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Bauen & Wohnen

Immobilien als Geldanlage in Corona-Zeiten

Anlage. Ein kleines Virus stellt die ganze Wirtschaft auf den Kopf, beeinflusst das Leben weltweit. Die ersten Gedanken gelten jetzt der Gesundheit. Doch auch an die Finanzen will gedacht sein.

Gerade in diesen Zeiten hat sich gezeigt, dass Immobilien ein gutes Gefühl geben.
Foto: LBS/Taubert

7.12.2020

Die Anlagemöglichkeiten für Erspartes und was da über die Jahre noch angespart werden soll, sind mau. Attraktive Zinsen, das war einmal. Nun also den Gang an die Börse wagen, oder vielleicht eine Immobilie kaufen? „Es gibt derzeit zwei gegenläufige Strömungen“, sagt der Leiter des IVD Marktforschungsinstituts Professor Stephan Kippes. Da sind auf der einen Seite die Vorsichtigen, die ihren angedachten Immobilienkauf angesichts von Kurzarbeit und Insolvenzen erst einmal verschieben. Und dann gibt es da auf der anderen Seite die Kapitalanleger, die sich sagen: Sicher ist sicher, Wohnraum ist immer gefragt. Der IVD-Wohnpreisspiegel 2020/2021 gibt ihnen recht. Trotz der Corona-Pandemie heißt es da, sei der Wohnungsmarkt in Deutschland stabil.

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Während die Mietpreise bundesweit nur noch im Rahmen der Inflationsrate stiegen, könnten sich die Eigentümer von Haus oder Wohnung aber über einen deutlichen Wertzuwachs ihrer Immobilie freuen. Besonders Einfamilien- und Reihenhäuser betreffe dieser Wertzuwachs. Wer mit einem Sturz der Immobilienpreise aufgrund der Pandemie gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Auch die Studie „Wohnen in Deutschland 2020 – Unterschiede zwischen Stadt und Land“, die das Institut der Deutschen Wirtschaft im Auftrag der Sparda-Bankengruppe erstellt hat, verweist auf einen robusten Immobilienmarkt. Die Nachfrage nach den eigenen vier Wänden ist ungebrochen. Nachhaltige Einbrüche bei der Nachfrage nach Miet- und Kaufobjekten seien nicht zu beobachten, befindet die Studie.

Dem knappen Angebot an Wohnungen und Häusern stehe, wie schon vor Ausbruch der Pandemie, angesichts günstiger Finanzierungskonditionen eine große Nachfrage nach Wohneigentum gegenüber, die aktuell aufgrund des zunehmenden Wunsches nach einer sicheren Wertanlage und einem Mehr an Lebensqualität im Eigenheim gar – trotz Corona – einen weiteren Zuwachs erfahre.

ASPA Immobilien GmbH

„Tendenziell ist eine Immobilie schon eine sichere Anlage“, sagt Stephan Kippes. Auch wenn es keine Garantie dafür gebe, dass die Preise immer weiter in die Höhe klettern. In den eigenen vier Wänden kann man mietfrei wohnen, die Wohnung vermieten und Miete einnehmen, und hat dabei sein Geld durchaus lukrativ angelegt. Eine wichtige Voraussetzung jedoch gibt es: Beim Kauf darf man keinesfalls auf das total falsche Objekt setzen. Das heißt, besonders auch auf die Lage achten, und bedenken, was wohl in Zukunft gefragt ist.

Angesichts der Pandemie und den damit einhergehenden Lockdowns wird derzeit bei Immobilien beispielsweise vermehrt deren Tauglichkeit fürs Homeoffice oder das Homeschooling hinterfragt. Wo können die Kinder ungestört lernen, wo die Eltern ihr heimisches Büro unterbringen? Die Größe der Wohnfläche rückt neben Terrasse, Balkon oder Garten in den Fokus, wenn sich das Leben vermehrt Zuhause abspielt. Reihenhaus und Einfamilienhaus zeigen sich hinsichtlich der Abstände zu den Nachbarn in Corona-Zeiten als günstiger, und wenn das Pendeln ins Unternehmen nicht mehr die ganze Arbeitswoche über ansteht, werden diese Immobilien auf dem Land nochmals so interessant. Julia Alber