwehr und die Polizei. „Schulabgänger und -abgängerinnen können ihre Laufbahn sowohl bei der Landespolizei als auch bei der Bundespolizei starten.“ Nicht zu vergessen ist die Justiz mit ihren Gerichten und Staatsanwaltschaften der verschiedenen Instanzen sowie der Justizvollzug. „Oft gibt es auf Landes- und Bundesebene eine doppelte Behördenstruktur. Das gilt nicht nur für die Polizei, sondern zum Beispiel auch für Ministerien“, erläutert Kühn. Und dort gibt es Institutionen, die Laufbahnen anbieten, die bei Kommunen oder dem eigenen Bundesland nicht möglich sind. So etwa das Auswärtige Amt, das Diplomaten in alle Welt schickt.

Einer der größten Arbeitgeber des Bundes ist die Bundesagentur für Arbeit. Sie beschäftigt zum Beispiel Arbeitsmarktmanager, Beratungsfachkräfte sowie Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen, aber auch IT-ler.

Durch die Corona-Krise steigt das Interesse am Öffentlichen Dienst. Behörden und staatliche Einrichtungen wie etwa die Gesundheitsämter oder das Robert-Koch-Institut in Berlin erleben große Aufmerksamkeit. Das hat auch Auswirkungen auf die Berufswahl. Viele werden sich nun der Vorteile bewusst, die eine Beschäftigung beim Staat mit sich bringt. „Ein wichtiges Argument, das in diesem Zusammenhang immer wieder fällt, ist die Arbeitsplatzsicherheit“, sagt Dorothee Beck-Westphal, Beraterin und Coach vom S&B Institut für Berufs- und Lebensgestaltung in Stuttgart. Aber dieses Argument reicht nicht aus, um sich für den Staat als Arbeitgeber zu entscheiden, betont Beck-Westphal. „In erster Linie sollte der Arbeitgeber zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten passen.“ Grundsätzlich bietet eine Beschäftigung bei Behörden aber eine Reihe von Vorteilen. Dazu gehören geregelte Arbeitszeiten, Flexibilität durch Gleitzeit, Frauenförderung sowie durch verschiedenste Teilzeitoptionen eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Anja Schreiber