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Stuttgart lokal

Wandern mit viel Aussicht

Der Weinwanderweg von Obertürkheim nach Uhlbach und weiter hinauf nach Rotenberg lockt mit schöner Landschaft - und der einen oder anderen Besenwirtschaft.

Wandern mit viel Aussicht

Weinwandern mit Aussicht über Uhlbach. Fotos: Jürgen Brand

Wenn nach ein paar grauen Herbsttagen die Wolken auflockern, gibt es nichts Schöneres, als in freier Natur ein bisschen Sonne zu tanken und sich dabei auch noch entspannt zu bewegen. Die vielen Wege zwischen Obertürkheim und Uhlbach und durch die Weinberge um die Ortschaften herum laden geradezu ein, die Landschaft und die immer wieder neuen Aussichten zu genießen. Einer dieser gut ausgeschilderten Wege ist der Weinwanderweg, der von Obertürkheim nach Uhlbach und von dort weiter über Rotenberg und Untertürkheim wieder zurück nach Obertürkheim führt. Start ist am Bahnhof Obertürkheim, wo ein Infoschild über die Weinwanderwege informiert. Dort ist auch gleich angeschrieben, welche der gar nicht wenigen Besenwirtschaften in der Gegend gerade geöffnet sind.

Der Weg führt zunächst einmal durch die Ortschaft an den Weingütern Zaiß und Ruoff vorbei hinauf zur Petruskirche. Bei diesem ersten Anstieg kann man schon ein bisschen ins Schnaufen kommen, wird dafür dann aber mit der ersten schönen Aussicht übers Neckartal belohnt. Die Petruskirche ist als Wahrzeichen Obertürkheims weithin zu sehen und selbst immer einen Besuch wert.

Unter Denkmalschutz seit 1946

Die Petruskirche ist das Wahrzeichen Obertürkheims und weithin sichtbar.
Die Petruskirche ist das Wahrzeichen Obertürkheims und weithin sichtbar.

Erstmals in Archiven erwähnt wird die Kirche im Jahr 1285, es wird aber vermutet, dass ihre Geschichte sogar noch weiter zurückreicht. Damals war sie wohl eher eine Wallfahrtskapelle. Zur echten Kirche mit Pfarrer wurde sie um das Jahr 1351. Im Laufe der Zeit wurde die Kirche mehrfach umgebaut und erneuert.

Der älteste Teil des Bauwerks dürfte der untere Teil des Kirchturms sein, andere Gebäudeteile stammen aus späteren Jahrhunderten, ebenso wie die Kunstwerke in der Kirche. Unter Denkmalschutz steht die Kirche seit 1946. Von der Kirche und dem Obertürkheimer Friedhof geht es weiter steil hinauf mitten in die Weinberge am Altenberg. Dort können Wanderer sich auf dem Sitzbänkle auf dem Altenbergerst einmal ein bisschen ausruhen und die wunderbare Aussicht auf Obertürkheim und das Neckartal genießen.

Von dort führt der Weg weiter an Obstbäumen vorbei und durch die Weinberge ins schöne und auch bei Touristen so beliebte Uhlbach.

Mitten in Uhlbach lädt das Weinbaumuseum zu einem Besuch ein. Dort können Besucherinnen und Besucher tief in die Geschichte des Weinbaus in der Region eintauchen. Und sie können in der zugehörigen Vinothek natürlich auch viele Weine aus der Gegend verkosten. Wer allerdings noch weiter will, sollte die Weinverkostung vielleicht noch ein bisschen aufschieben. Kann man doch nicht widerstehen, fahren Busse der Linie 62 regelmäßig zurück zum Bahnhof Obertürkheim. Vorher lohnt s sich noch ein Blick auf die Uhlbacher Pfarrkirche St. Andreas mit ihrem achteckigen Turm und den bunt lasierten Ziegeln.

Königlicher Baumeister Heinrich Dolmetsch

Uhlbach hatte seine erste Kirche an dieser Stelle um das Jahr 1490 bekommen. 400 Jahre später war dieses Bauwerk aber stark renovierungsbedürftig. Mit den Arbeiten wurde der königliche Baumeister Heinrich Dolmetsch beauftragt. Deswegen wird das Bauwerk auch „Dolmetschkirche“ genannt. 1895 waren die Arbeiten beendet. Auch ein Blick ins Innere der Kirche lohnt sich immer, sofern sie gerade offen ist.

Der Weinwanderweg führt dann durch die pittoresken Gässchen Uhlbachs hinauf in die den Ort umgebenden Weinberge mit dem Weinberghäusle und eigentlich durchgängig schöner Aussicht auf Uhlbach oder dann später auch in Richtung der Grabkapelle auf dem Rotenberg. Wer eine größere Runde gehen will, kann sich oberhalb von Uhlbach in Richtung Götzenberg und hinauf zur Egelseer Heide orientieren. Der eigentliche Weinwanderweg führt - auch wieder zum Teil steil hinauf - nach Rotenberg mit der Grabkapelle. Von dort gibt es die Möglichkeit, mit dem Bus hinunter nach Untertürkheim zu fahren.

240 Meter hinauf, 210 Meter hinunter

Zu Fuß führt der gut ausgeschilderte Weg an weiteren Weingütern und Besen vorbei nach Untertürkheim und zurück nach Obertürkheim, wo sich bei der Petruskirche sozusagen der Kreis schließt. Insgesamt ist die Strecke knapp elf Kilometer lang, es geht 240 Meter hinauf und 210 Meter hinunter.

Wer den Weg ohne große Pausen bewältigt, schafft ihn in drei Stunden. Ein bisschen Kondition ist erforderlich, aber in der schönen Stuttgarter Landschaft, die man gar nicht am Rand einer Großstadt vermuten würde, läuft es sich fast von alleine. Jürgen Brand

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