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Altersvorsorge

Früh beginnen lohnt sich bei der Vorsorge

Vorsorge im Alter. Die zunehmende Alterung der Bevölkerung bedeutet für die Sicherung des Lebensstandards im Alter eine wachsende Herausforderung.

18. Juni 2019 - 11:00 Uhr
Aufgrund der sinkenden Leistungsfähigkeit des gesetzlichen Rentensystems sollte sich jeder Einzelne um seine persönliche Altersvorsorge kümmern und die staatliche Grundversorgung privat ergänzen, sagen Experten.
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Unabhängig von der Frage, mit welchen Produkten man den Einstieg in die private Altersvorsorge in Angriff nehmen möchte, nennt Thomas Bischof eine Faustregel: „Früh anfangen lohnt sich bei der Altersvorsorge“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Württembergischen Lebensversicherung AG.

Besonders deutlich kommt dieser Umstand beim Thema Berufsunfähigkeit (BU) zum Tragen. Und das nicht nur, weil die Angebote einer Berufsunfähigkeitsversicherung besonders dann erschwinglich sind, wenn man noch jung ist und sich in sehr guter körperlicher und mentaler Verfassung befindet. Gerade zum Anfang der Karriere ergibt sich naturgemäß das größte potenzielle Risiko, im Laufe des Berufslebens auf einen BU-Schutz zur Absicherung vor den finanziellen Folgen einer Krankheit oder eines Unfalls zurückgreifen zu müssen. Auch sind die kumulierten Einkünfte, die etwa in Form von Lohn und Gehalt über das verbleibende Berufsleben noch zusammenkommen würden, als junger Mensch am größten. Und damit auch die mögliche finanzielle Deckungslücke, um sein Leben nach eigenen Vorstellungen bestreiten zu können.

Nicht viel anders verhält es sich nach Angaben von Bischof beim Aufbau einer zusätzlichen Geldrente für die Zeit nach dem Erwerbsleben. Auch hier gelte es, rechtzeitig anzufangen und im „Drei-Schichten-Modell der Altersvorsorge“ mit Basisversorgung, kapitalgedeckter Zusatzversicherung und Kapitalanlageprodukten zunächst die Möglichkeiten der Schichten eins und zwei klug auszuschöpfen.

„Unbedingt zu empfehlen ist auch, die staatlich geförderten Angebote zur Altersvorsorge zu nutzen“, sagt Bischof mit Blick auf die Riester-Rente, die Rürup-Rente – auch Basis-Rente genannt – und die betriebliche Altersvorsorge, die hier als mögliche Alternativen – teilweise auch in Kombination – zur Verfügung stehen. Je nach Berufsgruppe, Alter oder auch Gehalt sollten Vorsorgende gut kalkulieren, für welche staat- liche Förderung sie sich entscheiden, raten Experten. So eignet sich laut Württembergischer Lebensversicherung die Riester-Rente etwa besonders für Familien mit Kindern und für Alleinerziehende, während sich die Rürup-Rente in erster Linie an Selbstständige richtet.

Klar ist jedoch: Die Basisversorgung und die kapitalgedeckte Zusatzversicherung sichern zusammen nur ein Rentenniveau, welches in früheren Jahrzehnten allein durch die gesetzliche Rentenversicherung dargestellt werden konnte. Entscheidend für den Wohlstand im Alter ist somit Schicht drei – die Kapitalanlage. Zusätzlich sei daher auch der Abschluss zum Beispiel einer privaten Rentenversicherung ratsam, so Bischof.

Bei der klassischen Lebens- beziehungsweise Rentenversicherung wird das Kapital, das der Versicherungsnehmer bei der privaten Rentenversicherung anspart, verzinst und bei Beginn der Rente entweder durch regelmäßige Rentenzahlungen oder als einmaliges Kapital ausgezahlt. Man hat hierbei die Wahl zwischen der aufgeschobenen privaten Rentenversicherung, bei der man regelmäßig über einen bestimmten Zeitraum seine Beiträge zahlt, und der Sofortrente gegen Einmalbetrag. Die Angebote gibt es auch als fondsgebundene Varianten.

Dieses Modell habe über Jahrzehnte wunderbar funktioniert, wie Bischof sagt. Dann kam die Finanzkrise 2008 und mit ihr der allmähliche Niedergang der Kapitalmarktzinsen auf das heutige Nullniveau. Dieses stellt Lebens- und Rentenversicherungen derzeit auf den Prüfstand. Bei Licht betrachtet, gibt es aber nach Überzeugung der Württembergischen Lebensversicherung auch heute bei der Vorsorge für das Alter trotzdem nur wenige Alternativen. Als unverwechselbares Merkmal einer Lebensversicherung im Vergleich zu Bankprodukten gelten die Absicherung biometrischer Risiken und die Glättung der Kapitalerträge im Zeitverlauf. „Beides ist in Zeiten volatiler Kapitalmärkte und niedriger Zinsen von unschätzbarem Wert“, macht Bischof klar. Oder anders gesagt: Je geringer der Zins ist, desto wertvoller wird die Garantie der lebenslangen Rentenabsicherung.

Insbesondere im Bereich der Lebens- und Rentenversicherungen ist nach Branchenangaben momentan eine große Innovationswelle im Gange, die sich zugunsten der Kunden auswirkt. Thomas Spengler

Viele Fonds buhlen um die Gunst der Anleger

Altersvorsorge. Hinter vielen Produkten steckt mittlerweile ein Investmentfonds.

Es gibt viele Wege für die private Alters- vorsorge: Immobilien, normale Sparpläne, Rentenversicherungen oder Aktien sowie Fonds. Beim Thema Fondsanteile ist zurzeit Bewegung. Jüngst machten die Verbraucherzentralen mit ihrem Konzept „Extrarente“ einen eigenen Vorschlag. Dies soll eine Alternative im komplizierten Markt der privaten Altersvorsorge bieten – organisiert in staatlicher Hand, mit weniger Nebenkosten als bei kommerziellen Angeboten wie Riester. Das Geld soll vor allem in Aktien angelegt werden, mit schrittweiser Umschichtung in risikoärmere Anlagen. Erledigen sollen das private Fondsmanager, die eine Behörde damit beauftragt. Die Fondsanteile sollen auf einem persönlichen Konto verbucht werden.

Für ihre Grundidee trommeln die Verbraucherschützer schon länger. Auch Hessen hatte eine sogenannte Deutschlandrente vorgeschlagen – dabei soll Geld in einem kollektiven Fonds gesammelt und breit gestreut angelegt werden. Als Vorbild gilt Schweden. Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) sagte: „Ich hoffe, dass die von Hessen aus angestoßene Diskussion um ein staatlich organisiertes Standardprodukt der privaten Altersvorsorge nun nicht nur weiter Fahrt aufnimmt, sondern in Berlin auch zu Ergebnissen führt.“

Wo Altersvorsorge draufsteht, sind oft Investmentfonds beinhaltet. Denn auch in der betrieblichen Vorsorge für das Alter oder gleichfalls in privat abgeschlossenen Lebensversicherungen sind Investmentfonds enthalten. Direkt und indirekt betreuen die Fondsgesellschaften somit das Kapital von rund 50 Millionen Bürgern, wie der Deutsche Fondsverband BVI mitteilte. Ein Fonds investiert das Geld vieler Sparer gemäß den Fondsbedingungen in verschiedene Aktien, verzinsliche Wertpapiere, wie Staats- und Unternehmensanleihen oder Immobilien sowie Aktien. Fondsmanager dürfen in keinem Fall mehr als zehn Prozent des Fondsvermögens in Wertpapiere eines Unternehmens investieren. Diese Risikostreuung ist gesetzlich vorgeschrieben und lässt sich mit Direktanlagen in einzelnen Wertpapieren oder Immobilien kaum erreichen. Durch diese breite Streuung können Verluste eines Wertes durch Gewinne anderer Werte ausgeglichen werden. Eine Geldanlage in Investmentfonds ist sehr flexibel. Fondsanteile können im Gegensatz zu vielen anderen Geldanlagen grundsätzlich börsentäglich gekauft und verkauft werden. Schon mit kleinen Beträgen können die Sparer Investmentfonds erwerben und mit Sparplänen schon ab 25 Euro im Monat beispielsweise Rücklagen für den Ruhestand aufbauen.

Tausende verschiedenster Fonds buhlen um die Gunst der Anleger. Hinter den Fonds stehen unterschiedliche Anlagestrategien. „Wer das passende Paket für sich finden möchte, sollte sich vorher über seine persönlichen Bedürfnisse und Erwartungen im Klaren sein“, schreibt die Verbraucherzentrale. Da die Kosten stets die erzielbare Rendite schmälerten, sollten wichtige Kostenfaktoren wie Ausgabeaufschläge und Verwaltungsentgelte möglichst gering sein. Bei sogenannten Indexfonds, die im Branchenjargon kurz ETFs genannt werden, fallen in der Regel keine Vertriebsfolgeprovisionen und Ausgabeaufschläge an und die Kapitalanlagekosten sind niedriger. Sie werden über die Börse gehandelt. Oliver Schmale
  
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