Salbei, Zitronenmelisse oder Zitronenverbene genießen warme und sonnenreiche Tage, sie sind dann reich an ätherischen Ölen und haben ein intensives Aroma. Der beste Zeitpunkt für eine mögliche Ernte ist ein sonniger Vormittag, sobald der nächtliche Tau getrocknet ist - vor Beginn der Mittagshitze. Schneiden Sie die Triebe mit einer scharfen Schere oder einem Messer ab und lassen Sie die Pflanze mindestens zehn Zentimeter stehen. So kann sie sich erholen und weiter wachsen. Der Rückschritt hilft, damit die Pflanzen in Form bleiben und von unten gut verzweigen.
Das Erntegut breitet man locker auf flachen Obstkisten aus, die mit Zeitungspapier ausgelegt sind, sagt Gabi Habersetzer, Biologin und Kräuterpädagogin aus Bedburg-Hau. So kann es an einem schattigen, gut belüfteten Ort schonend trocknen.
Gabi Habersetzer rät davon ab, sich von idyllischen Bildern mit in der Sonne hängenden Kräutersträußen zur Nachahmung verleiten zu lassen. Zwar könne man „größere Mengen an Teekräutern gut in Bunden, die kopfüber gehängt werden, trocknen“, sagt die Biologin. Der Standort sollte aber unbedingt schattig, luftig und kühl sein.
Ihr Tipp: „Man kann einen Wäschständer nehmen, die Sträuße aufhängen und zum Schattieren ein Bettlaken darüber decken." Nach dem Trocknen werden die Blätter zerkleinert und in Blechdosen oder Glasbehälter gefüllt. Wichtig ist, dass die Kräuter vollständig getrocknet sind, bevor Sie sie aufbewahren. Und Teekräuter müssen unbedingt lichtgeschützt gelagert werden.
Wer Kräuter anbauen und für Tee verwenden möchte, hat sehr viel Auswahl. Auch was die Sorten angeht. „Die Minzen variieren mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen von fruchtig frisch bis hin zur klassischen Menthol-Note“, so Gabi Habersetzer. Sie rät, nur das zu pflanzen, was dem eigenen Geschmack zusagt.
Die Minze zählen zu den mehrjährigen Pflanzen. Sie kann mehrmals im Jahr geerntet werden. Auch bei Kräutern wie Brennnessel und Melisse sollten die Triebe jeweils noch keine Blüten gebildet haben, sodass eine zweite Ernte des Neuaustriebs möglich ist, so Habersetzer.
Zu den ausgefalleneren Teepflanzen gehört die Tee-Monarde. „Diese Staude hat bei den Ureinwohnern Amerikas eine lange Tradition“, sagt Kräuterexperte André Segler und beschreibt den Geschmack als zitronigherb mit einer Note von Bergamotte. „Es können sowohl Blätter als auch die rosaroten Blüten verwendet werden.“ Die Staude ist robust, winterhart und verträgt trockene, sonnige Standorte. Davon die Pflanzen durch Kräuterdünger zum Wachstum anzuregen, rät Habersetzer ab. „Decken Sie den Boden rund um die Pflanzen mit frischen Beinwellblättern ab“, das regt das Bodenleben an und liefert den Pflanzen wertvolle Nährstoffe wie Kalium. So wird ihr Pflanzengewebe widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen.
Viele Kräuter können unsere Gesundheit unterstützen, und zwar das ganze Jahr über. Manches Teekraut hat daher einen festen Platz in der Hausapotheke. Ein Klassiker ist der Salbei, der durch seine antibakterielle Wirkung vor allem bei Halsschmerzen gute Dienste leistet.
dpa/tmn