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Fachgeschäfte

Unternehmer mit dem Projekt „Zukunftsinitiative Handwerk 2025“ zufrieden Passendes Rüstzeug

Mehr als 700 Betriebsberatungen, rund 55 Veranstaltungen und acht Web-Seminare zu den Themen Mitarbeiter finden, binden und führen liegen hinter den acht Beratern für Personal- und Organisationsentwicklung der Handwerkskammern in Baden-Württemberg – das zeigt die Statistik des vergangenen Jahres. Seit Anfang 2018 sind sie im Rahmen der „Zukunftsinitiative Handwerk 2025“ für die Handwerksbetriebe des Landes im Einsatz.

Nicola Pauls berät Handwerker unter anderem in Sachen Personalstrategie und Rekrutierung. Foto: HWK

Zu Themen wie Mitarbeitersuche, Fachkräftebindung und Personalführung beraten und unterstützen sie die rund 135 000 Handwerksunternehmen im Südwesten. Um das Angebot der kostenfreien Beratung auszubauen und so den hohen Beratungsbedarf der Betriebe abzudecken, verstärkt seit Frühjahr 2020 eine weitere Expertin das Team der Handwerkskammer.

„Die Zahlen der aktuellen Zufriedenheitsstudie belegen, was wir Berater in unserer täglichen Zusammenarbeit mit den Betrieben erfahren: Der Beratungsbedarf zum Thema Personal ist hoch, die vom Wirtschaftsministerium geförderten Maßnahmen der Personaloffensive setzen genau an der richtigen Stelle an“, erklärt Nicola Pauls, Beraterin Personal- und Organisationsentwicklung bei der Handwerkskammer Region Stuttgart, die das landesweite Projekt kammerübergreifend leitet und koordiniert. Die Umfrage zeige, dass die Instrumente der Personal- und Organisationsentwicklung in den täglichen Betriebsablauf Einzug gefunden haben. „85 Prozent der beratenen Betriebe haben die empfohlenen Maßnahmen geplant, eingeleitet oder umgesetzt“, so Pauls.

Das bestätige, dass die Mitgliedsbetriebe von den Beratern für die Personal- und Organisationsentwicklung das passende Rüstzeug an die Hand bekommen. „Egal ob durch Web-Seminare, Gruppen- oder Einzelberatungen, Leitfäden und Dokumente oder Veranstaltungen – die Maßnahmen sind auf den jeweiligen Betrieb zugeschnitten und werden individuell angepasst und weiterentwickelt.“

BEDEUTENDE ROLLE IN BETRIEBEN

Besonders hoch sei die Nachfrage bei den Themen Personalmarketing (46 Prozent) und Mitarbeiterbindung (21 Prozent), über ein Drittel der beratenen Firmen sei der Baubranche zugehörig. „Auffallend ist, dass das Thema Personal vor allem bei kleinen Betrieben eine bedeutende Rolle einnimmt“, so Pauls. 41 Prozent der beratenen Betriebe beschäftigen weniger als zehn Mitarbeiter, 46 Prozent der Unternehmen haben zwischen zehn und 50 Mitarbeiter.

Die Beratungsergebnisse zeigen, dass 44 Prozent der Firmen trotz des anhaltenden Fachkräftemangels die Mitarbeitenden nun besser im Unternehmen halten können und neue Methoden nutzen, um sie an den Betrieb zu binden (49 Prozent). Genau die Hälfte der befragten Firmen gab zudem an, neue Wege der Personalgewinnung zu gehen. Auch das Thema der Personalführung nimmt bei den Handwerksunternehmern einen zunehmend hohen Stellenwert ein: 64 Prozent der Befragten gaben an, die Fragen der Personalführung nun bewusster anzugehen. „Es ist schön zu sehen, dass die vielfältigen Maßnahmen der Personaloffensive Früchte tragen“, so die Bilanz von Nicola Pauls. red

Neue Azubis begrüßt

Trotz der Corona-Pandemie haben zum Ausbildungsstart Anfang September 3639 junge Menschen in der Region Stuttgart eine duale Ausbildung im Handwerk begonnen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl neu abgeschlossener Lehrverträge um 11,7 Prozent zurückgegangen. „Erfreulich ist, dass trotz Corona und der Folgen viele Handwerksbetriebe die Fachkräftesicherung in die eigenen Hände nehmen und weiterhin ausbilden“, sagt Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart. Die Rahmenbedingungen seien schwierig.

„Deshalb dürfen wir bei unseren Anstrengungen nicht nachlassen, junge Menschen für eine duale Ausbildung zu gewinnen.“ Zurückhaltender in Sachen Ausbildung waren vor allem die von der Corona-Krise stärker betroffenen Gewerke wie Friseure, Bäckereien, Metzgereien und das Kfz-Gewerbe. Deutlich optimistischer verhielten sich die Bau- und Ausbaugewerke wie Stuckateure und Zimmerer oder auch das Elektroniker-Handwerk. Die Betriebe und Handwerksorganisationen seien vorbereitet, dass auch im Herbst noch Lehrverträge abgeschlossen werden. Die jetzt anlaufende Nachvermittlung sei ein großes Thema und biete noch gute Chancen unterzukommen. Im Übrigen sind über 300 freie Ausbildungsplätze in der Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer gelistet.

Ausschlaggebend für die Jahresbilanz sei die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge Ende Dezember. Als positiven Ansatz bewertet Hoefling die Ausbildungsprämie. „Sie kann zudem dazu beitragen, um in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Situation die Ausbildungsleistung aufrechtzuerhalten – und das unter den Vor zeichen von Kurzarbeit oder Umsatzeinbußen.“ red
             

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