Die Finanzierung von Wohneigentum bleibt herausfordernd. Derzeit liegen die Bauzinsen für zehnjährige Darlehen je nach Anbieter und persönlicher Ausgangslage bei rund vier Prozent. Für Käufer bedeutet das: Nicht der niedrigste beworbene Zinssatz entscheidet, sondern ein Finanzierungskonzept, das auch bei unerwarteten Kosten und einer späteren Anschlussfinanzierung trägt. Eigenkapital bleibt dabei der wichtigste Hebel. Wer einen größeren Teil des Kaufpreises und der Nebenkosten aus eigenen Mitteln finanzieren kann, reduziert die Kreditsumme und verbessert in der Regel die Konditionen. Zugleich sollte nach dem Kauf eine Reserve für Instandhaltung und Modernisierung bleiben. Gerade bei älteren Immobilien muss dieser Puffer großzügig kalkuliert werden.
Tilgung nicht zu knapp ansetzen
Bei der Zinsbindung geht es vor allem um Planungssicherheit. Zehn oder 15 Jahre können sinnvoll sein. Wichtig ist in jedem Fall, die Tilgung nicht zu knapp anzusetzen und die Anschlussfinanzierung mitzudenken. Besonders interessant ist die Verbindung von Kauf und Modernisierung. Bei einer Bestandsimmobilie sollten Kaufpreis und notwendige Sanierung gemeinsam betrachtet werden. Förderkredite können helfen, die Belastung zu reduzieren. Das KfW-Wohneigentumsprogramm 124 beispielsweise unterstützt den Kauf oder Bau selbst genutzter Immobilien mit einem Kreditbetrag von bis zu 100.000 Euro, der auch für Nebenkosten einsetzbar ist. Für Familien gibt es das Programm „Jung kauft Alt“: Je nach Kinderzahl ist beim Erwerb einer förderfähigen, sanierungsbedürftigen Bestandsimmobilie ein Kreditbetrag von 140.000 bis 180.000 Euro möglich. Wer Fördermittel in Anspruch nehmen möchte, sollte jedoch die unterschiedlichen Voraussetzungen der Programme im Blick haben. Zudem müssen Anträge in der Regel vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Käufer sollten daher frühzeitig klären, welche Förderung sinnvoll ist.
Für viele Menschen ist Wohneigentum auch ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge. Die selbst genutzte Immobilie kann im Ruhestand die Wohnkosten senken, eine vermietete Immobilie hingegen schafft Einnahmen und langfristiges Vermögen. Beides funktioniert jedoch nur, wenn Kaufpreis, Finanzierung, Instandhaltungskosten und Standort zusammenpassen. Dabei kann die Nachfrage nach Wohnraum am Bodensee ein Pluspunkt sein.
Wer über den Kauf einer Immobilie nachdenkt, sollte deshalb weniger auf den perfekten Zeitpunkt als auf die Tragfähigkeit des eigenen Plans schauen. Eigenkapital, realistische Sanierungskosten, passende Zinsbindung und Fördermittel machen aus dem Immobilienkauf ein langfristig kalkulierbares Vermögensprojekt.
Von Brigitte Bonder