Von Edgar Rehberger Im Frühjahr sind es drei Jahre, berichtete Marja Rothenhöfer. 2017 wurde sukzessive die Flüchtlingsunterkunft in der Burgholzstraße bezogen. Teamleiterin Rothenhöfer, Jana-Sophie Gaeversen und die Ehrenamtskoordinatorin Amira Ibrahim gaben dem Bezirksbeirat Münster einen aktuellen Bericht zur Situation und Belegung der Unterkunft. Heimleitung und Sozialbetreuung liegen in der Hand vom Malteser Hilfsdienst. „Es ist die größtre Unterkunft, die von den Maltesern betreut wird.“
Bei der Inbetriebnahme bot sie 321 Plätze. Derzeit wird sie von 191 Personen aus 17 verschiedenen Nationen bewohnt. Die meisten Bewohner kommen aus Syrien (44), Nigeria (43) und Irak (38). Jeweils zehn Personen stammen aus Afghanistan und Iran. Vertreten sind außerdem die Nationen Algerien, Eritrea, Guinea, Kamerun, Libyen, Pakistan, Russland, Serbien, Sri Lanka, Togo und Türkei.
108 Bewohner sind 21 Jahre und jünger, 55 davon sechs Jahre und jünger. Bei den Erwachsenen sind 37 Bewohner 30 Jahre und jünger, 30 davon zwischen 31 und 40 Jahre alt, 16 zwischen 41 und 60 Jahre alt. 92 Personen leben im Familienverbund, 34 Männer und neun Frauen leben allein, 14 Frauen mit insgesamt 42 Kindern sind alleinerziehend.
15 Bewohnerinnen und Bewohner sind ohne Beschäftigung, drei berufsunfähig, 17 in Eltern- oder Erziehungszeit. 21 Personen aus der Unterkunft absolvieren einen Integrationskurs, fünf separate Deutschkurse. Drei der Bewohner machen eine Ausbildung, einer ein freiwilliges soziales Jahr. 13 Personen gehen einer Erwerbstätigkeit nach.
Zwei Bewohner teilen sich jeweils ein Zimmer, das in der Regel 14 Quadratmeter groß ist. Ein Flur besteht aus acht Zimmern, einer Küche, vier Toiletten und zwei Duschen. „Im vergangenen Jahr sind 50 Personen ausgezogen“, führt Sozialbetreuerin Jana-Sophie Gaeversen aus. Die meisten seien in Privatwohnungen untergekommen. „Leerstand gibt es so gut wie nie.“
Durch das Engagement des Freundeskreises gibt es zahlreiche Veranstaltungen und Programmangebote während der Woche. So steht beispielsweise montags und freitags Deutsch-Nachhilfe auf dem Kalender, im eigens eingerichteten Nähzimmer wird dienstags angeleitetes Nähen für Fortgeschrittene angeboten. Zwei Studierende bieten einmal pro Woche eine Stunde lang Sport, Spiel und Spaß für Kinder ab sechs Jahren. Am zweiten und vierten Mittwoch im Monat öffnet im Gemeinschaftsraum jeweils für zwei Stunden das Café.
Kooperationen gibt es mit dem Projekt „Home not Shelter! – gemeinsam leben statt getrennt wohnen“, mit Step Stuttgart, Sport und Spiel, der Bahai-Gruppe und der Arbeitsgruppe zum Thema Kinder. Die Flüchtlingsunterkunft nimmt am Arbeitskreis Kinder, Jugendliche und Familien sowie trägerübergreifenden Veranstaltungen wie Monatsabstimmungsgespräch teil. Sie ist vernetzt mit der AG Mädchen im Hallschlag, mit der Netzwerkkonferenz sowie Hallschlag aktuell. Kontaktmöglichkeiten bestehen während der Arbeitszeiten der Sozialbetreuung und der pädagogischen Hausleitung. Diese sind montags bis mittwochs von 8 bis 16.30 Uhr, donnerstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr. Die pädagogische Hausleitung organisiert das tägliche Zusammenleben, Belegung und Statistik, sorgt für Einhaltung der Hausordnung, greift bei Krisen ein, bietet Konfliktmanagement, achtet auf Instandhaltung und Sauberkeit sowie Einhaltung des Brandschutzes. Sie steht in enger Abstimmung mit dem Sozialamt. Die Sozialbetreuung und das Integrationsmanagement beraten zu den Themenschwerpunkten Aufenthalt, Deutschkurs, Kinder, Gesundheit, Wohnen, Arbeit/Ausbildung, bieten psychosoziale Beratung, leiten Regeldienste weiter und vermitteln zu Ämtern. Marja Rothenhöfer und Jana-Sophie Gaeversen erstellen zudem konkrete Integrationspläne. Die Ehrenamtskoordinatorin Amira Ibrahim ist für die Gewinnung, Unterstützung und Motivation der Freiwilligen zuständig, plant, organisiert und koordiniert Projekte, kümmert sich um Evaluation und Qualitätssicherung der ehrenamtlichen Projekte.