Stuttgart lokal

Vaihingen blüht auf: Die schönsten Frühlingsziele vor der Haustür

Der Frühling ist die beste Zeit, um Vaihingen neu zu entdecken - zu Fuß, mit dem Rad oder beim Bummel durch die Fachgeschäfte. Zwischen Rosental und Pfaffenwald kann man Vaihingens Frühling auf wunderbare Art entdecken

Der Frühling hat in Vaihingen seinen eigenen Rhythmus. Er beginnt leise, mit ersten Knospen entlang der Wege, mit Licht, das plötzlich wieder länger bleibt. Und er endet oft damit, dass man sich fragt, warum man eigentlich so lange drinnen war. Denn kaum steigen die Temperaturen, zieht es die Menschen hinaus in die (Rosen-)Täler, auf die (Rohrer) Höhen, in die (Pfaffen-)Wälder und auf (Honig-)Wiesen, die hier oft nur wenige Minuten entfernt liegen.

Wer kennt die Quelle des Nesenbachs?

Wer kennt zum Beispiel die Quelle des Nesenbachs, die in den ehemaligen Honigwiesen liegt, dem heutigen Gebiet Lauchäcker? Hier sagt ein Schild der Ort der Nesenbachquelle an und erzählt Interessierten die Geschichte des Nesenbaches. Ein unscheinbarer Ort, aber einer mit Bedeutung. Hier beginnt der berühmte Nesenbach, der später durch ganz Stuttgart bis in den Neckar fließt. Im Frühling, wenn das Wasser klar ist und die Wiesen leuchten, entfaltet dieser Platz eine stille Wirkung. Es führt dort ein etwa zwei Kilomenter langer Weg, entlang einem des ursprünglichen Verlaufs nachempfunden Versickerungsgrabens, bis zur Heerstraße. Der angelegte Graben erweckt den Eindruck eines ausgetrockneten Flussbetts. Der eigentliche Nesenbach verläuft seit langem unsichtbar in unterirdischen Rohren. War er ursprünglich nicht mehr als ein Abwasserkanal versucht Stuttgart seit einiger Zeit, seinen Nesenbach an ausgewählten Stellen - zum Beispiel am Südheimer Platz - wieder an die Oberfläche zu bekommen. 

Unternehmen aus der Region

Ein Klassiker und vielen Vaihingern als Naherholungsgebiet wohl bekannt - ist das Rosental. Wer hier unterwegs ist, spürt schnell, warum es zu den beliebtesten Naherholungsgebieten gehört. Sanfte Wege, viel Grün und diese besondere Ruhe, die nur einen Steinwurf vom Alltag entfernt liegt. Jogger, Familien, Spaziergänger - sie alle teilen sich den Raum, ohne dass es eng wird. Das Rosental ist kein spektakulärer Ort. Aber genau das macht seinen Reiz aus.

Am Eingang des Rosentals, danach benannt, liegt das Freibad Rosental. Noch ist es ruhig, doch mit Beginn der Saison Anfang/Mitte Mai wird es zum Treffpunkt für Wasserratten und alle, die Abkühlung suchen. Meist öffnet das Bad im Mai seine Tore. Dann füllen sich die Liegewiesen, Kinder rennen zur Rutsche, und die ersten heißen Tage bekommen plötzlich ein Ziel. Wer an einem warmen Sonnentag früh kommt, hat es noch ruhig - wer später kommt, gehört schon mittendrin dazu. Besonders attraktiv auf dem Freibadgelände ist der alte Baumbestand und das riesige Liegewiesen-Gelände. Daneben besticht das Bad mit einer Wasserrutsche, Sprudelliegen, Sprungbretter, Beachvolleyball-Felder und einem eigenen FKK-Bereich. 

Unternehmen aus der Region

Naturerleben: Von Pfaffenwald bis Dachswald

Hinter der Universität beginnt mit dem Pfaffenwald eines der schönsten Waldgebiete der Umgebung. Breite Wege führen durch alten Baumbestand, schmale Pfade zweigen ab und laden zum Entdecken ein. Gerade im Frühling, wenn das Licht durch die frischen Blätter fällt, entsteht eine fast ruhige, helle Atmosphäre. Wer hier unterwegs ist, merkt schnell, wie nah die Natur sein kann. Das Bärenschlössle und die Bärenseen - zwei der beliebtesten Stuttgarter Ausflugsziele überhaupt - sind schnell erreicht und für ausdauernde Spaziergänger ist auch das Schloss Solitude dann nicht mehr außer Reichweite. Ideal auch als erreichbares Ziel für Ausflugs-Radler und -Wanderer. 

Unternehmen aus der Region

Weniger bekannt, dafür umso stiller, ist der Dachswald. Ein Ziel für alle, die bewusst Abstand suchen. Hier geht es nicht um Aussicht, sondern um das Unterwegssein selbst. Schritt für Schritt, ohne Eile. 

Auch rund um die Universität selbst lohnt sich ein Spaziergang. Zwischen moderner Architektur und großzügigen Grünflächen entstehen Wege, die fast wie gemacht sind für eine kurze Auszeit zwischendurch.

Wasser, Wiesen, Weitblick: Die schönsten Wege im Frühling

Ein Stück weiter beginnt Büsnau. Ein Ort, der oft unterschätzt wird. Dabei führt schon der Weg dorthin durch Streuobstwiesen, die im Frühling in voller Blüte stehen. Wer weitergeht, erreicht das Naturfreundehaus Büsnau. Es ist ein beliebter Anlaufpunkt für Wanderer und bietet einfache Gastronomie genau richtig für eine Pause ohne Umwege. 

Wer den Weg fortsetzt, kommt ins Mahdental. Hier öffnet sich die Landschaft. Wasserflächen, weite Wiesen, ruhige Wege - ein Ort, der entschleunigt, ohne viel Aufhebens zu machen.

Nesenbach-Quelle in den Honigwiesen. Foto: z
Nesenbach-Quelle in den Honigwiesen. Foto: z

Hoch hinaus: Rohrer Höhe und versteckte Ausblicke

Wer höher hinaus will, steuert die Rohrer Höhe an, bzw. begiebt sich auf den steilen Weg hoch zur Rohrer Höhe. Der Weg dorthin ist schon Teil des Erlebnisses. Oben angekommen, öffnet sich der Blick über die Fildern. Doch auch die kleinen Abzweigungen dorthin lohnen sich. Immer wieder tun sich neue Perspektiven auf, oft überraschend, oft ganz still. 

Zwischen Vaihingen und Möhringen führen zudem Wege durch alte Streuobstwiesen. Gerade zur Blütezeit entsteht hier ein Bild, das fast unwirklich wirkt - weiß und rosa, soweit das Auge reicht.

Einkehren und genießen: Katzenbacher Hof und kleine Pausen

Ein beliebtes Ziel bleibt der Katzenbacher Hof. Mit den ersten warmen Tagen öffnet in der Regel auch der Außenbereich. Dann sitzen hier Spaziergänger und Radfahrer, trinken etwas, bleiben länger als geplant. Der Hof liegt ruhig, fast abgeschieden - und ist doch schnell erreichbar. 

Auch kleine Radtouren lassen sich von Vaihingen aus ideal starten. Ob durch das Rosental, Richtung Büsnau oder hinauf auf die Höhen - es sind keine großen Strecken nötig. Schon wenige Kilometer reichen, um draußen zu sein. 

Wer es etwas strukturierter mag, kann sich an Abschnitten des Schwabenwegs orientieren, der durch die Region führt. Ein Weg mit Geschichte und gleichzeitig eine Einladung, einfach loszugehen. 

Und genau hier schließt sich der Kreis. Denn der Frühling in Vaihingen endet nicht draußen. Er führt zurück in die Straßen, auf den Markt, in die Läden. Wer unterwegs war, hat Lust auf einen Kaffee, auf ein gutes Gespräch, auf einen Einkauf, der mehr ist als nur ein Griffins Regal. 

Die Vaihinger Fachgeschäfte leben von dieser Verbindung. Sie sind Teil des Viertels, Teil des Alltags und im Frühling vielleicht noch ein bisschen mehr. Wer hier einkauft, stärkt nicht nur den lokalen Handel, sondern auch das, was Vaihingen ausmacht: Nähe, Qualität, Persönlichkeit.

Von Christian Günther


View is not found