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Round Table Wealth Management in Stuttgart: Das persönliche Gespräch zählt

Künstliche Intelligenz und Blockchain im Bankenumfeld: Klare Grenzen in der Beratung, mehr Transparenz, Generationenwechsel im Private Banking, Fachkräftemangel, Vertrauen und Werte als Erfolgsbasis

Patrick Deriu, Bankhaus Metzler Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Patrick Deriu, Bankhaus Metzler Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Im zweiten Part des Round Table von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten zum Thema Wealth Management diskutierten Patrick Deriu (Bankhaus Metzler), Markus Heilig, (Bethmann Bank in Stuttgart) und Karlheinz Pitter (Bernhauser Bank eG) über den technologischen Umbruch, den Generationenwechsel im Private Banking, neue Kundenansprüche, die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter und die Zukunft privater Banken.

Beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) herrscht Einigkeit über eine klare Grenze: KI darf unterstützen, aber nicht beraten. Patrick Deriu: „Im direkten Kundenkontakt ist KI für uns kein Thema. Dort bleibt der Mensch im Vordergrund.“ Intern jedoch beschäftige man sich intensiv mit neuen Technologien - auch über KI hinaus.

Neben der Automatisierung von Prozessen spiele vor allem die Blockchain-Technologie eine wachsende Rolle. „Wir haben als traditionelles Institut bereits erste digitale Wertpapiere über Blockchain gehandelt“, so Deriu. Künftig könnten Abwicklung, Sicherheit und Geschwindigkeit im Börsenhandel erheblich profitieren.

Bei der Bethmann Bank sieht man sich in Sachen KI mit vorn dabei. Markus Heilig berichtet, welche Anwendungen im täglichen Doing genutzt werden. „Ein eigenes, geschütztes ChatGPT-System sowie Microsoft Co-Pilot - für Meeting-Zusammenfassungen, Formulierungshilfen, Dokumentation und Vorbereitung.“ Die eigentliche Beratung übernehme weiter der Mensch. „Die Entscheidung am Kunden fällt nicht die KI, aber sie hilft im Hintergrund.“

Klar abgegrenzte Bereiche

Auch Karlheinz Pitter setzt auf Technik in klar abgegrenzten Bereichen. „In Kreditprozessen, Bilanzanalysen und Ratingsystemen arbeiten wir stark mit technischer Unterstützung.“ Doch er warnt: „Nichts ersetzt das persönliche Gespräch. Am Tisch muss immer ein Mensch die Entscheidung treffen, denn es geht um das Vermögen der Kunden.“

Deutlich spürbar ist der Generationenwechsel. Pitter beschreibt den Wandel so: „Wir begleiten seit Jahren Unternehmerfamilien beim Übergang auf die nächste Generation.“ Die junge Generation wünsche vor allem eines: Transparenz. „Heute sehen Kunden sämtliche Transaktionen in der App. Sie wollen mitreden, verstehen, warum etwas gekauft oder gehalten wird, und dem Berater über die Schulter schauen.“

Unternehmen aus der Region

Markus Heilig bestätigt diesen Trend.„Es gibt heute Enkelgenerationen, die noch nie in einer Bankfiliale waren.“ Deshalb müsse sich das Private Banking nicht nur digital öffnen, sondern auch personell verjüngen. „Wir brauchen Beraterinnen und Berater, die diese Generation verstehen.“ Gleichzeitig werde Nachfolgeplanung immer komplexer: Erbfolge, Stiftungen, Nießbrauchmodelle oder philanthropisches Engagement verlangten ganzheitliche Lösungen. „Das ist nicht mehr nur Geldanlage, das ist umfassende Vermögensarchitektur.“

Patrick Deriu sieht vor allem die frühzeitige Einbindung der Next Generationals entscheidend an. „Wir appellieren an unsere Kunden, ihre Kinder rechtzeitig mit an den Tisch zu holen - nicht erst beim Erbfall.“ Vertrauen entstehe über Jahre. „Es geht nicht um das schnelle Geschäft, sondern um Beziehung über Generationen hinweg.“

Dieser Anspruch an persönliche Begleitung verschärft zugleich den Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter. Deriu nennt die Suche nach passenden Beratern „die Suche nach der Nadel im Heuhaufen“. Rekrutiert werde über Netzwerke, Headhunter und direkte Ansprache - ausschlaggebend bleibe stets das persönliche Gespräch.

Karlheinz Pitter sieht für sein Haus im Landkreis Esslingen einen Standortvorteil: „Wir sind regional stark verwurzelt.“ Doch entscheidender als jeder Standort sei aus seiner Sicht die Führung. „Gute Berater suchen sich ihre Chefs aus.“ Vertrauen, Authentizität und Leadership seien die wahren Magneten. Die Bernhauser Bank bilde deshalb bewusst selbst aus und setze stark auf Nachwuchsförderung.

Differenzierung im Wettbewerb

Im Wettbewerb differenzieren sich die Häuser vor allem über Werte. Für Patrick Deriu liegt der Kern im familiengeführten Geschäftsmodell: „Wer möchte, spricht bei uns mit den Eigentümern.“ Werte, Reputation und Beständigkeit seien das eigentliche Alleinstellungsmerkmal - nicht einzelne Produkte, da sich die Markteinschätzungen oft ähnelten. Markus Heilig verweist auf die DNA der Bethmann Bank als traditionsreiche Wertpapierbank. „Unsere Affinität zu Kapitalmärkten und unternehmerischem Denken ist historisch gewachsen.“ Gleichzeitig müsse Tradition immer wieder modern interpretiert werden. Ein klares Unterscheidungsmerkmal sei für ihn: „Wir kennen jeden Kunden persönlich.“ 

Pitter bringt die gemeinsame Linie auf den Punkt: „Es ist immer die Kombination aus Beständigkeit und Innovation, die uns unterscheidet.“ Neben klassischer Beratung gewinnen Netzwerke und persönliche Begegnungen an Bedeutung. Patrick Deriu spricht vom „Metzlern“ - gehobener Beziehungspflege. „Wir bringen Unternehmer zusammen bei Konzerten, Abendessen oder kulturellen Veranstaltungen.“ Markus Heilig sieht die Rolle der Bank als „Kümmerer“ und „Lotse“ durch eine komplexe Welt. Karlheinz Pitter ergänzt: „Vertrauen wächst nicht am Bildschirm, sondern durch gemeinsame Erlebnisse.“

Beim Thema Club Deals zeigen sich alle drei zurückhaltend. Heilig: „Unsere Produkte stehen grundsätzlich allen geeigneten Kunden offen.“ Es gehe um fachliche Eignung, nicht um Exklusivität. Und Deriu unterstreicht: „Wir haben keine Hinterzimmer-Deals.“ Transparenz sei oberstes Gebot. Pitter sagt: „Unsere Kunden vernetzen sich untereinander - wir begleiten strukturell.“

Der Blick in die Zukunft fällt klar aus, und man ist sich einig. Patrick Deriu erwartet anspruchsvollere und besser informierte Kunden in allen Altersgruppen. „Die Vermögensverwaltung wird sich im Kern nicht verändern, Transparenz und Qualität bleiben entscheidend.“ Markus Heilig sieht einen weiter wachsenden, aber hart umkämpften Markt mit zunehmender Konsolidierung. Karlheinz Pitter formuliert ein klares Bekenntnis zum Menschen: „Technik wird jeder können. Aber Vertrauen, Verbindlichkeit und Nähe - das kann nicht jeder.“

Und wie lautet das Fazit?, will der Moderator wissen. Digitalisierung, KI und Blockchain verändern Prozesse, beschleunigen Abläufe und erhöhen Transparenz.

Doch das Herz des Private Banking bleibt analog. Vertrauen, Persönlichkeit, Werte und generationenübergreifende Beziehungen entscheiden über langfristigen Erfolg. Ingo Dalcolmo


Bankhaus Metzler

Kern von Metzler ist das Frankfurter Bankhaus B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA, die mit über 350 Jahren älteste deutsche Privatbank im ununterbrochenen Familienbesitz. Metzler konzentriert sich bewusst auf individuelle Kapitalmarktdienstleistungen für Institutionen und anspruchsvolle Privatkunden in den Kerngeschäftsfeldern Asset Management, Capital Markets, Corporate Finance und Private Banking. Das Metzler Private Banking umfasst die Vermögensverwaltung sowie die Strukturierung und das Controlling für große Vermögen von Unternehmern oder -familien, Stiftungen und Privatpersonen. 

Die Unabhängigkeit im Private Banking zeigt sich darin, dass auf die Entwicklung und den Verkauf eigener Produkte verzichtet wird. Vielmehr basieren die Anlageentscheidungen auf einem transparenten und strukturierten Investmentprozess. Die Maxime lautet, das Vermögen des Kunden so zu investieren, dass er auch im Krisenfall handlungsfähig bleibt. Metzler Private Banking hat Standorte in Frankfurt am Main, in Berlin, in Hamburg, im Raum Köln/Düsseldorf, in München und in Stuttgart. www.metzler.com


Bethmann Bank

Der Name Bethmann steht für echtes Private Banking. Die Bank bietet maßgeschneiderte Lösungen für ihre Kunden und legt großen Wert auf Transparenz sowie einen individuellen Beratungsprozess.

Als Teil der niederländischen ABN AMRO Bank fokussiert sich die Bank auf vermögende Privatkunden, Familienunternehmen, Stiftungen und institutionelle Kapitalanleger.

In Deutschland sieht sich die Bethmann Bank als einer der führenden Anbieter im Wealth Management. Heute ist die Bank mit 13 Standorten in allen wichtigen Wirtschaftsregionen Deutschlands vertreten, so auch seit langer Zeit mit einer wichtigen Niederlassung in Stuttgart.

Mit dem Zusammenschluss mit der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG profitieren unsere Kundinnen und Kunden von einem erweiterten Leistungsangebot und einer noch höheren Präsenz vor Ort. www.bethmannbank.de


Bernhauser Bank eG

Die Bernhauser Bank eG ist eine traditionsreiche Genossenschaftsbank mit Sitz in Filderstadt-Bernhausen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1908 hat sie sich zu einer modernen Bank mit starker regionaler Verwurzelung entwickelt. Heute zählt sie über 6.000 Mitglieder, die als Eigentümer am Erfolg und an wichtigen Entscheidungen beteiligt sind. Mit rund 60 Mitarbeitenden sowie mehreren Auszubildenden und Studierenden betreibt die Bank die Hauptstelle Filderstadt-Bernhausen und eine Zweigniederlassung in Ostfildern-Scharnhausen. 

Die Bilanzsumme beläuft sich auf rund 625 Mio. Euro, während das Kunden- und Geschäftsvolumen 1,2 Mrd. Euro erreicht. Das Angebot umfasst Privat- und Geschäftskonten, Kredite, Immobilienfinanzierungen sowie Versicherungsprodukte. Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Private Banking: Hier entwickeln erfahrene Experten individuelle Strategien für Vermögensanlagen - abgestimmt auf persönliche Ziele und eine nachhaltige Wertentwicklung. Begegnungen auf Augenhöhe mit Wertschätzung und Empathie prägen das Handeln der Bernhauser Bank eG seit über einem Jahrhundert. www.bernhauser-bank.de 


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