In Stuttgarter Haushalten werden jeden Tag Lebensmittel weggeworfen. Das liegt an schlechter Planung, Fehleinkäufen oder Obst, Gemüse, Konserven und andere Leckereien werden schlicht im Kühlschrank oder in Vorratsregalen vergessen.

In ganz Deutschland landen so jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen Lebensmittel, die andere dringend nötig hätten und über die sie sich freuen würden, im Müll. Um das zu verhindern, gibt es in Stuttgart die Aktion „Gib mir noch 'ne Chance! Aktiv gegen Food Waste“. Ziel ist, im Stadtgebiet möglichst viele sogenannte Fairteiler zu schaffen. Das sind öffentliche Orte, „um Lebensmittel zu retten, die noch genießbar sind“, beschreibt die Stadt das Projekt. Jeder kann dort solche Lebensmittel hinbringen und andere auch kostenlos von dort mitnehmen. Vor zwei Wochen hat jetzt auch in Stuttgart-Wangen ein solcher Fairteiler eröffnet.
Die Initiative dafür haben Sarah Eder und ihr Mann Helge Gumpert ergriffen. Sie haben eine Stellfläche an ihrem Haus, Kemptener Straße 16G, mitten in Stuttgart-Wangen dafür freigegeben und den neuen Fairteiler am Martinstag zusammen mit rund einem Dutzend Interessierter mit Feuerschale, Glühwein, Sekt und fairen Knabbereien aus dem Wangener Weltladen eröffnet. Dabei waren auch die stellvertretende Bezirksvorsteherin Renate Markgraf und Sabine Weick von der Stabsstelle Klimaschutz der Stadt Stuttgart. Sie koordiniert dort den Bereich klimafreundliche Ernährung und damit auch die Fairteiler. Die Stadt unterstützt die Einrichtung solcher Fairteiler mit einem neuen Förderprogramm, zum einen durch Beratung, zum anderen auch finanziell mit bis zu 3500 Euro. Lebensmittelrettung ist gleichzeitig auch aktiver Schutz des Klimas, weil dadurch der Ausstoß des das Klima schädigenden CO₂ reduziert wird und so jeder ganz einfach einen Beitrag dazu leisten kann. Deswegen ist das Programm bei der Stadt auch im Bereich Klimaschutz angesiedelt. Der Wangener Fairteiler ist von Montag bis Freitag von 16 bis 21 Uhr geöffnet. Die genauen Regeln und Hinweise dafür hängen vor Ort aus. Über eine WhatsApp-Gruppe kann man sich darüber informieren, welche Lebensmittel im Fairteiler bereit liegen. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die sich die Schließ- und Reinigungsdienste teilen, sind auch schon gefunden.
Informationen über das Förderprogramm der Stadt sind im Internet zu finden unter www.jetztklimachen.stuttgart.de/fairteiler. Auf einer interaktiven Karte werden dort alle Fairteiler im Stadtgebiet angezeigt.
Von Jürgen Brand