Sarah Roser ist, was Berufe anbelangt, ein Multitalent. Bevor sie mit ihrer Ausbildung zur Raumausstatterin startete, hatte sie nach dem Realschulabschluss schon Modedesignerin und Maßschneiderin erlernt.
Als die junge Frau während der Pandemie im elterlichen Raumausstatter-Betrieb in Vaihingen an der Enz mitarbeitete, sprang der Funke für den Beruf des Raumausstatters über und es folgte die Lehrzeit in einem Betrieb in Bad Schussenried. "Als Raumausstatterin zu arbeiten ist einfach ungeheuer vielfältig“, schwärmt die 24-jährige Meisterin. Boden legen, Vorhänge nähen, tapezieren, polstern und am Abend sehen, was man geschaffen hat, das gefällt ihr sehr.
Zwei Jahre nach der Gesellenprüfung hat sie sich entschlossen, den Meister zu machen. Vier Tage Meisterschule, den Rest der Woche im elterlichen Betrieb, so konnte sie weiter Praxis sammeln, die sie für die Meisterprüfung gut gebrauchen konnte. Unter dem Motto "Blühendes Barock" ließ Sarah Roser in ihrer Prüfungs-Koje innerhalb sechs Tagen ein Interieur "aufblühen“ mit einem Boden in Sternenform, blumenreichen Dekovorhängen und einem Lesesessel, der einem Schlossambiente alle Ehre macht. Selbst gebaut, mit klassischer Schnürung, präsentiert sich dieser farblich abgestimmt zur Wandbespannung und den Tapeten.
Weit in die Zukunft gedacht, könnte sich Sarah Roser vorstellen, eine Polsterwerkstatt zu führen. Polstern ist ihr Ding. Passend zu ihrem Interesse an alten Möbeln überlegt sie sich, den "Restaurator im Handwerk“ zu machen. Zudem wird sie beim Meisterprüfungsausschuss mitwirken. "Es ist einem gar nicht bewusst, was da alles im Hintergrund ablaufen muss, damit die Prüfungen zustande kommen", sagt Sarah Roser, und dass es schon wichtig sei, sich einzubringen, denn: "Ohne Prüfungsausschuss keine Prüfungen."
Von Julia Alber