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Turnhalle wird für 5,2 Millionen Euro saniert

Architekturbüro und Fachplaner beauftragt. Start im Frühjahr 2022.

Die Turn- und Versammlungshalle in Steinhaldenfeld soll im Jahr 2022 saniert werden. Die Stadt ist gerade dabei, die Fachplaner und das Architekturbüro zu beauftragen, um die Vorbereitungen voranzutreiben.
Fotos: Iris Frey

9.12.2020

Seit vielen Jahren wird über die Sanierung der Turn- und Versammlungshalle Steinhaldenfeld gesprochen. Erste Entscheidungen gab es dazu in der jüngsten Zeit. So erklärt Peter Holzer vom Hochbauamt der Stadt Stuttgart, dass im Sommer ein Architekturbüro mit der Planung beauftragt wurde. Kürzlich wurde im Ausschuss für Städtebau die Elektroplanung bewilligt. Das Projekt befinde sich nun in Planung, so Holzer.  

Die Vereine in Steinhaldenfeld hoffen schon seit vielen Jahren auf die Modernisierung, auch die Siedler- und Bürgergemeinschaft Steinhaldenfeld. Deren Vorsitzender Günter Roder hat die Entwicklung der Sanierungsgeschichte genau verfolgt.

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Immer mehr Sanierungspunkte

Zuerst sei es die Küche gewesen, die erneuerungsbedürftig war, dann die Kita, die sich direkt an der Turnhalle befinde. Die Elektrik verlangte eine Erneuerung. Die sanitären Anlagen waren in die Jahre gekommen. Bei der Küche habe man überlegt, ob man sie vergrößere. Auch ein zusätzlicher Gymnastikraum sei gefragt gewesen. Die Außenfassade erwies sich als Problem, das Dach erforderte eine Erneuerung wegen Undichtigkeit. Feuchtigkeit drang ein. Neue Fenster und eine Überholung der Sprechanlage waren im Gespräch. Die Kosten steigerten sich. Immer mehr Erneuerungspunkte kamen hinzu. „Letztendlich wäre mir ein Neubau lieber gewesen“, so Roder.

Er hätte sich vorgestellt, den neuen Baukörper in den Hang hineinzubauen, etwas breiter, länger und höher, damit ein wenig mehr Platz vorhanden ist in allen notwendigen Bereichen. Der Wunsch des Bürgergemeinschaftsvorsitzenden: Wenn die Turn- und Versammlungshalle saniert werde, sollen auch der Sportverein und der Gesangverein davon profitieren. Auch die Kita mit einer Toilette für 78 Kinder solle dabei nicht vergessen werden.

Halle soll barrierefrei werden

Nach Angaben von Holzer sieht die Planung jetzt so aus: Es gehe um eine energetische Fassadensanierung, die Erneuerung des Innenausbaus. Teilweise würden Grundrisse angepasst, um dem veränderten Bedarf der Halle gerecht zu werden. Die Halle solle barrierefrei werden. Das war auch der Helene-Schoettle-Schule stets wichtig. Die Saalküche solle für den Veranstaltungsbetrieb ausgelegt werden. Die Heiztechnik soll erneuert werden. Auch müssen voraussichtlich schadstoffhaltige Ausbaumaterialien entsorgt werden. Baulich soll die Hallensanierung im Frühjahr 2022 starten und Ende 2023 abgeschlossen sein. Eine erste überschlägige Kostenermittlung der Stadt wird auf 5,21 Millionen Euro beziffert.

Angaben zur Kindertagesstätte wurden von der Stadtverwaltung nicht gemacht. Im Jahr 2018 waren noch 3,6 Millionen Euro für die Sanierung der Turn- und Versammlungshalle Steinhaldenfeld veranschlagt worden. Immer wieder hatte Bürgermeisterin Isabell Fezer darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig das Vorhaben in Steinhaldenfeld sei. Von Iris Frey

Vielerlei Erneuerungswünsche im Stadtteil

Bürger wünschen sich attraktiveren Marktplatz. Helene-Schoettle-Schule soll 2022 saniert werden.

Nicht nur die Turn- und Versammlungshalle und die dringende Sanierung sind ein Problem, dessen Lösung sich Vereine und Institutionen in Steinhaldenfeld wünschen. Auch an anderen Stellen im Stadtteil gibt es seit Jahren Verbesserungsbedarf, den sich die Bürger erhoffen. Der Vorsitzende der Bürger- und Siedlergemeinschaft, Günter Roder, hofft, dass sich das neu gewählte Stadtoberhaupt darum kümmert. Nach seiner Beschreibung ist der Marktplatz „noch immer öde“. Seit der Sanierung im Zuge des Ausbaus der Stadtbahnlinie U2 vor vielen Jahren habe sich hier nichts weiter getan. Es habe keine besondere Bepflanzung gegeben, die die Attraktivität der Ortsmitte steigere. Hinzu kommt, dass der Kiosk seit längerer Zeit verwaist, es hat sich noch kein Nachfolger gefunden. Vor Ausbruch der Corona-Pandemie hatte die Süddeutsche Zeitungszentrale, der der Kiosk gehört, signalisiert, dass sie einen Nachfolger suche. Doch derzeit steht das Geschäft noch leer.

Im Jahr 2002 wurde mit der Verlängerung der U2 begonnen, 2005 die neue Stadtbahnhaltestelle eingeweiht und die Verlängerung der Linie U2 über Steinhaldenfeld nach Neugereut gefeiert. Damals hatte die Stadt den Marktplatz gepflastert, doch Bürger sehen weiterhin einen Verbesserungsbedarf für die Gestaltung. Marktplatz ohne Gestaltung Im südlichen Teil vor der Bäckerei wurden die vier Poller entfernt und es parken immer wieder Autos auf dem Marktplatz. Der

Marktplatz werde zwar mittwochs mit

Ständen belebt. Die große Rasenfläche, wird moniert, sei nicht gestaltet. Weder Blumen, noch Sträucher, noch Sitzgelegenheiten. Im südlichen Teil stehen Betonpoller. Auch da gab es schon Vorschläge, Sitzgelegenheiten zu schaffen.

Vor 15 Jahren wurden die Möglichkeiten für Veranstaltungen geschaffen wie Strom- und Wasseranschlüsse. Weitere Weiterentwicklungen habe es nicht gegeben, so die Kritik. Zuletzt hatte Roder dafür plädiert, zu den Problemen in Steinhaldenfeld ein Soziale-Stadt-Programm zu machen. Bislang fehlt eine Rückmeldung aus der Verwaltung, von den Bezirksbeiräten oder Gemeinderäten. Schon seit einieiniger Zeit setzt sich Roder für Mehrgenerationenwohnen ein. Doch bislang ist er hier auch bei den Wohnungsbaugesellschaften nicht weiter gekommen.

Auch bei den Schulen gibt es Bedarf: Die Helene-Schoettle-Schule etwa kämpft seit Jahren um Verbesserungen und Sanierungen. Das Schwimmbecken im Therapiebad benötigte technische Ertüchtigung. Erst dieser Tage war der TÜV da zur Abnahme, wie Schulleiter Andreas Thiemke erklärt. Das Bad sei repariert. Das Hauptgebäude der Schoettle-Schule soll 2022 saniert werden, Elektroleitungen, Vernetzung mit Intranet, Abdichten der Wände und Decken. Die Schoettle-Schule hat bis heute keine W-Lan-Lösung im Schulhaus, kein Internet. „Wir können gerade jetzt zur Pandemie nicht die Schüler, die in Quarantäne sind, zuschalten“, so Thiemke. Was den Verkehr betrifft, so wird immer wieder der Lärm durch die Stadtbahn moniert, wenn sie durch die Kurve am Kreisverkehr fahren. Auch hier hat die Bürger- und Siedlergemeinschaft immer wieder darauf aufmerksam gemacht, um Maßnahmen gebeten. Auch kleinere Verbesserungen erfolgen seit Jahren nicht, kritisiert Roder, wie etwa die Montage von Ausfahrspiegeln an den Ausfallstraßen zur Steinhaldenfeldstraße. Der Bezirksbeirat Bad Cannstatt hatte dies vor Jahren beschlossen. Installiert worden seien sie nicht. Die Hecke an der Steinhaldenstraße Ausfahrt Kolpingstraße ist nicht gekürzt zur besseren Sicht. Die Siedler zeigen sich für klimaverbessernde Maßnahmen offen wie die Installation von Photovoltaikanlagen auf ihre Hausdächer. Auch da kämen sie nicht voran. „So könnte beispielsweise die Einrichtung von Regenwassertanks helfen“, sagt Roder. Von Iris Frey