Die Arbeiten an einer Machbarkeitsstudie für eine Bundesgartenschau 2043 mit den Partnern Esslingen, Stuttgart, Ludwigsburg und dem Verband Region Stuttgart laufen. Auf die bundesweite Ausschreibung der Studie hatten sich neun Büros und Planungsteams beworben. Fünf davon waren zu einer vertieften Präsentation ihrer Konzepte eingeladen worden. Die Jury entschied sich für das Team bestehend aus Köber Landschaftsarchitektur, asp Architekten GmbH, Geitz und Partner GbR und Agency Apero GbR.
Die Projektleitung für das Gartenschauprojekt liegt bei Dr. Christine Baumgärtner vom Verband Region Stuttgart (VRS). Die Architektin und Stadtplanerin ist die Schnittstelle zur Steuerungsgruppe mit den Oberbürgermeistern der drei beteiligten Städte und Ansprechpartnerin für die Bundesgartenschau-Gesellschaft. Bei ihr laufen alle Fäden zusammen.
Der Bewerbungsprozess ist in mehrere Phasen unterteilt. Die Machbarkeitsstudie, also die Grundlage für die eigentliche Bewerbung, wird in zwei Schritten erarbeitet. Ein erstes Kick-off-Treffen der Projektgruppe unter Leitung von Christine Baumgärtner gab es bereits, am vergangenen Dienstag kam die Gruppe erneut zusammen. Noch bis Anfang 2027 geht es darum, grundsätzlich zu prüfen, ob eine solche interkommunale Bundesgartenschau hier überhaupt machbar, vor allem auch in Zeiten knapper Kassen finanzierbar ist. Hier werden alle möglichen Beteiligten und Interessenvertreter eingebunden.
Dazu gehören mit Blick auf Stuttgart beispielsweise Mercedes-Benz, dessen Werke sich entlang des Neckars erstrecken, die EnBW mit ihren riesigen zum Teil brachliegenden Arealen im Bereich Stuttgart-Ost, die Deutsche Bahn und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stuttgart, schließlich ist der Neckar eine Bundeswasserstraße. Die Neckarstadtbezirke werden auch gehört.
Zur Erinnerung: Vor gut zwei Jahren war von Hedelfingen aus eine Initiative gestartet worden, in den oberen Neckarvororten eine Landesgartenschau anzustreben. Wesentliche Teile davon sollten die Weinbergflächen von Rohracker bis Hedelfingen und die ganze Wangener Höhe sowie das Hafengebiet sein. Um Eindrücke zu sammeln, war eine privat organisierte Delegation vor zwei Jahren zur Landesgartenschau nach Wangen im Allgäu gefahren. Mit der Entscheidung, eine interkommunale Bundesgartenschau anzupeilen, wurden die Landesgartenschau-Ideen erst einmal gestoppt.
Sie sollen aber, so die Projektleiterin, von den beteiligten Stadtbezirken in dieser ersten Phase eingebracht werden können.
Ein entscheidender Punkt bis Anfang 2027 dürfte werden, inwieweit alle möglichen Akteure, vom Großkonzern über Landesunternehmen bis etwa zu Sport- oder Kulturvereinen dafür gewonnen werden können, nicht nur Ideen zu liefern, sondern selbst aktiv und bestenfalls sogar Investoren zu werden. Ein Anreiz dafür werden wohl Fördermittel sein, die im Falle einer erfolgreichen Buga-Bewerbung winken.

Wie begrenzt die Mittel sind, war schon bei der Ausschreibung für die Machbarkeitsstudie zu erkennen. Die vier Partner haben dafür 200 000 Euro zur Verfügung gestellt, nicht unbedingt viel für eine so große Studie. Auch deswegen gibt es einen zweistufigen Entwicklungsprozess. Wenn das Planungsteam bis dahin überzeugende und vor allem perspektivisch finanzierbare Vorschläge für eine Bundesgartenschau vorlegt, müssen die politischen Gremien der vier Partner entscheiden, ob der Bewerbungsweg weiter verfolgt wird.
Wenn sie sich dagegen entscheiden, ist Anfang 2027 Schluss mit den Buga-Träumen. Geben alle ihr Ok, steigen die Planer tiefer in ihre bis dahin gewonnenen Erkenntnisse ein. Erst dann wird eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit gestartet, wird ein Kommunikations- und Nachhaltigkeitskonzept erarbeitet. Klappt alles, soll die fertige Machbarkeitsstudie Ende 2027 oder Anfang 2028 der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft übergeben werden. Stimmt diese zu, kann eine GmbH für die Bundesgartenschau 2043 gegründet werden.
Von Jürgen Brand