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14. Nachtumzug in Mühlhausen: Fasnet mit Blitz und Donner

Nächtliches Spektakel am 28. Februar ab 19:11 Uhr: 20 Jahre legendäre Geschichte, schaurige Masken und unheimliche Figuren im Fackelschein

14. Nachtumzug in Mühlhausen: Fasnet mit Blitz und Donner

Ein Teil der Narrenzunft der Donner-Hexen Mühlhausen: der stellvertretender Zunftmeister Pascal Appl (Donner-Hexe), Zunftmeister Paul Benthin (Donner-Zarken) und die Gardechefin Niki Heinrich (v.l.n.r.). Foto: Eva Herschmann

Der Donner-Zarken ist der Anführer einer ziemlich wilden Horde, die seit 20 Jahren zur Fasnetszeit in das beschauliche Mühlhausen am Neckar einfällt. Vom 6. Januar bis zum Aschermittwoch ist die Hoch-Zeit der 1. Narrenzunft Donner-Hexen 2005 Stuttgart-Mühlhausen. Angeführt vom grausigen Donner-Zarken treiben die nicht weniger schaurigen Donner-Teufel, die Donner-Hexen und Donner-Grollen nun wieder Schabernack. Alljährlicher Höhepunkt ist der närrische Nachtumzug durch die Straßen und Gassen von Mühlhausen, der nun bereits zum 14. Mal stattfindet. Am Freitag, 28. Februar, werden ab 19.11 Uhr 70 Gruppen von Vereinen aus nah und fern im Fackel- und Feuerschein die Fasnet zelebrieren.

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Bald erschallt wieder der Narrenruf „Donnerbesen - Lass es krachen“ durch die Nacht. Am Faschingsdienstag könne jeder einen Umzug machen, sagt Paul Benthin augenzwinkernd.„Wir wollten etwas Besonderes haben, deshalb sind wir am Faschingsfreitag, wenn sonst nicht viel los ist, und in der Dunkelheit unterwegs“, erklärt der Initiator und Zunftmeister der Donner-Hexen. Er schlüpft zur Fasnet in die Rolle des Donner-Zarken, der Symbolfigur der Narrenzunft von Mühlhausen, dessen Häs zweigeteilt ist. Auf der einen Seite trägt er ein graues Fell, die andere Seite symbolisiert die Burgmauern, hinter denen er lange gefangen war.

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Zunftmeister Paul Benthin mit der DonnerZarken-Maske. eha
Zunftmeister Paul Benthin mit der DonnerZarken-Maske. eha

Im Donner-Hexen-Tanz wird die Geschichte des Donner-Zarken erzählt, der an Eisenketten gefesselt ein elendes Dasein in den Katakombender Biberbergruine fristete. Kurz vor seinem Tod in einer Gewitternacht sammelte das Wesen seine letzten Kräfte und flehte den Himmel an, seine Einsamkeit zu beenden. Prompt folgten einem Donnerschlag fünf Blitze, die nicht nur die Ketten sprengten, sondern auch fünf Donner-Hexen erscheinen ließen, die Schwestern des Donner-Zarken.

Der Donner-Zarken ist der oberste Hüter des Brauchtums in dem Stuttgarter Neckarvorort, in dem die Geschichte der Donner-Hexen ihren Ursprung hat. In der Biberburg, auch Engelburg genannt, oberhalb des Palmschen Schlosses in Mühlhausen, so besagt eine alte, lokale Legende, lebten zur Zeit des deutschen Königs Arnulf die ungleichen Brüder Ericho und Werner, die es liebten, gemeinsam im Nesenbachtal auf die Jagd zu gehen. Eines Nachts, als sie Schutz vor einem Gewitter suchten, trafen sie auf eine grausige Erscheinung. Beim Versuch, das unheimliche und unbeschreibliche Wesen zu töten, traf der Speer von Werner mitten ins Herz seines Bruders Ericho.

Auch den unglücklichen Brudermörder ereilt ein schreckliches Schicksal, denn der Donner-Zarken, die Donner-Teufel, Donne-rHexen und die Donner-Grollen holen ihn zu sich.„Seither wurde kein donnerndes Wesen mehr in Mühlhausen gesehen“, so heißt es in der Sage. Doch das ist natürlich nicht wahr, denn alljährlich zur Fasnetszeit erweckt die Narrenzunft die alte Legende vom Brudermord und Donner-Zargen zum Leben.

Die Figuren der Mühlhäuser Narrenzunft sind der Legende entsprechend - und mit Ausnahme der Donner-Grollen, die mit ihrer Wolken-Larve, dem grauen Häs mit blauen Regentropfen und gelben Blitzen eher harmlos daherkommen - ganz schön gruselig: grau-grüne Masken mit Narben, wülsten, Warzen, schwefelgelben oder glutroten Augenhöhlen, hüftlangem Haar und Furcht einflößenden Hauern, die Piranhas und Krokodilen zu Ehren gereichen. Nicht nur die Masken sind eigenwillig, sagt Paul Benthin.

Beim Nachtumzug wirds schaurig. Foto: z
Beim Nachtumzug wirds schaurig. Foto: z

„Unsere Vereinsfarben Hellblau, Olivgrün und Grau sind auch keine typischen Faschingsfarben.“ Die Häs der Donner-Hexen, die der Zunft ihren Namen gaben, bestehen aus einer hellblauen Bluse, die den Himmel symbolisiert, grauem Rock und Schultertuch, das an jene dunkle Gewitternacht erinnert, und grüner Schürze als Zeichen für den Wald, in dem die Hexen sich gerne aufhalten. Und natürlich haben die Schwestern der Lüfte einen Besen, auf dem sie reiten, einige in Form eines Blitzes. „Und im Gegensatz zu den Donner-Grollen, die bei uns die Lieben sind, sind wir mal gut und mal schlecht gelaunt“, sagt Pascal Appl, stellvertretender Zunftmeister und Donner-Hexe, grinsend.

Anders als die Donner-Hexen mit ihren großen Nasen, die die Form von Blitzen haben und ihren Mündern, aus denen Blut quillt, sind die Garden der Narrenzunft eine angenehme Erscheinung, und außergewöhnlich, sagt Gardechefin und Trainerin der Donner-Fünkle und Donner-Funken Niki Heinrich.„Unsere weiß-blaue Uniform hat verschiedenfarbige Ärmel, das hat sonst fast niemand.“

Auf ein besonderes Ereignis in naher Zukunft darf sich die 1. Narrenzunft DonnerHexen 2005 Stuttgart-Mühlhausen auch freuen. Anlässlich ihres 22-Jahr-Jubiläums sind sie am 16. und 17. Februar 2027 Gastgeber des 44. Landesnarrentreffen des Landesverbands Württembergischer Karnevalsvereine mit rund 5000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Von Eva Herschmann

Veranstaltungen

Freiberg
21. Februar, 15.30 Uhr, „Aus Alt mach Neu-Papierschöpfen für Kinder“, Workshop, Stadtteilbibliothek
23. Februar, 11 Uhr, Katholische Kirchengemeinde St. Laurentius, Kindergottesdienst, Kirche St. Laurentius

Mönchfeld
Arbeitskreis Quartiersentwicklung St. Johannes M.V.
22. Februar, 14 bis 17 Uhr „Spielen, Lachen, Rätseln - gemeinsam machts mehr Spaß!“, Bring dein Lieblingsspiel gerne mit, katholisches Gemeindehaus St. Johannes M.V.
28. Februar, 14 bis 17 Uhr „Narri, narro - Verwandlung mit selbstgemachten Tiermasken“, Wenn du willst, mit einem kleinen Fasnetsumzug auf dem Mönchsteinplatz, katholisches Gemeindehaus St. Johannes M.V.

Katholische Kirchengemeinde St. Johannes M.V.
23. Februar, 18 Uhr „Bach-Klänge“ an der Orgel, Konzert, Kirche St. Johannes M.V.
13. März, 9.30 Uhr, Krabbelgottesdienst, Kirche St. Johannes M.V.
2. März, 9.30 bis 10.30 Uhr, evangelische Kirchengemeinde, Gottesdienst mit Einführung von Altenheimseelsorgerin Gerda Müller, evangelische Kirche

Caritas Stuttgart
4. März, 14.30 bis 15.30 Uhr, „Tu Coro“, beschwingter Nachmittag mit Kastagnetten, Haus St. Ulrich
13. März, 14.30 Uhr„Tibet“, Diavortrag mit Bernd Mantwill, Haus St. Ulrich
16. März, 15 Uhr„Musik am Sonntag“ mit Marc Delpy und Frank Eisele, Haus St. Ulrich
20. März, 14.30 Uhr, „Gemeinsames Singen“ mit Richard Floess, Haus St. Ulrich

Mühlhausen
25. Februar, 18.30 Uhr, Bezirksbeiratssitzung, Bezirksamt
28. Februar, 19.11 Uhr, Narrenzunft Donner-Hexen Mühlhausen, Nachtumzug durch die Straßen und Narrenparty, Turn- und Versammlungshalle
3. März, 13.30 Uhr, Bezirksamt und Narrenzünfte, Rathaussturm, Bezirksamt
7. März, 18 Uhr, katholische Kirchengemeinde St. Johannes M.V., Weltgebetstag, Veitskapelle

Hofen
Hofener Scillamännle
27. Februar, 10.30 Uhr, Schülerbefreiung, Grundschule, 18 Uhr, Hemdglonker Umzug, Treffpunkt Kelterplatz/
1. März, 15 Uhr, Kinderfasching, Grundschule, 19 Uhr, Scillaball, Grundschule/
3. März, 19 Uhr, RoMo-Party, Grundschule/
4. März, 13 Uhr, Fasnetsumzug


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