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Leonberg

Mit Heizungstausch zu mehr Energieeffizienz

Energetisch sanieren, das heißt, ein Gebäude so zu modernisieren, dass dessen Energieverbrauch gesenkt wird. Im besten Fall kann damit tatsächlich eine Reduzierung um bis zu 80 Prozent erreicht werden.

Mit Heizungstausch zu mehr Energieeffizienz

Ein erster Schritt, um der alten Heizung zu etwas mehr Energieeffizienz zu verhelfen, kann schon der Einsatz einer Hocheffizienzpumpe sein. Foto: Olivier Le Moal/stock.adobe.com

„Das Thema energetische Sanierung bei Bestandsbauten aufzugreifen lohnt sich immer und zahlt sich langfristig aus“, sagt Timo Schmidt, Bezirksleiter der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, und ergänzt, dass zugleich der Wohnkomfort ein großes Plus erfährt. Der Fokus bei der energetischen Sanierung einer Immobilie liegt hauptsächlich auf Fassade, Dachfenster, Heizung und Keller. Typischerweise werden Dach und Fassade gedämmt. „Nicht zu vergessen, auch die Kellerdecke dämmen, denn durch sie kommt Kälte in die Wohnräume“, merkt Timo Schmidt an. Zudem sollte auch an die Isolierung der Wasser führenden Rohre für Heizung und Warmwasser gedacht werden. Neue Fenster und Türen machen der Zugluft ein Ende und sorgen mit ihrer Mehrfachverglasung zugleich für Kälte- wie Wärmeschutz.

Mit der wichtigste Punkt ist jedoch die Heizung. Alte Heizungen setzen auf fossile Brennstoffe und wandeln diese weit weniger effizient in Heizenergie um, als dies neue Heizsysteme vermögen. Ein erster Schritt, um der alten Heizung zu etwas mehr Energieeffizienz zu verhelfen, kann schon der Einsatz einer Hocheffizienzpumpe sein. Sinnvoll auch, ein hydraulischer Abgleich der bestehenden Heizung, um sicherzustellen, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit Wärme versorgt werden.

Beim Austausch ist aktuell die Wärmepumpe das Heizsystem der Wahl, die Luft, Erde oder dem Grundwasser die Wärme entzieht. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach stellt sie heutzutage auch für die meisten Altbauten eine durchaus sinnvolle Lösung dar.

Pelletheizung als Alternative

„Manchmal klappt es mit der Wärmepumpe in Altbauten nicht, dann kann eine Pelletheizung die Alternative sein. Sie liefert für alte Häuser, die nicht optimal gedämmt werden können, die notwendigen hohen Temperaturen“, sagt Timo Schmidt.

Und wenn zuvor mit Öl geheizt wurde, steht mit dem Abtransport der Lagerplatz für die Holzpresslinge schon bereit. Es ist auch durchaus möglich, zwei Systeme zur Hybridheizung zu kombinieren. So kann etwa eine Wärmepumpe zusammen mit einem kleinen Gaskessel betrieben werden, der dann an den kältesten Tagen anspringt. Sinnvoll immer vor dem Heizungstausch: Die Nachfrage bei Stadt oder Gemeinde nach Planungen für Nah- und Fernwärme.

Energieberatung hinzuziehen sei sinnvoll

Die Kosten für eine neue Heizung können sich im Schnitt auf 15.000 Euro bis 30.000 Euro belaufen.

„Angesichts der ab 2028 voraussichtlich wesentlich höheren CO2-Besteuerung für Gas und Öl ist es auf jeden Fall angeraten, sich rechtzeitig Gedanken über eine neue Heizung zu machen, wenn man noch auf fossile Brennstoffe setzt“, betont Timo Schmidt, und der Fachmann in Sachen Sanierung ergänzt, dass es immer auch sinnvoll sei, sich einen Energieberater oder eine Energieberaterin mit ins Boot zu holen: „Diese haben nicht nur das Wissen um das richtige Vorgehen bei der kompletten Sanierung, sie beraten auch hinsichtlich der Fördermöglichkeiten über die „Bafa“, die Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, wie auch jene der KfW, der Kreditanstalt für Wiederaufbau.“

So gibt es etwa für die energieeffiziente Heizungsmodernisierung eine Grundförderung in Höhe von mindestens 30 Prozent (für viele Haushalte fällt diese sogar höher aus). Man kann von einem Klimageschwindigkeitsbonus profitieren, wenn eine noch funktionierende Öl- oder Gasheizung durch eine Heizung ersetzt wird, die nicht auf fossile Brennstoffe setzt, und je nach Jahreseinkommen gibt es einen Einkommensbonus.

Von Julia Alber