Kornwestheim hat zwei besondere innerstädtische Park- und Gartenanlagen. Von oben betrachtet haben sie die Form von zwei Lungenflügeln, weswegen man auch von Kornwestheims „grüner Lunge“ spricht. Die Anlagen sind wesentlich für das Klima am Ort. Denn kaum eine Stadt hat Grünflächen so notwendig wie Kornwestheim, das keinen nennenswerten Wald noch Wiesen besitzt. Neben der Durchgrünung des Stadtgebietes sind diese beiden Anlagen wesentliche innerstädtische Naherholungsflächen für die Kornwestheimer. Dass eine innerstädtische Stadt zwei Park- und Gartenanlagen besitzt, ist ungewöhnlich.
Heute kommt es immer wieder zu Namensverwechslungen bei der Benennung der Kornwestheimer Anlagen „Stadtpark“ und „Stadtgarten“, die alle im Bereich der Stuttgarter Straße liegen. Was ist der Unterschied zwischen den beiden Anlagen, die einmal „Garten“ und einmal „Park“ heißen?
Folgt man der Definition, so ist ein Garten, umhegtes Gelände, ein abgegrenztes Stück Land, in dem Pflanzen oder Tiere kultiviert und gepflegt werden. Der Stadtgarten in Kornwestheim ist als beispielgebender Mustergarten mit besonderem Baumbestand angelegt worden. Lebendige, eingehegte Tiere gab es darin zwar nie, wenn man von den Tier-Plastiken des Bildhauers Ernst Hermann Grämer (1899–1966) absieht, die man dort findet.
Das Wort „Park“ stammt aus dem Mittellateinischen „parricus“, „Gehege“. Im Vergleich zum Garten bezeichnet es, nach den Regeln der Gartenkunst gestaltete größere Grünflächen, die der Verschönerung eines Ortes und als Fläche zur Erholung für die Bevölkerung dienen. Mit Rasen, formbestimmenden Gehölzen und Architekturelementen wird eine idealisierte Landschaft gestaltet.
In Kornwestheim unterscheiden sich „Stadtgarten“ und „Stadtpark“ durch unterschiedliche Planungszeiten und Eröffnungstermine, durch die Größe und den Anspruch, einerseits Mustergarten mit besonderer Blütenpracht und besonderem Baumbestand oder andererseits Erholungspark mit robuster Bepflanzung, hochwachsenden Bäumen und einer besonders schönen Ingenieurleistung, der Brücke über den Stadtpark-See, zu sein. Die Einrichtung des Stadtgartens erfolgte 1936/38, gefolgt dann von der Anlage des Salamander-Stadtparks 1955/58. Der Stadtgarten ist Mustergarten und Trennung zwischen dem landwirtschaftlich geprägten alten Dorf und der Industriestadt. Im August 1938 wurde die Gartenanlage mit 2,3 Hektar Größe eingeweiht und Bürgermeister Alfred Kercher gab ihr den Namen „Stadtgarten“. 1 Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Garten nicht als Erholungsbereich, sondern zur Versorgung der Bevölkerung mit Obst und Gemüse, der Löschteich zum Katastrophenschutz genutzt. Noch heute sind die Konzertmuschel mit kleinem Teich und Wasserspiel und Wasserläufen markant.
Der Salamander-Stadtpark ist gestaltendes Areal für das Rathaus mit Wasserturm und die neue Mitte. Durch seine Ausdehnung sichert der Park die Frischluftzufuhr vom Langen Feld her und ist Garant für ein gutes Ortsklima. Stadtgarten und Salamanderstadtpark bieten Erholungswert für alle Kornwestheimerinnen und Kornwestheimer und machen die Salamanderstadt zur attraktiven Wohnstadt.
Und dann kennt man in Kornwestheim ja noch den Hirschgarten. Am 18. September lädt der Verein für Geschichte und Heimatpflege Kornwestheim zum Vortrag von Robert Müller „Bilder und Geschichten aus Kornwestheim, rund um den Bahnhof mit Hirschgarten“ mit anschließender Hockete in den Hirschgarten ein. Der Hirschgartenwirt Mitko Pelovski und sein Team bieten im Garten Getränke und Speisen an, für diese erste Vereinshocketse. Bei schlechtem Wetter findet das Ganze in Gaststätte„Irish Pub The Landlord“, dem ehemaligen „Gasthaus zum Hirschen“, statt. Der Hirschgarten hat nämlich seinen Namen von dem „Gasthaus zum Hirsch“ an der Stotzstraße 25. 1897 war das Gasthaus Hirsch von dem Bauernsohn August Pfeil gebaut worden. Damals befand sich das Gasthaus noch fast auf dem freien Feld, aber immerhin in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof und bald auch der neuen Salamander-Fabrik an der Stammheimer Straße. Gern dürfen Interessierte an die Eastleightstraße 54 ab 16 Uhr einfach dazukommen. Der Eintritt ist frei.
Quelle: Ruth Kappel, Kornwestheimer Geschichte, Beiträge 2025
Weil das Grundgesetz das Fundament ist
Lange Nacht der Demokratie findet am 2. Oktober in der St.Martinus-Kirche statt.
Einladung zur Abendveranstaltung „GGG - GrundGesetzGehört. „Demokratie geht uns alle an!“ am 2. Oktober, Lange Nacht der Demokratie, St. Martinus-Kirche, Johannesstraße 21, 20.30 bis 0 Uhr. Ohne Anmeldung. Eintritt frei.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der Stadt Kornwestheim, dem Verein für Geschichte und Heimatpflege und der Katholischen Kirchengemeinde St. Martinus.
Das Grundgesetz (GG) ist das rechtliche und demokratische Fundament der Bundesrepublik Deutschland. Es garantiert die Freiheit, Gleichheit und die Menschenwürde, regelt den Aufbau des Staates und stellt sicher, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht.
Ohne das Grundgesetz würde die demokratische Gesellschaft in dieser Form nicht existieren. Kornwestheimer Kinder, Jugendliche, Männer und Frauen aus Politik, Kultur und Gesellschaft werden an der zentral zwischen Bahnhof und Rathaus gelegenen Martinuskirche bedeutende Sätze aus dem Grundgesetz hören und diese mit ihrem persönlichen Leben verbinden. Eine Vielzahl bekannter Persönlichkeiten der Stadtgesellschaft, die passgenau für sie ausgewählte Sätze des GG vor dem Hintergrund ihrer Lebensgeschichte und aus ihrer Lebenserfahrung heraus kommentieren, haben ihr Kommen zugesagt.
Der Feuerbacher Komponist und Kirchenmusiker Detlef Dörner begleitet mit seiner japanischen Bambusflöte, der Shakuhachi, die Veranstaltung. Isabell Demey, die Chefsprecherin des SWR, und der Rundfunkpfarrer Thomas Steiger sprechen und moderieren die Veranstaltung. red