Lange haben sie gesucht - bis sie endlich in der Nähe von Horb fündig wurden: Die Rede ist von der Traumimmobilie von Ruth und Thomas. Und heute ist der Softwareexpertin und dem Ingenieur auch klar, warum das so einige Jahre dauerte.„Klar gestaltet sich die Marktsituation seit längerem nicht ganz einfach, wir müssen ja jetzt nicht die Krisen aufzählen“, nickt die 45-Jährige. „Da ist zwangsläufig Geduld ist angesagt, schließlich will man ja was fürs Leben. Aber letztlich war für uns dann der Dreh- und Angelpunkt, an dem sich was bewegte, als wir herausfanden, was wir wirklich wollten.“
So hatte sich das Paar anfangs auf jeden Fall etwas in der Stadt vorgestellt, schon wegen ihrer Berufe.„Wohnung oder Häuschen“, so Ruth.„Aber irgendwie verzettelt man sich dann, wenn man keine klaren Vorstellungen hat und ein Makler oder eine Maklerin können dir dann auch nicht weiterhelfen, wenn man vage herumlaviert.“ Sie schleppten einen zu allen möglichen Objekten, nach dem Motto "Wär' das was?”. „Das kostet nur Zeit und Wege und frustriert alle Beteiligten.“
Also setzte sich das Paar ein Wochenende lang hin und schrieb auf – zunächst jeweils einzeln -, was sie jeweils unter Wohnen verstehen, um es dann generalstabsmäßig zusammenzufügen. „Das war lustig, plötzlich lernt man seinen Mann ganz neu kennen“, erinnert sich die agile Frau. Während sie eher mehr Wohnraum wollte, um ihre Tanz- und Yogaübungen machen zu können, ohne stets die Möbel aus dem Weg räumen zu müssen, lag sein Fokus eher auf Küche und Esszimmer.„Ich koche und genieße einfach gerne“, lacht Thomas. Beim Schlafzimmer hatten sie ähnliche Vorstellung, nicht zu groß, gemütlich, aber mit hohen Fenstern zum Sonnenuntergang.„So kamen wir auf eine ungefähre Gesamtfläche, die wir zu Leben wohl brauchten“, schildert der 50-Jährige. Und noch eines wurde deutlich, neben einem Büro war als Ausgleich beiden die Nähe zur Natur sehr wichtig. „Einfach rausgehen, bevorzugt in den Wald, um durchatmen zu können“, nimmt seine Frau den Faden auf.„Und plötzlich war uns klar, Stadt kann das so nicht bieten, zumal wir erkannten, dass es auf ein Haus hinauslief und es musste kein neues sein.“ Also weiteten die zwei ihren Radius aus, immer entlang der Autobahn und den Strecken des Öffentlichen Verkehrs. „Schließlich kann und will man nicht nur im Homeoffice bleiben, die Anbindung ist wichtig.“ Dafür nutzten sie Immobilienportale, legten dort spezifische, an ihre Kriterien angepasste Suchaufträge an, um sie in regelmäßigen Abständen zu verschicken. Aber auch mit verschiedenen Immobilienmaklern mit Marktanalysen standen sie in Kontakt und aktivierten ihr eigenes Netzwerk aus Freunden, Kollegen und Bekannten.
Und siehe, je ländlicher es wurde, desto mehr Haus und Grundstück gab es für das Geld, das Ruth und Thomas ausgeben konnten und wollten, zumal sie nicht per se nach Neubau suchten. Und so stießen sie - tatsächlich dank Mundpropaganda des eigenen Netzwerks - entlang der A81 auf ein betagtes Bauernhaus, pittoresk auf einer Anhöhe gelegen, das sie liebevoll wieder in Stand setzten. „Hütte meinten manche. Wir erkannten gleich die Perle darin, zumal wir die Raumsituation selbst so gestalten konnten, wie wir das an diesem Wochenende der Zusammenschau und des Kassensturzes geplant, ja erträumt hatten“, schwärmt Ruth. „Und das noch in dieser Lage am Wald.“ Anbindung gebe es außerdem. „Ein paar Orte weiter ist ein Bahnhof, nicht fußläufig, aber mit Park & Ride und auch per Fahrrad möglich.“ Sie weist aber auch darauf hin, stets den Renovierungs- und Sanierungsbedarf in die Gesamtkosten einzupreisen sowie die Kaufnebenkosten.„Klar, ältere Objekte haben einen besonderen Charme, sind auch besonders weiter draußen günstiger. Doch man kann schon Überraschungen erleben, daher lieber mehr Budget einplanen. Braucht man es nicht, soll es auch recht sein.“ Außerdem brauche es ja auch keine Luxusausstattung. „Solide Qualität, möglichst nachhaltig, aber keine goldenen Armaturen.“ Und einen Tipp hat sie noch: „Wer einen Architekten oder eine Architektin an der Hand hat, es kann nicht schaden, die mal über die Bausubstanz schauen zu lassen.“
Beim Neubau an Heizkosten denken
Hohe Decken und große Zimmer wünschen sich so manche Leute, wenn sie ihr Traumhaus planen. Doch was schön aussieht, kann schnell ins Geld gehen - und damit ist nicht nur die Bauphase gemeint. Da die Energiekosten stetig steigen, sollten Bauherren diesen Aspekt bei ihren Überlegungen nicht außer Acht lassen. Denn Sparen beginnt bei der richtigen Planung. Wer auf übergroße Flächen verzichtet, spart nachhaltig Heizkosten, schreibt der Verband Privater Bauherren (VPB). Auch die Deckenhöhe spielt eine Rolle, denn warme Luft steigt bekanntlich nach oben.
Raumbedarf kritisch prüfen
Es lohnt sich also, sich bereits in der Bauphase mit künftigen Energiekosten auseinanderzusetzen also konkret bei der Planung der Zimmergröße und Deckenhöhe zu überlegen, wie viel Platz man wirklich braucht. Helfen kann dabei eine kritische Analyse des Raumbedarfes von einem unabhängigen Experten. Beraten können dazu etwa Sachverständige oder Architekten. Die Größe der Räume ist natürlich nicht alles. Wichtig ist dem VPB zufolge auch, dass die Haustechnik zur Konstruktion und zu den Bewohnern passt. Zudem spielt die Wahl der passenden Dämmung beim Thema Energieeffizienz eine große Rolle.
Das eigene Heizverhalten im Blick
Ist man dann ins Haus eingezogen, ist natürlich auch das eigene Heizverhalten entscheidend. Jedes Grad weniger senkt den Verbrauch um etwa sechs Prozent, schreibt die Verbraucherzentrale. Doch Energiekosten sparen ist nicht alles. Temperaturunterschiede von mehr als fünf Grad zwischen Räumen innerhalb der Wohnung können schnell zu einem Schimmelproblem führen, so die Verbraucherschützer. Daher sollte man am besten die Türen schließen, wenn Räume unterschiedlich geheizt werden. Damit Wohn- und Schlafzimmer nicht zu sehr auskühlen, raten sie zudem: In der Heizperiode diese Räume tagsüber auf mindestens 16 bis 18 Grad zu heizen. Denn sonst könne sich leicht Schimmel bilden. dpa/tmn
STADT ODER LAND?

Ganz ehrlich: Wer träumt nicht vom frei stehenden Einfamilienhaus mit viel Grün und der perfekten Infrastruktur mit dem Bäcker um die Ecke und Kindergarten und Schulen ganz in der Nähe. Diese Exklusivität hat in der Region Stuttgart nicht nur seinen Preis. Manchmal begibt man sich auch auf eine Reise, die ganz woanders landet.