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Für die Zukunft...

BAUEN + ENERGIE: Wenn wir heute nachhaltig handeln, spricht man auch von enkelgerechtem Leben. Auch beim Hausbau: Das Eigenheim ist dann nicht nur für uns, sondern für Generationen ein Zuhause.

Für die Zukunft...

Wer sein Eigenheim heute plant, sollte dabei auch an künftige Generationen denken und in die Nachhaltigkeit investieren. Foto: Jenny Sturm-stock.adobe.com

Manchmal ist Veronika Kammerer sprachlos. Da gibt es einen alten Bauernhof, der sehr gut um- und ausgebaut werden könnte. Aber die Bauherren wollen ihn abreißen und stattdessen ein neues Einfamilienhaus errichten. „Es wird wahnsinnig viel kaputt gemacht, statt mit dem zu arbeiten, was bereits vorhanden ist“, sagt die Architektin und Innenarchitektin aus Altötting (Bayern). 

Sie spricht damit ein zentrales Thema enkelgerechten Bauens an. Damit ist nicht gemeint, dem Nachwuchs viel Platz zum Spielen einzuräumen. Es geht vielmehr darum, beim Um- oder Neubau eines Gebäudes deren Zukunft im Blick zu haben. Gebäude werden so gestaltet und ausgestattet, dass auch noch die Enkel eines Tages lange gut darin wohnen könnten. Und überhaupt, dass unsere Welt für sie erhalten bleibt. 

Was schont Ressourcen?

Daher wird enkelgerecht auf eine Weise gebaut oder saniert, die Energie spart und auch andere Ressourcen schont. Das betrifft zum einen das spätere Leben im Haus: Welche Heizanlage wird genutzt, kann man selbst zur Stromversorgung des eigenen Haushalts oder gar der ganzen Stadt beitragen? Zum anderen aber auch, wie man Bestehendes erhalten kann, indem man etwa alte Gebäude umbaut und energetisch saniert. 

Und es gilt gut abzuwägen, was in dem Altbau wirklich erneuert werden sollte. Ein Beispiel dafür gibt die Architektin Veronika Kammerer. Sie möchte bei der Sanierung eines Gebäudekomplexes mit 150 Wohnungen in München den Bauherrn davon überzeugen, die Fensterrahmen aus Teakholz zu erhalten. 

Er möchte neue aus Kunststoff einbauen. „Dabei müsste man die Holzfenster nur etwas aufarbeiten. Manche von ihnen klemmen, bei anderen hat die Dichtung gelitten“, sagt Kammerer. Zudem seien selbst dreifachverglaste Fenster mit Kunststoffrahmen nicht immer gut: Sie passen nicht zu jedem Mauerwerk und können gerade durch ihre hohe Isolierung zu Schimmelbildung führen. 

Gesucht: Ideen, Beton zu ersetzen

An anderer Stelle hinterfragt man beim enkelgerechten Bauen manche Baustoffe grundsätzlich. Vor allem Beton, wie er aktuell produziert wird. Denn der für seine Herstellung notwendige Sand wird weltweit knapp, sein Bindemittel Zement ist für nahezu jede zehnte ausgestoßene Tonne CO2 verantwortlich.

Intensiv wird nach neuen Rezepturen gesucht, Beton umweltfreundlicher herzustellen. Immerhin: Es gibt bereits erste Ersatzstoffe und Möglichkeiten, Betonbruch alter Gebäude in neuen Häusern zu verwenden. Alternativ rät Sabine Djahanschah, Leiterin des Referats Zukunftsfähiges Bauwesen bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) statt Beton Holz, Ziegel und Lehm zu verbauen. 

Ein weiterer Aspekt beim nachhaltigen Bauen ist die Auswirkung, die die Wahl der Baustoffe auf die Gesundheit der Bewohner hat. So können bestimmte Kunststoffe krebserregend sein. Daher rät Veronika Kammerer, möglichst natürliche Produkte zu verwenden. Zudem sollten die Baustoffe aus der Region kommen – und nicht aus fernen Ländern eingeflogen werden. 

Bausektor muss sich verändern

All diese Maßnahmen werden nicht die Welt retten, aber in großem Maße umgesetzt zu Veränderungen führen. Denn: „Etwa ein Drittel des Energieverbrauchs ist dem Bausektor zuzurechnen“, sagt DBU-Expertin Sabine Djahanschah. „Und über 50 Prozent des Abfallaufkommens.“ Nicht alles können Bauherren selbst angehen und verändern, etwa das Umdenken beim Recycling von Baustoffen. 

So müsste die Bauindustrie schon beim Hausbau dafür sorgen, dass in ferner Zukunft, wenn das Gebäude wieder abgebaut werden muss, alle Teile getrennt voneinander entsorgt oder besser noch wieder verwendet werden können. Aber es gibt auch hier schon einen Anfang: Über Baustoffbörsen können Firmen und auch private Sanierer und Bauherren gut erhaltene alte Baustoffe ver- und einkaufen. 

Und letztlich geht es beim enkelgerechten Bauen um das, was auch im Namen steckt: Die Enkelkinder. Die Zukunft. Wie können wir und die uns nachfolgenden Generationen möglichst lange in unserem Eigenheim leben? 

Bei der Bauplanung vorausdenken

„Viele unserer Kunden achten von Beginn an auf die barrierefreie Gestaltung der Räume“, berichtet etwa Fabian Tews vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF). Sein Tipp: Darauf achten, dass man in einem Haus nachträglich noch Etagen voneinander abtrennen kann, etwa für das Pflegepersonal. Oder um den Enkeln eine Wohnung zu geben. 

Und so beginnt im besten Fall ein Kreislauf: Alte Gebäude werden nicht abgerissen, sondern durch Umbau und Sanierung immer weiter verwertet. Auch Veronika Kammerer konnte die Eigentümer des erwähnten Bauernhofs letztlich überzeugen, den Hof nicht abzureißen. 

Das lag an den Kosten, aber auch an den gestalterischen Möglichkeiten, die es bei fast allen Gebäuden gibt. Bei dem Beispiel wurden ein paar Wände herausgerissen, um die Räume zu vergrößern - so einfach kann es manchmal sein, alte Gebäude attraktiv weiter zu nutzen. Marie-Luise Braun, dpa


Heizsaison startet: Anbieterwechsel prüfen!

BAUEN + ENERGIE: Wer jetzt Tarife vergleicht, kann in der kalten Jahreszeit vielleicht günstiger heizen.

Noch schnell den Vertrag checken, bevor es mit der Heizsaison so richtig losgeht. Das empfiehlt das Ratgeberportal Finanztip vor allem Gas-Kundinnen und Gas-Kunden, die in der Grundversorgung stecken. Denn inzwischen seien weit günstigere Tarife zu haben, mit der eine Familie mehrere hundert Euro sparen könne. 

Laut Finanztip-Untersuchungen liegt der Gaspreis in der Grundversorgung aktuell im Schnitt bei rund 14,3 Cent je Kilowattstunde. Wer ein wenig vergleicht, könne die Kilowattstunde Gas aber auch zu rund 9,2 Cent (jeweils inklusive Grundpreis) beziehen. Zwar zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher - der Preisbremse sei Dank - bis Ende des Jahres höchstens 12 Cent je Kilowattstunde Gas. Doch selbst unter der Annahme, dass die Preisbremse bis ins Frühjahr verlängert wird, könnten Gaskunden, die zügig wechseln, deutlich günstiger heizen. 

Grundversorgung punktet mit kurzer Kündigungsfrist

So hat das Ratgeberportal für eine Beispiel-Familie mit 20 000 Kilowattstunden Jahresverbrauch eine jährliche Ersparnis von fast 900 Euro errechnet. Mit einbezogen hatten die Experten in ihrer Berechnung bereits den voraussichtlichen Wiederanstieg der Mehrwertsteuer, der sich bei höheren Preisen deutlicher bemerkbar machen würde. Der Mehrwertsteuersatz war im Zuge des Gaspreisanstiegs von 19 auf 7 Prozent gesenkt worden, um Bürgerinnen und Bürger zu entlasten. 

In der Grundversorgung beträgt die Kündigungsfrist laut Bundesnetzagentur zwei Wochen. Wer aus einem teureren Sondervertrag wechseln möchte, der nach dem 1. März 2022 geschlossen wurde, kann diesen mit einer Frist von maximal einem Monat kündigen. Bei älteren Sonderverträgen darf die Kündigungsfrist nicht mehr als drei Monate bis zum Ablauf der ursprünglichen oder stillschweigend verlängerten Vertragsdauer betragen. Für den Preisvergleich bieten sich einschlägige Vergleichsportale im Netz an. Aber auch der Austausch mit Nachbarn, der Familie oder Freunden kann sinnvoll sein. Der Grund: Nicht alle Anbieter sind bei den Portalen gelistet. Insbesondere lokale Anbieter fallen dort oft aus dem Vergleich heraus. dpa/tmn


Grüne Dächer: Vorteile für Haus, Bewohner und die Umwelt

BAUEN + ENERGIE: Die Temperaturen müssen runter. Wie wäre es dann mit einer Dachbegrünung?

Wer Dächer begrünt, schafft sogenannte Trittsteinbiotope. In Ortschaften sind viele und oft auch große Flächen versiegelt. Viele Tiere, darunter insbesondere Insekten, können aber keine weiten Entfernungen auf sich nehmen, um von einer größerengrünen Fläche zur nächsten zu gelangen. Begrünte Dächer funktionieren dann wie Trittsteine, die die Abstände verkürzen.

- Überhitzung wird reduziert

„Mit einer Dachbegrünung kommt nicht nur natürliche Abwechslung in die Innenstädte, sondern sie wirkt dem Aufheizen des Klimasin den Sommermonaten entgegen“, erklärt Annika Dobbers, Referentin des Projekts „Mehr Grün am Haus“ der Verbraucherzentrale NRW. Während ein übliches Garagendach bei sonnigem Sommerwettergut 80 Grad Celsius heiß werden kann, sind es mit Begrünung 30 Grad. Mit der niedrigeren Temperatur verringert sich die Gefahr von Hitzeschäden an der Dachkonstruktion - und das Klima innerhalb und außerhalb des Gebäudes verbessert sich. 

- Gute Regenspeicher

„Gleichzeitig ist eine Dachbegrünung stets ein Feinstaubfilter und ein guter Speicher für Regenwasser“, sagt Dobbers. Letztere brauchen wir insbesondere bei Dauer- und Starkregen, um die Belastung der Kanäle und Überflutungen zu verhindern. Bei der Dachbegrünung gibt es zwei Formen: die extensive und die intensive Variante. Die intensive Dachbegrünung erreicht eine Höhe zwischen 25 und 100 Zentimetern. 

Sträucher und Bäume finden hier Raum für ihre Wurzeln, es ist also eine Art Dachgarten, der einen höheren Aufbau erfordert und auch mehr Aufwand bedeutet. Der Dachaufbau der extensiven Begrünung ist nur zwischen acht und 15 Zentimeter hoch – damit lassen sich also auch das Dach eines Fahrradunterstands, einer Mülltonnenbox, eines Briefkastens und eines Vogelhauses bepflanzen. 

Doch welche Pflanzen eignen sich überhaupt für die extensive Begrünung? Grundsätzlich gilt: Sie müssen gut mit dem nährstoffarmen Substrat und mit sommerlicher Trockenheit zurechtkommen. Geeignet sind laut Dobbers etwa polsterförmig wachsende Fetthennen, Thymian und Gräser, genauso wie Heide-Nelke, Dachwurz und Schnittlauch. Damit sich die Pflanzendecke schnell schließt, sollten Dachgärtner diese anfänglich gut gießen. 

- Hilfe bei den Kosten

Eine Dachbegrünung ist mit Aufwand verbunden, auch finanziell. Um Anreize für mehr Gründächer zu schaffen, die dem Klima helfen, haben Bund, Länder und Städte Förderprogramme aufgelegt. So gibt es im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude einen BAFA-Zuschuss für die Dachsanierung mit Gründach. Beim Förderkredit mit Tilgungszuschuss von der KfW für eine Sanierung zum Effizienzhaus (Programm 261) zählt auch ein Dachaufbau mit Dachbegrünung zu den förderfähigen Kosten. Wer mit einem begrünten Dach den Klimaschutz aktiv unterstützen und dafür Förderungerhalten möchte, findet auch bei den öffentlichen Stellen in Kommune und Land detaillierte Informationen zu finanzieller Unterstützung. dpa/tmn

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