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Baugenossenschaft erneuert und verdichtet den Bestand in der Moselstraße. Bürgerbeteiligung ab 2021. Nachhaltiges und zeitgemäßes Wohnen

In der Moselstraße sollen aus 161 Wohneinheiten insgesamt 228 werden. Das jedenfalls sieht eine Machbarkeitsstudie vor, die jetzt dem Bezirksbeirat Münster vorgestellt wurde und von der Baugenossenschaft Münster umgesetzt werden soll. Doch dazu ist ein langer Atem nötig.

In der Moselstraße entsteht zusätzlicher Wohnraum. Fotos: Edgar Rehberger

„Das Vorhaben soll in fünf Bauabschnitten realisiert werden“, berichtete Nicolas Pollich, Architekt und Geschäftsführer der Project GmbH, bei der Präsentation. „Es ist ein langfristiges Projekt.“ Start des ersten Bauabschnittes wäre demnach frühestens im Jahr 2025. Und mit der Baugenossenschaft Münster gibt es einen zuverlässigen Partner für die Stadt, der für kostengünstiges und faires Wohnen stehe.

Die Vorbereitungen laufen bereits. Im ersten Halbjahr 2021 soll der Wettbewerb ausgelobt werden, es folgen die Bürgerbeteiligung und zum Jahresende die Jurysitzung mit Preisvergabe. Dann steht das Bebauungsplanverfahren auf dem Programm, das drei Jahre in Anspruch nimmt. Demnach könnte Ende 2024 der Satzungsbeschluss fallen und Mitte 2025 die Bagger anrollen. „Der Bürgerdialog ist wichtig“, sagt Pollich. Denkbar wäre dies in Form eines „Marktplatzes“, an dem sich die Bürgerinnen und Bürger einbringen können. Das Projekt in sehr zentraler Lage des Stadtbezirkes hat auch in der Verwaltung großes Gewicht. „Wir sehen darin eine große Chance für die Stadtentwicklung“, beschreibt Angela Weiskopf vom Amt für Stadtplanung und Wohnen. Auf den 15 300 Quadratmetern Fläche könne ein Quartier entwickelt werden, das auf die Umgebung ausstrahlt und die Identität von Münster stärkt.

Charakteristisch für die Lage der Gebäude sei der Grünzug, in unmittelbarer Nähe befinden sich Versorgungseinrichtungen – „es ist ein Kernstück von Münster“, so Weiskopf. Dabei würde sich die Chance bieten, neue Wohnungstypologien zu ergänzen. Denkbar seien Wohnen für Alt und Jung oder auch Pflegewohngemeinschaften. „Wir versprechen uns eine Belebung des öffentlichen Raumes.“ Geprägt sei die Straße vom ruhenden Verkehr. „Durch eine Tiefgarage entsteht eine andere Aufenthaltsqualität.“ Ähnliches gelte auch für den Freiraum. „Wir sehen hier viele Chancen.“


"Für das Projekt ist langer Atem nötig. Der Start für den ersten von fünf Bauabschnitten ist frühestens im Jahr 2025."

Architekt Nicolas Pollich


Gedacht war an ein „schlankes Verfahren“ mit sechs Büros. Bei der Vorberatung im Ausschuss für Stadtplanung und Technik wurde jedoch der Wunsch nach einem erweiterten Wettbewerb laut. „Das wird jetzt geprüft“, so Weiskopf. Das städtebauliche Konzept diene dann als Grundlage für den Bebauungsplanentwurf.

Die Gebäude aus den 1930er bis 50er Jahre sind modernisierungsbedürftig.
Die Gebäude aus den 1930er bis 50er Jahre sind modernisierungsbedürftig.

Bei einer Untersuchung der Bausubstanz der Gebäude im betroffenen Quartier in der Moselstraße wurde hoher Sanierungsbedarf festgestellt. „Zum Teil gibt es baufällige Bereiche“, so Pollich. Die Grundrisse der Wohnungen und die Wohnflächen seien nicht mehr zeitgemäß. Die Gebäude stammen aus den 1930er bis 50er Jahre, sind dreigeschossig mit Satteldach versehen. Seit 2016 werde intensiv geplant. Mit der Hochschule für Technik gab es ein Studierendenprojekt mit Wettbewerb zum Thema „Zukunft Wohnen 2050“. Die städtebauliche Struktur eines der Preisträger diente als Grundlage der Machbarkeitsstudie.

Die Vernetzung mit dem Bestand sei gewährleistet. Durch Schaffung von Wohnhöfen sollen der Aufenthaltscharakter erhöht und der öffentliche Raum aufgewertet werden. Platz dafür wird durch eine Tiefgarage geschaffen, in die die Stellplätze verlagert werden. Vorgesehen ist die Dachlandlandschaft zu staffeln. „Eine Begrünung ist möglich, aber auch eine gemeinschaftliche Nutzung kann ermöglicht werden.“ Alle Wohnungen werden schwellenlos erreichbar sein. Der Bezirksbeirat zeigte sich angetan von der Machbarkeitsstudie.

Dass die Mietpreise auch künftig erschwinglich bleiben, ist dem BGM-Vorsitzenden Michael Rosenberg-Pohl eine Herzensangelegenheit. „Der Vorteil an diesem Bauprojekt ist: Uns gehört das Baugrundstück bereits. Die in Stuttgart teuren Grundstückskaufpreise, die wir am Ende auf die Mieten umlegen müssten, entfallen bei diesem Projekt.“ Von Edgar Rehberger
                          

CDU zieht Antrag zurück

Die CDU-Bezirksbeiratsfraktion hat sich für eine Beschilderung des Radwegs von der Hauptradroute Neckar auf den Schnarrenberg eingesetzt. Fahrradfahrer, die vom Neckartal auf den Schnarrenberg radeln wollen, suchen eine Ausschilderung des Weges auf den Schnarrenberg auf dessen Südseite vergebens, heißt es in einem CDU-Antrag. „Gerade auf der Münster zugewandten Südseite sehen wir durch die serpentinenartigen Wege eine Möglichkeit, den Schnarrenberg mit dem Fahrrad besser zu erklimmen als über den oberen Freienstein.“ Des Weiteren stelle der ausgeschilderte Radweg eine sehr gute Ergänzung für das Angebot „Stadt am Fluss“ im Bereich Austraße/Keefertal dar. Gerade auch für Ortsunkundige sei eine Beschilderung sehr hilfreich, um nach der Bergetappe „die wunderschöne Aussicht über unseren Stadtbezirk und das Neckartal zu genießen“. Dort würden sich weitere Radstrecken nach Süden auf den Burgholzhof oder nach westen ins Tapachtal erschließen.

Zunächst monierten die Wengerter das Vorhaben, eine Alternativroute stieß beim Tiefbauamt auf wenig Gegenliebe. Es sei kein offizieller Radweg und würde zudem im Landschaftsschutzgebiet liegen, ließ Bezirksvorsteherin Renate Polinski die Antragsteller wissen. Die CDU-Bezirksbeiratsfraktion zog daraufhin ihren Antrag zurück. (ede)


Präsente als Ersatz fürs Helferfest

Im März hatte sich Doris Löhr, die Leiterin des Pflegestifts, an Bezirksvorsteherin Renate Polinski gewandt. Der Mund-Nasenschutz gehe in der Senioreneinrichtung in der Schussengasse zur Neige. Die Bezirksvorsteherin startete eine Hilfsaktion, die auf große Resonanz stieß. Mehr als 30 Näherinnen sorgten für Nachschub, es wurde Stoff gespendet. Renate Polinski wollte den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern mit einem Fest für ihren beispiellosen Einsatz danken. Doch die Pandemie lässt ein Helferfest nicht zu. Stattdessen sollen die Helfer jetzt Präsente bekommen. Der Bezirksbeirat Münster stellt dafür einmütig 1500 Euro zur Verfügung. (ede)
                     

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