Bemerkenswert, welche Entwicklung der Dax, der bekannteste deutsche Aktienindex, in den vergangenen Jahren gezeigt hat. Blicken wir auf die Jahre 2022 bis zum zweiten Halbjahr 2025.
→ 2022 Der Dax schloss das Jahr mit 13.923,50 Punkten ab, was einem Rückgang von rund 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
→ 2023 Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten verzeichnete der DAX ein Jahresplus von circa 20 Prozent.
→ 2024 Der Index erreichte ein Jahresplus von rund 19 Prozent und knackt erstmals die psychologisch wichtige Markte von 20.000 Punkten, doch es ging weiter nach oben.
→ 2025 Und auch im aktuellen Jahr setzte der Dax scheinbar ungebremst seinen Aufwärtstrend fort und notierte zeitweise bei deutlich mehr als über 24.000 Punkten.

Diese Zahlen zeigen, dass der Börsenindex trotz wirtschaftlicher Herausforderungen auf lange Frist eine positive Entwicklung genommen hat, wie es in der Vergangenheit übrigens ebenso der Fall war. Wird man also glücklich, respektive wächst das Vermögen immer weiter, wenn man in seiner Strategie dem Dax folgt? Auch das war Thema des Round Table im Pressehaus Stuttgart mit namhaften Fachleuten aus der Region Stuttgart (Berichterstattung dazu auf den folgenden Seiten. Eine erfolgreiche Anlagestrategie erfordere mehr als nur Investitionen in Aktien, so heißt es. Denn Aktien allein machen noch keine Anlagestrategie aus.
Werfen wir zunächst einen kurzen Blick auf den Begriff„Volatilität“. Er beschreibt die Kursschwankungen eines Wertpapiers in der Vergangenheit. Je höher die Volatilität, desto stärker geht es mit dem der Wert oder dem Kurs eines Wertpapiers rauf und runter. Aktien sind dabei zumeist volatiler als andere Anlageklassen wie zum Beispiel Anleihen. Wie das Beispiel Rheinmetall eindrucksvoll dokumentiert. Vor wenigen Monaten, etwa im dritten Quartal 2024, noch stand der Kurs des Rüstungsherstellers bei einem Wert um die 500 Punkte oder darunter, inzwischen ist der auf rund 2000 Punkte fast schon explodiert, da die neue Regierung Milliardensummen in die Rüstung investieren will.
Stichwort Diversifizierung
Wer langfristig investieren möchte, sollte sich ein Depot aus mehreren Bausteinen zusammenstellen. Dabei kommt es auf mehrere Punkte an - und es kann sinnvoll sein, auf die Unterstützung versierter Fachleute zu setzen. Trotz Risiken am Finanzmarkt - siehe Krisen und Kriege - lassen sich mit einem breit aufgestellten Depot auch Durststrecken überwinden und am Ende einträgliche Renditen erwirtschaften. Doch damit das klappt, sollten Anlegerinnen und Anleger Grundprinzipien folgen, raten Experten.
So sollte eine Geldanlage diversifiziert sein und die Kosten gering. In der Praxis heißt das, die Investition nicht nur in ein Unternehmen oder eine Branche zu stecken und dann von dessen Entwicklung allein abhängig zu sein. Tipp: Das Geld sollte besser auf viele Unternehmen, Branchen und Länder aufgeteilt werden. Nun muss niemand hingehen und Aktien oder Anleihen von zig verschiedenen Unternehmen kaufen, um sein Depot zu diversifizieren. Einfacher geht es mit Fonds, die mehrere Wertpapiere bündeln. So können Anleger in ETFs investieren. Denn diese sind günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Dazu muss ins Detail geschaut werden, denn über einen langen Anlagezeitraum macht es einen Unterschied, ob pro Jahr 1,5 bis 2 Prozent an Gebühren abgezogen werden - oder eben deutlich weniger. Neben Aktien empfehlen Experten Anleihen als weiteren Renditebaustein - sie können Wertschwankungen bei Aktien abfedern, weil sie weniger volatil sind. Das Stichwort lautet hier: Diversifikation. Anleihen sind Schuldscheine, die Unternehmen oder Staaten herausgeben können. So besorgt sich die neue Bundesregierung zurzeit massiv Kapital am Anleihemarkt. Wie das funktioniert? Die Bundesregierung finanziert ihre Ausgaben, die über die Steuereinnahmen hinausgehen, durch die Emission von Bundeswertpapieren, also eben Anleihen. Diese werden von der Deutschen Finanzagentur im Auftrag des Bundes ausgegeben und am Kapitalmarkt verkauft. Anleger, wie Banken, Versicherungen oder Privatanleger, leihen dem Staat Geld, indem sie Anleihen kaufen, und erhalten dafür Zinszahlungen sowie die Rückzahlung des Nennwerts am Ende der Laufzeit.
Breit aufstellen
Zudem werden Anleihen an der Börse gehandelt. In der Vergangenheit war es oft so, dass sie Gewinne eingebrachten in Phasen, in denen Aktienkurse schwächelten. Doch nur über die Anlageklassen ist der Diversifikation des Depots nicht Genüge getan. Auch innerhalb der Anlageklassen sollten Anleger sich möglichst breit aufstellen - und auf verschiedene Unternehmen, Branchen und Länder setzen. So kann das Risiko eines Verlusts besser gestreut werden. Besonders einfach und günstig geht das zum Beispiel mit entsprechenden ETFs, die Anteile Hunderter Unternehmen aus aller Welt bündeln.
Persönliche Situation analysieren
Wer mehrere Anlage-Bausteine im Depot hat, muss sich überlegen, wie viel Geld in welchen Baustein fließen soll. Und noch ganz wichtig: Die Gewichtung hängt von der jeweiligen persönlichen Situation ab, die ist individuell zu bewerten. dpa/red