Anzeige

Stuttgart lokal

IMPULSE GEBEN - LÖSUNGEN AUFZEIGEN

Stiftungen können als Vermittler, Bewahrer oder Impulsgeber große Transformationsprozesse der Gesellschaft nicht nur begleiten, sondern aktiv gestalten

IMPULSE GEBEN - LÖSUNGEN AUFZEIGEN

Foto: Melita/stock.adobe.com

An diesem Sonntag, 1. Oktober, ist der „Tag der Stiftungen“. Stiftungen sind dazu aufgerufen, beim europaweiten Aktionstag ihrem Wirken gebündelt mehr Sichtbarkeit zu verleihen. Wir beleuchten die wichtigen Aufgaben von Stiftungen in Deutschland - und geben Einblicke in die Arbeit.


Wichtige Stützen der Zivilgesellschaft

Wie Stiftungen in Deutschland an der Lösung gesamtgesellschaftlicher Probleme mitarbeiten.

Stiftungen sind eine Stütze der Zivilgesellschaft. Besonders in Zeiten der Krise hat sich immer wieder gezeigt, wie wichtig sie für die Lösung großer und kleiner gesellschaftlicher Probleme sind. Stiftungen können als Vermittler, Bewahrer oder Impulsgeber die großen Transformationsprozesse der Gesellschaft nicht nur begleiten, sondern aktiv gestalten. 

Das Prinzip der Stiftungen

Die Zahlen des Bundesverbandes zeigen, dass sich die Anzahl der Stiftungen in Deutschland seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt hat. Im Jahr 2022 wurden 693 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts gegründet, damit ist die Zahl auf 25 254 gestiegen. Knapp die Hälfte betätigen sich laut ihrer Satzung im Bereich Soziales, beispielsweise als Träger sozialer Einrichtungen oder indem sie benachteiligte Gruppen unterstützen. Ein Drittel der Stiftungen ist im Feld Bildung und Erziehung tätig, knapp 30 Prozent der Stiftungen engagieren sich im Bereich Kunst und Kultur. Das Prinzip einer Stiftung ist einfach. Eine Privatperson oder Organisation möchte sich langfristig für einen gemeinnützigen Zweck engagieren und bringt dazu das Vermögen ein. Die Stiftung legt dieses sicher und gewinnbringend an, alle so erwirtschafteten Überschüsse werden für den gemeinnützigen Zweck ausgegeben.

Das gestiftete Vermögen selbst muss als Grundkapital der Stiftung erhalten bleiben, denn eine Stiftung ist für die Ewigkeit gedacht und kann in der Regel nicht aufgelöst werden. 

Den Zweck für die Verwendung bestimmt der Stifter. Dieser ist fortan festgeschrieben und darf nicht wesentlich geändert werden. 90 Prozent der Stiftungen verfolgen gemeinnützige Zwecke und fördern zum Beispiel Bildungsangebote oder setzen sich für die Erforschung seltener Krankheiten ein. Wann genau eine Stiftung gemeinnützig ist, hat der Staat gesetzlich festgelegt. Nur wenn das Finanzamt eine Stiftung als gemeinnützig anerkennt, wird sie steuerlich begünstigt. Gegenwärtig werden etwa 80 Prozent der Stiftungen zu Lebzeiten der Stifterin oder des Stifters errichtet. Das bedeutet, dass nur 20 Prozent der Stiftungen per Testament errichtet werden.

Die Leistungen der Stiftungen

Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung weiß allerdings, was Stiftungen heute für die Gesellschaft leisten. Das will der Bundesverband Deutscher Stiftungen ändern und begeht in diesem Jahr bereits den 11. Tag der Stiftungen. Der 1. Oktober hatte sich seit 2002 als Tag der Bürgerstiftungen in Deutschland etabliert. 2013 wurde dann der „Tag der Stiftungen“ an diesem Datum vom europäischen Donors and Foundations Network (DAFNE) ins Leben gerufen. 

„Der europaweite Tag der Stiftungen ist wichtig, um auf das breite Spektrum der Stiftungsarbeit im sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Bereich aufmerksam zu machen“, betont Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg-Stiftung. Die meisten der rund 25 000 Stiftungen in Deutschland bekommen nur wenig mediale Aufmerksamkeit und sind daher vielen Menschen außerhalb des Sektors unbekannt. „Der Tag der Stiftungen ist ein Versuch, das zu ändern und die gemeinwohlorientierte Arbeit der vielfältigen Stiftungen und ihrer Mitarbeiter sichtbarer zu machen – und damit auch wertzuschätzen.“ 

Die Vielfalt der Stiftungen

Auch in diesem Jahr wird am 1. Oktober gezeigt, wie vielfältig die Stiftungslandschaft ist, was Stifterinnen und Stifter bewegt, was durch ihr Engagement erreicht wird – und welchen Beitrag sie in der Gesellschaft leisten. Ob Projektvorstellung, Workshop, oder Social Media Aktion – jede Stiftung kann einfach mitmachen. „Wie schon in den vergangenen Jahren veröffentlichen wir als Baden-Württemberg Stiftung zum Tag der Stiftungen auch dieses Jahr wieder auf unseren Kommunikationskanälen Informationen rund um das Stiftungswesen in Deutschland und speziell in Baden-Württemberg – in Form einer Pressemitteilung und Social-Media-Posts“, so Christoph Dahl. „Wir, die Baden-Württemberg Stiftung, sind eine Stiftung des Landes und haben seit unserer Gründung im Jahr 2000 mehr als eine Milliarde Euro in Baden-Württemberg investiert.“ 

Mit diesem Geld wird beispielsweise Spitzenforschung finanziert, weiterhin ermöglicht das Baden-Württemberg-Stipendium jedes Jahr rund 1500 jungen Menschen einen Auslandsaufenthalt. Mit dem Programm COACHING4FUTURE informiert die Stiftung gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit und Südwestmetall Schülerinnen und Schüler über Karrieremöglichkeiten in naturwissenschaftlich-technischen Berufen. „Darüber hinaus machen wir uns seit 20 Jahren mit dem Programm ‚Talent im Land’ für faire Bildungschancen stark, haben während der Coronapandemie ein mobiles Testlabor auf den Weg gebracht, unterstützen die Demokratiebildung an beruflichen Schulen und fördern die Gesundheit von Kita- und Grundschulkindern“, erläutert Christoph Dahl weiter. Gemäß dem Motto „Wir stiften Zukunft“ setze man sich auf diese Weise für ein nachhaltig lebenswertes Baden-Württemberg ein. Brigitte Bonder

View is not found