Ein Café, das von 10 bis 17 Uhr offen hat und in dem sich junge und alte Wangener treffen, Familien mit Kindern, alle Konfessionen, alle Herkünfte. Wo es ein kleines Frühstück gibt, über den Tag auch kleine Snacks, Suppen, Salate, natürlich zu einem bezahlbaren Preis. Das alles organisiert und gestemmt von wenigen Hauptund vielen Ehrenamtlichen, die backen und sich um den Service kümmern und so ihren Beitrag zum sozialen Zusammenhalt im Stadtbezirk leisten. So in etwa könnte sich die Wangenerin Patricia Sperrle einen offenen Kaffeetreff in der Begegnungsstätte der evangelischen Kirchengemeinde vorstellen. Aber bis es so weit ist in der Ulmer Straße 347, also hoffentlich im kommenden Jahr, muss noch einiges passieren.
Die Wangener Begegnungsstätte und das FiZ (Familie im Zentrum e.V.) haben sich schon im vergangenen Jahr auf den Weg gemacht, eine Begegnungsstätte PLUS zu werden. Dafür hatte das Team um die Begegnungsstätten-Leiterin Jacqueline Laschczok schon im vergangenen Jahr neue, generationenübergreifende Angebote entwickelt und zum Teil auch schon verwirklicht. Die erfolgreiche Reihe “Kultur am Abend“ ist ein Beispiel dafür. Das Programm mit Stadtteilspaziergängen, Kabarett, dem Besuch eines Imkers, sogar ein Kettensägenkünstler war schon zu Gast, ist beliebt und immer gut besucht.
Aber das sind nur erste Schritte in Richtung zum PLUS, das im kommenden Jahr Realität werden könnte, sofern der Gemeinderat mitspielt. Neue Konzepte in idealerweise auch entsprechend neu gestalteten Räumen kosten Geld, deswegen haben die Begegnungsstätte und das FiZ jetzt ihre dafür erforderlichen Anträge für den nächsten Doppelhaushalt gestellt. Erst vor wenigen Tagen haben die Verantwortlichen diese Anträge im Bezirksbeirat Wangen vorgestellt und erläutert.
Der eingangs beschriebene Kaffeetreff könnte ein Herzstück des neuen PLUS-Konzepts an der Ulmer Straße werden. Dafür müsste aber der Innenraum modernisiert werden, beispielsweise durch schallschluckende Elemente, damit die Atmosphäre drinnen noch angenehmer wird. Einen neuen Anstrich können Wände und Decken auch vertragen. Ein Teil der Küche ist schon erneuert, dort gibt es jetzt Dampfgarer, Induktionsherd und mehr, aber ein paar Dinge fehlen auch noch. Voraussetzung für all das ist, dass eine Mehrheit im Gemeinderat den Anträgen für den Doppelhaushalt im Herbst zustimmt.
Und dann braucht es natürlich vor allem die Menschen, die so ein Angebot mit Leben füllen. Patricia Sperrle ist Mitglied des Kirchengemeinderats, engagiert sich im Programmausschuss, hat selbst ein kleines Cateringunternehmen und sich im Weiterentwicklungsteam für die Begegnungsstätte intensiv mit dem Thema beschäftigt. “Ich steh da total dahinter“, sagt sie beim schon bestehenden monatlichen “Café unter der Kastanie“ lachend. In Gedanken sei sie schon 60 Wangenerinnen und Wangener durchgegangen und habe überlegt, ob die vielleicht mitmachen würden. Wenn nur zehn sich damit anfreunden und ehrenamtlich helfen würden, könnte es klappen, schätzt sie. Einige hat sie auch schon persönlich angesprochen, eine Bekannte aus Hedelfingen hat bereits das erste Mal beim bestehenden Café-Nachmittag mitgeholfen. Patricia Sperrle kann sich ein kleines Backteam vorstellen, das immer für eine Woche Kuchen & Co. für den Kaffeetreff backt, andere könnten sich um die Küche kümmern, wieder andere um den Service. Grundvoraussetzung: “Es muss für die Ehrenamtlichen machbar sein.“
Auf www.wangen-evangelisch.de der evangelischen Kirchengemeinde ist immer das aktuelle Programm der Begegnungsstätte zu finden, auch das im August und über die Sommerferien hinweg. Jürgen Brand