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Beruf & Weiterbildung

Für Menschen mit sozialer Ader

Ausbildung und Studium. Die Arbeitsfelder im sozialen Bereich sind vielfältig. Neben fachlichen Qualifikationen und Einfühlungsvermögen ist auch eine stabile Persönlichkeit gefragt.

Erzieherinnen begleiten Kinder bei deren Entwicklung. Foto: Africa Studio/Adobe Stock

22.03.2021

Die 17-jährige Sabrina hat Freude an der Arbeit mit Menschen. Nach ihrem Schulabschluss kam für sie nur ein sozialer Beruf in Frage und seit gut einem Jahr absolviert sie eine Ausbildung zur Sozialassistentin. Dabei wechselt sich theoretischer Unterricht mit mehreren Praxisphasen ab, in denen die Auszubildenden verschiedene Einsatzbereiche kennen lernen. Sabrina hat zwei Praktika gemacht und dabei die Arbeit in einer Kindertagesstätte und in einem Seniorenwohnheim kennengelernt. Für sie steht bereits fest, dass sie am liebsten mit Kindern arbeiten und Erzieherin werden möchte.

Wer sich für einen Beruf im sozialen Bereich entscheidet, arbeitet mit unterschiedlichsten Gruppen von Menschen. Sozialassistenten wie Sabrina gelten als Ergänzungskräfte, die nach der zweijährigen Ausbildung Pfleger oder Erzieher unterstützen können und in Prozesse der Bildung, Betreuung und Pflege eingebunden sind. Kehrseite der Medaille ist die vergleichsweise geringe Vergütung als Assistenzkraft. Eine Weiterqualifikation ist empfehlenswert.

Neben diesen Ausbildungsberufen gibt es akademische Wege wie den Studiengang „Soziale Arbeit“. Das generalistisch angelegte Studium dauert in der Regel sieben Semester und bereitet auf alle Arbeitsfelder vor. Nach dem Abschluss ergeben sich vielfältige Möglichkeiten. Sozialarbeiter sind in der Schule oder in Jugendeinrichtungen ebenso tätig wie in der Bewährungshilfe oder im Krankenhaus. Dabei geht es in erster Linie darum, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Eine gewisse Nähe zum Klienten gilt als Grundvoraussetzung für den Hilfeprozess.

Wer in der sozialen Arbeit tätig werden möchte, hat seine persönlichen Stärken, aber auch seine Grenzen zu kennen. Schließlich kann es im Arbeitsalltag immer wieder zu extremen Situationen und Grenzerfahrungen kommen. In der Altenhilfe beispielsweise geht es oft um körperlichen und geistigen Abbau und am Ende um Sterben und Tod. Streetworker sorgen sich um die Ärmsten der Armen.

„Das alles braucht eine gute Mischung aus professioneller Nähe und Distanz zwischen Sozialarbeiter und Klient“, erklärt Andreas Blinzler aus Krefeld. Nach vielen Jahren in der Jugendarbeit, in der Altenhilfe und in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen arbeitet er jetzt in der Kreisgruppe der Paritätischen. „Die starken Nerven werden durch kollegiale Beratung und Supervision im Berufsleben gestärkt. Ein fester Charakter und eine reife Persönlichkeit sollten allerdings schon vorher vorhanden sein.“ Brigitte Bonder