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Seit 2007 im Förderprogramm Weichen für die Zukunft gestellt in Hallschlag

Seit 2007 profitiert der Hallschlag vom Bund-Länder-Förderprogramm Soziale Stadt. Seitdem hat sich der Stadtteil enorm gewandelt und positiv entwickelt. Mehrfach gab es Auszeichnungen. Zuletzt wurde das Mehrgenerationenhaus von der Architektenkammer gewürdigt. In zwei Jahren endet die Soziale Stadt. Wie geht es dann weiter? Dieser Frage gingen das Büro ORplan, Lohrberg Stadtlandschaftsarchitektur und R + T Ingenieure für Verkehrsplanung mit dem Stadtplanungsamt nach und erstellten einen Rahmenplan.

Die Wohngebäude in der Lübecker Straße haben ihr Aussehen enorm gewandelt.

Der Rahmenplan Hallschlag unter Federführung von ORplan, Partnerschaft für Architektur und Städtebau, vom Büro Lohrberg stadtlandschaftsarchitektur zusammen mit R+T Verkehrsplanung erarbeitet, wird heute virtuell den Bürgern vorgestellt, bevor er zur Beschlussfassung in die Gremien des Gemeinderats geht. Eine öffentliche Veranstaltung war wegen der Corona-Pandemie nicht möglich.

2010 wurde das erste und heute weitgehend umgesetzte Freiraum- und Verkehrskonzept für den Hallschlag entwickelt. Vergangenes Jahr haben die Planer den Bürgerinnen und Bürgern den Entwurf im Generationenhaus am Römerkastell vorgestellt. In einem engagierten Planungsworkshop wurde vertieft über Themen wie Wohnen, Freiräume, Mobilität und Soziales diskutiert. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung wurden in die Planung eingearbeitet.

Seit 2007 im Förderprogramm

Begonnen hat die positive Entwicklung im Hallschlag, als Sozialarbeiter Ende der 1980er-, Anfang der 1990er-Jahre dort verstärkt aktiv wurden. Das Quartier konnte sich langsam von seinem Stigma befreien. Nachdem der Hallschlag 2007 in das Bund-Länder-Förderprogramm Soziale Stadt aufgenommen wurde, nahm der Wandel richtig Fahrt auf. In den folgenden Jahren veränderte der Cannstatter Stadtteil dabei nicht nur optisch sein Gesicht. Bewohner beteiligten sich an Freiraumkonzepten und engagierten sich in vielen sozialen Bereichen.

Drei Bereiche standen im Fokus: der Freiraum, der Städtebau und der Verkehr. „Ein großes Feld ist bereits bearbeitet“, sagte Christine Tritschler vor ORplan. Jetzt soll der Freiraum weiter gestärkt werden. Die Straße Auf der Steig soll zum grünen Rückgrat des Stadtteils werden. Er soll verkehrsfrei und mit entsprechenden Nutzungen versehen werden. „Fußwege sollen gestärkt und Querverbindungen durch den Hallschlag geschaffen werden.“ Zum Teil seien die Wohnhäuser schwer erreichbar. Die Wohnungsvielfalt im bezahlbaren Mietwohnungsbau soll für alle Generationen ausgebaut und gestärkt werden. „Es geht darum, Angebote für alle Generationen zu schaffen.“

Zwei Quartiersgaragen

Zwischen Hattinger Platz und Bottroper Straße sollen keine Autos verkehren, dafür Sitzgelegenheiten entstehen. Die wegfallenden Stellplätze sollen über zwei Quartiersgaragen aufgefangen werden. Im Bereich der ehemaligen Daimlersiedlung sollen die topografischen Unterschiede auch baulich überwunden werden.

Die Wohnsiedlung zwischen Düsseldorfer und Bottroper Straße stammt noch aus den 1920er-Jahren, entstanden wegen akuter Wohnungsnot. Da könnte neuer Wohnraum entstehen. Die Neuordnung der Wohnbebauung kann Querverbindungen in die umliegenden Bereiche schaffen.

Der Rahmenplan wurde bereits im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik sowie dem Bezirksbeirat präsentiert. Dabei gab es viel Lob, aber auch Kritik. Die Grünen sind bei der Bottroper Straße skeptisch: „Wir haben das in den vergangenen Jahren nie hinbekommen“, so Peter Mielert. Die CDU begrüßte die Tatsache, dass die Verwaltung mit Quartiersgaragen Ersatz für wegfallende Parkplätze bauen möchte. Generell bewertet Roland Schmid positiv, dass man den „Hallschlag zu Ende denkt“. SPD und FDP plädierten jedoch dafür, in der Straße Auf der Steig die Stellplätze zu erhalten. Hier herrsche heute schon ein Engpass.

Bei einem Thema sind sich die Fraktionen jedoch einig: Was die riesige Brachfläche im Inneren der Reiterkaserne angeht, so herrscht dringender Handlungsbedarf. „Stadtklimatologisch eine Katastrophe“, so der Tenor. Das Problem: Unter dem Asphalt schlummern die Überreste des römischen Kastells, die vor mehr als 100 Jahren entdeckt worden waren. Folglich hat der Denkmalschutz bei einer potenziellen Umgestaltung das Sagen – neben dem Besitzer, der schon mehrfach auf diesen Umstand hingewiesen hatte.
   

Der bisher kahle, ehemalige Exerzierplatz soll anders genutzt werden, so der Wunsch.
Der bisher kahle, ehemalige Exerzierplatz soll anders genutzt werden, so der Wunsch.

Exerzierplatz sinnvoll nutzen


Grünen-Stadtrat Björn Peterhoff regte an, sich Gedanken zu machen, wie der bislang kahle Exerzierplatz im Römerkastell anders genutzt werden könne, ohne die Denkmalbelange zu tangieren. Diese im Sommer brütend heiße Fläche monierte auch Hannes Rockenbauch („Die Fraktion“). Für den ehemaligen Exerzierplatz sei eine sinnvollere Nutzung möglich, als die Fläche fürs Autodriften zu verwenden, ergänzte SPD-Stadtrat Stefan Conzelmann. Die CDU monierte das Vorhaben, die Straße Auf der Steig autofrei zu gestalten. Die Anwohner sollten bei der Entscheidung einbezogen werden. „Wir haben da große Zweifel“, sagte Beate Bulle-Schmid, „ob dies überhaupt gewollt ist“. Die Quartiersgaragen sollten in unmittelbarer Nähe sein, um weite Fußwege, beispielsweise nach dem Einkaufen, zu vermeiden. Auch FDP und Puls machten sich für eine Bürgerbeteiligung stark.

„Die Bürgerbeteiligung hat bereits im September stattgefunden“, sagte Stadtplanerin Angela Weiskopf. Da gab es Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen. Das Freiraumkonzept sei positiv aufgenommen worden. Die Straßenmaßnahme sei detailliert geprüft und mit den Verkehrsplanern abgesprochen worden. Weiskopf: „Wir planen keinen autofreien Stadtteil.“

Der Rahmenplan hängt noch bis 15. Juli im Generationenhaus, Am Römerkastell 69, aus. Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr. Dort können direkt Kommentare angebracht und Fragen gestellt werden, aber auch eine Online-Pinnwand (padlet) steht dafür zur Verfügung unter dem Link https://padlet.com/sozialestadthallschlag/6ta1v492d18yd5y. Dort können virtuell Kommentare angebracht werden. Eine weitere Beteiligungsmöglichkeit ist unter www.stuttgart-meine-stadt.de/stadtentwicklung/hallschlag/gegeben.

Der Bund und das Land Baden-Württemberg tragen im Rahmen der Städtebauförderung „Sanierung Bad Cannstatt 20 – Hallschlag“, Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Die Soziale Stadt“ bis zu 60 Prozent der Kosten als Fördermittel bei. Die Soziale Stadt Zukunft Hallschlag verfügt bis heute über einen Förderrahmen von 21,8 Millionen Euro. Alle Projekte der Sozialen Stadt werden beim Amt für Stadtplanung und Wohnen koordiniert, die Bürgerbeteiligung vom Stadtteilmanagement organisiert. Von Edgar Rehberger

Virtuelle Präsentation

Die Zugangsdaten für das virtuelle Treffen mit Diskussion am heutigen Mittwoch lauten für den Computer unter dem Link https://zoom.us/join, Meeting-ID: 814 6864 9858, Passwort: 172164. Per Telefon können sich Interessierte unter Telefon 069- 71049922 oder 030-56795800 einwählen. Die Meeting-ID lautet 81468649858#. Die Nutzer-ID kann mit einem # übersprungen werden. Das Passwort lautet 172164#. Bei Fragen hilft das Team vom Stadtteilmanagement von Weeber+Partner unter E-Mail team@zukunft-hallschlag.de oder Telefon 62009360 weiter. Eine Registrierung ist nicht nötig. Für eine bessere Vorbereitung wird um Voranmeldung der Teilnahme gebeten. Wer die Verbindung vorher testen will, kann sich am 15. Juli ab 17.40 Uhr in die Telefon- und Videokonferenz einwählen. red

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