Anzeige
Fachgeschäfte

Die Modernisierung des ehemaligen Hauptgebäudes der McGee-Kaserne schlägt mit 1,12 Millionen Euro zu Buche. Das Stadtteilzentrum in Hallschlag wird saniert

Der Umbau der McGee-Kaserne auf dem Hallschlag Mitte der 1990er-Jahre zu einem Stadtteilzentrum war ein Meilenstein für das Wohnquartier. Doch das mehr als 100 Jahre alte Gebäude Römerkastell 73 muss saniert werden – und zwar dringend. „Es ist in vielen Bereichen in die Jahre gekommen“, sagte Gritta Rotter vom Amt für Stadtplanung und Wohnen.

Das Stadtteilzentrum – das Gebäude ist mehr als 100 Jahre alt – soll saniert werden.

Es sind so ziemlich alle Bereiche betroffen, vom Dach bis zu den Decken. Auch die Fassaden müssen erneuert werden. „Wir schätzen die Kosten bei gut 1,12 Millionen Euro“, sagt Rotter. Allerdings werde der Großteil von Bund, Land und Stadt finanziert. Der Eigenanteil des Vereins für ehrenamtliche Gemeinwesenarbeit, der in den 1990er-Jahren das Grundstück samt Gebäude von der Stadt im Erbbaurecht erhalten hatte, beläuft sich somit auf „nur“ noch gut 67 000 Euro, was jedoch immer noch ein ordentlicher Batzen Geld für den Verein ist. Noch im Herbst soll das Baugesuch eingereicht werden. Falls in einem Jahr die Baufreigabe erfolgt, könnte die Sanierung im Herbst 2021 beginnen. Läuft alles nach Plan, soll spätestens Ende 2022 das Projekt abgeschlossen sein.

Kellereiverkauf Ludwig Rilling GmbH & Co. KG

Sanierung ab Herbst 2021

   
Die weltpolitische Veränderung Ende der 1980er-Jahre führte in Deutschland zur Auflösung vieler US-Militärstandorte – auch in Bad Cannstatt. Allein 10,5 Hektar Flächen der Robinson-Barracks auf dem Burgholzhof wurden frei, von der Stadt vom Bund erworben und bebaut. Gleiches gilt für das einstige US-Hospital in der Nachbarschaft zum Krankenhaus Bad Cannstatt, die Grenadier-Kaserne in Rot und natürlich für die Reiter- und die McGee-Kaserne auf dem Hallschlag. Die beiden letztgenannten ehemaligen Militärstützpunkte waren besonders wertvoll, da sie im Herzen des Cannstatter Stadtteils lagen. Und dort herrschte vor knapp 30 Jahren große Umbruch- und Aufbruchsstimmung. Die Stadt intensivierte damals in die Sozialarbeit, und das „Sorgenkind“ begann sich allmählich von seiner Stigmatisierung zu lösen.
  

SWSG

Kauf als Startschuss

Da kam es gerade recht, dass die McGee-Kaserne im Jahr 1994 erworben werden konnte. Der Kauf war quasi der Startschuss für den Aufschwung auf dem Hallschlag, denn in dem Verwaltungsbau sollte ein Stadtteilzentrum installiert werden. Für knapp fünf Millionen Mark entstand bis 1999 ein Nachbarschaftszentrum mit Café, Kinderhaus, Räumen für das Jugendamt und die Begegnungsstätte „Altes Waschhaus“, eine Dienststelle für das Gesundheitsamt, Klubräume für die Mobile Jugendarbeit und vieles mehr. Der Umbau war erst durch das Engagement der Stadtteilinitiative „Hallschlag 2000“ und dem ehrenamtlichen Einsatz der Hallschlagbewohner möglich. Sie erbrachten für die Sanierung und die Modernisierung der damals fast 80 Jahre alten Gebäude eine Eigenleistung im Wert von weit mehr als 700 000 Mark.

Das Stadtteilzentrum ist 20 Jahre später ein fester Bestandteil des Forums 376, das als neue soziale Mitte für den Hallschlag entwickelt wurde. Auch dank des Förderprogramms Soziale Stadt, das 2007 gestartet wurde, und dessen Leuchtturmprojekt, das Mehrgenerationenhaus, das vor gut einem Jahr offiziell eröffnet wurde und seinen Betrieb aufnahm. Von Uli Nagel
  

zurück zur Übersicht Fachgeschäfte