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Gesundheit

Ohren wie ein Luchs – auch bei Eiseskälte

Hörsysteme tragen, auch bei Frost und Schnee. Experten geben Tipps wie die kleinen Mini-Computer bestens funktionieren.

Das Hörgerät schützen.
Foto: dpa

24.02.2021

Sinkende Temperaturen, Schnee und Eis: Die kalte Jahreszeit ist nicht nur für Menschen, sondern auch für die Technik eine Herausforderung. Dies gilt auch für Hörsysteme. Diese und ihre Batterien sollten daher am besten vor Feuchtigkeit und Kälte geschützt werden. Hörakustiker geben Tipps, wie die kleinen Mini-Computer auch in der kalten Jahreszeit bestens funktionieren, damit man auch beim Winterspaziergang das Knirschen des Schnees unter den Füßen hören kann.  

Eine Mütze fürs Hörsystem 

Mützen, Stirnbänder oder Ohrenschützer halten nicht nur die Ohren, sondern auch das Hörsystem warm und schützen es besser vor Frost und Feuchtigkeit. Die empfindliche Technik darf nicht zu kalt oder feucht werden „Achten Sie bei Kopfbedeckungen darauf, dass das Mikrofon frei bleibt, damit Reibegeräusche oder ein dumpfer Klang vermieden werden“, rät Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker und selbst Hörakustiker-Meisterin.

Ein langes Leben für Batterien

Kälte verkürzt die Lebensdauer jeder Batterie. Hörsysteme sollten daher niemals im Handschuhfach des Autos aufbewahrt werden, sondern bestenfalls bei einer Raumtemperatur von 10 bis 25 Grad Celsius an einem trockenen Ort. Die Batterien vor dem Einsetzen in das Hörsystem am besten kurz in der geschlossenen Hand, der Hosen- oder Jackentasche anwärmen. Keinesfalls sollten diese jedoch mit einem Fön oder auf einem Heizkörper angewärmt werden, denn solche Hitzequellen können die Batterien oder sogar das Hörsystem beschädigen.

Elektronik mag es trocken

Ein Phänomen, das jeder Brillenträger kennt: Wer aus der Kälte in einen beheizten Raum wechselt, kann für kurze Zeit nichts sehen, denn die Brillengläser beschlagen durch den hohen Temperaturunterschied. Was viele nicht wissen: Bei Hörsystemen geschieht das Gleiche, nur sieht man es nicht. Durch den Wechsel von kalt nach warm setzt sich an den Außen- und Innenflächen der Hörsysteme Kondenswasser ab. Während die Außenflächen schnell trocknen, bleibt Feuchtigkeit im Inneren der Hörsysteme und kann die empfindliche Elektronik schädigen. Spezielle Trockenstationen oder Trockenbeutel eignen sich am besten, um das Gerät von Feuchtigkeit zu befreien. Einfach abends das Hörsystem mit offenem Batteriefach in die Behälter hineinlegen und trocknen lassen.

Bedienung bei Kälte

Um sich auf jede Hörsituation einstellen zu können, muss hin und wieder auch draußen in der Kälte die Lautstärke reguliert oder das Hörprogramm gewechselt werden. Kalte Finger oder Handschuhe erschweren die Handhabung der kleinen Bauteile am Hörgerät. Alternativ können manche Hörsysteme komfortabel mit einer Fernbedienung oder dem Smartphone eingestellt werden. Über die zahlreichen Möglichkeiten der Bedienung und Pflege informiert der Hörakustiker vor Ort. Auch wenn mal etwas kaputt geht, ist er der erste Ansprechpartner, hilft und kann notwendige Reparaturen vornehmen. „Hörakustiker beraten gerne zu allen Fragen rund um Hörsysteme“, bestätigt auch Frickel.

Hörakustiker-Handwerk

In Deutschland gibt es etwa 5,4 Millionen Menschen mit einer indizierten Schwerhörigkeit. Schwerhörigkeit zählt zu den zehn häufigsten gesundheitlichen Problemen. Mit über 6700 Hörakustiker-Betrieben und circa 15 000 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk bereits circa 3,7 Millionen Menschen in Deutschland mit modernsten Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.

Die Versorgungsqualität im Bereich von Hörsystemen ist in Deutschland sehr gut, das bestätigt die größte jemals von gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) durchgeführte Versichertenbefragung zur Hörsystemversorgung in Deutschland. Rund 90 Prozent der Versicherten waren „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit der individuellen Versorgungssituation. Und das unabhängig davon, ob der Versicherte eine mehrkostenfreie Versorgung gewählt oder eine private Zuzahlung geleistet hat.

Neben der Erstversorgung des Kunden ist der Hörakustiker auch für die begleitende Feinanpassung mit wiederholten Überprüfungen und Nachstellungen der Hörsystemfunktionen und vieles mehr zuständig. Er berät zu Gehörschutz, Tinnitus und allem rund ums Hören. (dpa)


Wann ein Lasereingriff in Frage kommt

Nicht jeder ist für eine Augen-Operation geeignet

Um auch ohne Brille oder Kontaktlinsen besser sehen zu können, lassen sich zunehmend mehr Menschen die Augen lasern. Bezahlen müssen sie das in der Regel aus eigener Tasche, weil es rein medizinisch betrachtet nicht notwendig ist. Das Verfahren ist aber nicht für jeden geeignet. „Ob ein Lasereingriff infrage kommt oder nicht, hängt unter anderem davon ab, wie dick die Hornhaut ist und ob sie nicht infolge eines angeborenen Defekts zu weich ist,“ erläutert der Rosenheimer Augenarzt Professor Philipp Eberwein.

Die hochenergetischen Lichtimpulse tragen einen Teil der Hornhaut ab, um deren Form und Krümmung so zu verändern, dass die Brechkraft korrigiert und die Fehlsichtigkeit beseitigt wird. Dabei gelten bestimmte Grenzwerte: Kurzsichtigkeit zum Beispiel kann nur bis etwa minus 8 Dioptrien operiert werden, in Grenzfällen bis minus 10. Stärker fehlsichtige Patienten sind dagegen mit sogenannten intraokularen Kontaktlinsen gut beraten. Diese werden ebenfalls bei einer Augenoperation vor die natürliche Linse gesetzt.

Sinnvoll ist ein Lasereingriff im Erwachsenenalter – wenn die Sehwerte in den ein bis zwei Jahren davor stabil geblieben sind. Ab 40 ist das Lasern nicht mehr unbedingt ratsam, denn viele kurzsichtige Menschen sind dann gleichzeitig schon ein wenig altersweitsichtig. „Mit der Laserkorrektur würde man ihnen praktisch ihre eingebaute Lesebrille weglasern“, sagt Eberwein.

Ein K.-o.-Kriterium fürs Lasern sind oft trockene Augen. Präparate aus der Apotheke helfen, die Augenoberfläche feucht und damit gesund zu halten, zum Beispiel Tropfen und Gele mit Hyaluron oder Extrakte aus dem Augentrost. (dpa)