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Zahlreiche Stolperfallen auf dem Friedhof Münster in Stuttgart

Gartenbautechniker Wolfgang Hertler hat die Stellen mehrfach der Stadt gemeldet. Zum Teil betragen die Unebenheiten bis zu zehn Zentimeter. Gefahr droht für Besucherinnen und Besucher am Treppenabgang zum unteren Ausgang. Die Verwaltung verspricht Abhilfe.

Auf dem Friedhof finden sich Stolperfallen am Treppenabgang zum unteren Ausgang ... Fotos: Edgar Rehberger

20.09.2021

Gartenbautechniker Wolfgang Hertler hat die Stellen mehrfach der Stadt gemeldet. Zum Teil betragen die Unebenheiten bis zu zehn Zentimeter. Gefahr droht für Besucherinnen und Besucher am Treppenabgang zum unteren Ausgang. Die Verwaltung verspricht Abhilfe.

Wolfgang Hertler ist regelmäßig auf dem Friedhof Münster. Der Gartenbautechniker aus Münster pflegt das Grab seiner Urgroßeltern. Dabei fallen ihm immer wieder Dinge auf, auf die er aufmerksam machen will. „Es gibt viele Stolperfallen, die vor allem für die älteren Friedhofsbesucher gefährlich werden können.“ Besonders vor Treppenabgängen könnten sie schlimme Folgen haben. Etwa an der Treppe zum unteren Ausgang. Dass er sich regelmäßig auf dem Friedhof, der 1912 gebaut wurde, aufhält, zeigt sich beim Gang über das Gelände. Es sind einige Stellen, die ihm aufgefallen sind, die Bodenunterschiede betragen zum Teil bis zu zehn Zentimeter.

Dies trifft auch auf den Treppenabgang zum unteren Ausgang zu. Das Kopfsteinpflaster vor der oberen Treppe hat sich um mehrere Zentimeter gesetzt. Wer nicht aufpasst, kann dagegen stoßen und so zu Fall kommen. An einigen Stellen ist das Kopfsteinpflaster überwachsen, sodass man die Unebenheiten gar nicht sofort bemerkt. In manchen Fällen fehlen Kopfsteinpflaster, die für Lücken sorgen. Ein paar Meter weiter finden sich Erhebungen im Boden, stehen einzelne Pflastersteine höher als andere, weil vermutlich Wurzeln im Boden den Weg angehoben haben. Aber auch an Wegen ohne Kopfsteinpflaster muss beim Passieren der Blick nach unten gehen, weil sich Steinplatten gesenkt haben.

Hertler hat den Friedhofsaufseher darüber informiert und auch mehrfach an die Verwaltung und direkt an Volker Schirner, den Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes, geschrieben und die Schäden gemeldet. „Manche offene Stellen wurden zwischenzeitlich mit Split gefüllt“, beschreibt Hertler die Resonanz. Von Amtsleiter Schirner hat er keine Antwort erhalten. Hertler hat neben der Kritik aber auch Lob für die Stadt. So wurden am Kompostierplatz Eibenhecken gepflanzt. „Die Verwilderungen durch Hartriegel sind entfernt worden, sodass es jetzt viel schöner aussieht.“ Auch das Ende des Provisoriums an der Friedhofsmauer erwähnt Hertler lobend. Im Frühjahr wurde der Bauzaun, der knapp sechs Jahre lang die einsturzgefährdete Mauer ersetzte, entfernt und die Mauer wieder komplettiert.

Die Stadt versichert, dass die angemahnten Pflasterflächen bereits zur Reparatur in Auftrag gegeben worden sind. „Sobald Schäden bekannt werden, werden sie im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht umgehend erledigt“, betont Stadtsprecher Martin Thronberens.

Doch nicht nur die Stolperfallen beschäftigen den Gartenbautechniker. Auch der Grünschnitt und der Travertinbrunnen auf dem Friedhof bereiten Hertler Kopfzerbrechen. Der Brunnen aus Travertinstein, an dem die Besucher ihr Wasser zur Grabpflege holen, ist immer wieder verstopft. Hertler vermutet, dass die Wurzeln der Trauerweide neben dem Brunnen ins Abflussrohr wachsen und dadurch das Abfließen des Wassers verhindern. Hertler hat schon per Hand das Wasser abgeschöpft und die Triebe, die aus dem Abflussrohr ragen, entfernt. „Aber das hält nicht lange.“ Die Trauerweide werde ab und an zurückgeschnitten. „Aber das löst das Problem nicht.“ Die Stadt hat auch diesen Punkt aufgegriffen und eine Prüfung beauftragt, versichert Thronberens.


»Die angemahnten Pflasterflächen wurden bereits zur Reparatur beauftragt.«

Martin Thronberens
Stadtsprecher


Da rund um den Brunnen der besagte Hartriegel die Bodendecker überwuchert, hat Hertler selbst schon zur Heckenschere gegriffen und den Wildwuchs beseitigt. Auch Brombeerranken sorgen immer wieder für versperrte Wege. „Besucher schneiden die Triebe in Eigeninitiative ab, um die Wege nutzen zu können.“ Das Problem: Die Brombeerranken wachsen in den Boden, bilden Wurzeln und vermehren sich. „Die Zahl verdoppelt sich damit jährlich. Es gibt keine fachgerechte, jahreszeitliche Pflege“, so sein Vorwurf.

Dieses Jahr sei die Vegetation durch die hohe Feuchtigkeit sehr stark gewachsen, führt Stadtsprecher Thronberens aus. „Aus diesem Grund und bedingt durch Urlaubszeiten verlief die Pflege in den letzten Wochen nicht optimal.“ Die ausführenden Unternehmer seien auch durch den extremen Sturm lange in die Schadensbeseitigung eingebunden gewesen. Die turnusmäßige Pflege der Friedhöfe habe daher gelitten. Im Zuge der Heckenneupflanzungen im Winterhalbjahr 2021 werde die Abteilung 5 auf dem Friedhof Münster umgestaltet. „In diesem Zusammenhang werden auch die beiden Müllcontainer vor dem unteren Brunnen entfernt und ein neuer Standort dafür ausgewiesen. Die Neuverlegung der schiefen Platten wird in diesem Rahmen auch erledigt.“ Edgar Rehberger


Mobilitätstag mit buntem Programm

Der Stadtbezirk beteiligt sich am Dienstag, 21. September, an der Stuttgarter Mobilitätswoche. Aktionsareal in der Austraße 370/371.

Der Stadtbezirk Münster hat es sich nicht nehmen lassen, an der Stuttgarter Mobilitätswoche teilzunehmen, die wiederum im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche stattfindet. Damit soll der bewusste Umgang mit allen Mobilitätsformen gefördert und die Bürgerinnen und Bürger hierfür sensibilisiert werden. Es geht um Verbesserung der Luftqualität, um Lärmreduzierung sowie mehr Umweltschutz und damit um einen Beitrag zur Erhöhung der Lebensqualität in Stuttgart.

„Da sind wir natürlich mit einem Mobilitätstag dabei“, sagt Bezirksvorsteherin Renate Polinski, auch wenn dies mit enorm großem personellen Aufwand für Planung und Durchführung verbunden ist. Am Mobilitätstag am Dienstag, 21. September, sollen die Bürgerinnen und Bürger von Münster ermuntert werden, sich aktiv, gesund und sicher zu bewegen, sich über die Potenziale der Elektromobilität, über nachhaltige vielfältige Mobilität und Mobilitätsformen zu informieren und sie kennenzulernen. Kinder und Jugendliche sollen spielerisch an die Themen Umwelt, Nachhaltigkeit, Gesundheit und Bewegung herangeführt werden.

Auftakt ist um 14.30 Uhr mit der Einweihung der Scooter-Ständer am Spielplatz Mainstraße, eine Anregung des Kinder- und Jugendtreffs. Dort können Boards und Scooter diebstahlsicher deponiert werden. Ausgewählt wurden Standorte an den Spielplätzen Mainstraße und am Lechweg. Die Montage der Ständer übernimmt Gartenbau Joos. Dann geht es weiter zur Austraße 370/371, die zum Aktionsareal auserkoren wurde. Der Weg dorthin ist mit gelber Sprühkreide markiert. Dabei soll zudem auch an die Aktion 5000+S’ läuft mit Anregungen zu 5000 Extraschritten erinnert werden.

Dort beginnt um 15.15 Uhr das Programm. Der Kinder- und Jugendtreff hat eine temporäre Spielfläche zum Thema Mobilität und Geschicklichkeit eingerichtet. In einem abgegrenzten Bereich stehen Aktivitäten mit Boards, Scootern und Inlinern auf dem Programm, die auch kostenfrei auszuleihen sind, ebenso wie Bobbycars. Im Bereich Riverview kann man sich über E-Mobilität informieren, E-Bikes, E-MTB-Bikes, E-Trike und Lastenrad testen. Beim Riverhouse können Stand-up-Paddel Boards und E-Boote kostenfrei ausgeliehen werden.

Fürs leibliche Wohl ist gesorgt. Die Zaißerei kümmert sich um Essen und Trinken, vor dem Riverhouse gibt’s für Kinder kostenlos ein Eis. Ab 19 Uhr sorgen die Sambatrommlerinnen und -trommler der Gruppe Repicando für Unterhaltung. Für die Veranstaltung ist die Austraße in diesem Bereich komplett gesperrt. Dies gilt auch für die Hauptradroute. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die Zuschauer, werden erfasst, es gelten die 3G-Regeln. Vorgesehen sind rote Bändchen und ein QR-Code zum Registrieren. Da Plakate wegen der Bundestagswahl kaum auffallen, hat sich die Bezirksvorsteherin für Banner entschieden, die auf die Veranstaltung aufmerksam machen. ede