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Beruf & Weiterbildung

Erzieherinnen helfen, die Welt zu entdecken und zu erobern

Erzieherinnen. Sie sind erste Wegbegleiterinnen für Kinder und haben eine anspruchsvolle Aufgabe.

Der Erzieherberuf umfasst vieles, was von der Gesellschaft oft gar nicht wahrgenommen wird. Kita-Leiterin Barbara Nolte (li) führt mit Erzieherin Lea-Sophie Aldejohann ein Planungsgespräch. Foto: Kirsten Neumann/dpa-tmn

13.07.2021

Erzieherinnen und Erzieher betreuen und unterstützen Mädchen und Jungen dabei, die Welt zu erobern und zu verstehen. Sie geben Impulse, fördern sie im Spiel und haben immer ein offenes Ohr. „Kein Kind ist wie das andere, sie schaffen es immer wieder, mich zu verblüffen“, sagt Lea Sophie Aldejohann. Die 22-Jährige ist Erzieherin und arbeitet in einer Kita in Hövelhof.

Kinder und Familien zu begleiten ist eine anspruchsvolle, vielfältige und herausfordernde Aufgabe. So sieht es Barbara Nolte vom Verband Bildung und Erziehung (VBE). „Aber die Aufgabe kann auch sehr erfüllend sein.“

Erzieherinnen und Erzieher beobachten das Verhalten der Kinder, dokumentieren deren Bildungs- und Entwicklungswege und beraten die Familie. Im Vordergrund stehen die Kinder mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen und Interessen. „Genau das macht den Job so abwechslungsreich“, sagt Lea Sophie Aldejohann. Traurig macht sie, dass ihre Tätigkeit von der Gesellschaft nicht hinreichend wertgeschätzt werde.

Wer sich für den Beruf entscheidet, sollte kommunikativ sein und ein gutes Einfühlungsvermögen besitzen. Denn Erzieherinnen und Erzieher sind zur Stelle, wenn es darum geht, Streit zu schlichten oder zu erklären, wie ein gutes Miteinander funktioniert. So versetzen sie Kinder in die Lage, zu selbstständigen Mitgliedern einer Gemeinschaft heranzuwachsen. Zugleich fördern die Fachkräfte die sprachliche und motorische Entwicklung der Kinder. Sie sind nicht nur in Kitas, Kinderkrippen und Horten tätig, sondern arbeiten auch in Schulen, Krankenhäusern, Kurkliniken und Ferieneinrichtungen oder in Kinder- und Jugendheimen.

Die Ausbildung und die Voraussetzungen dafür sind deutschlandweit nicht einheitlich geregelt. Auf der Seite Berufenet der Bundesagentur für Arbeit können sich Interessierte über die jeweiligen Zugangsvorausssetzungen informieren. . Im Schnitt dauert die Ausbildung laut VBE drei Jahre und erfolgt in unterschiedlichen Formen. „Klassisch ist die zweijährige schulische Ausbildung mit Praxistagen oder -blöcken mit anschließendem einjährigen Berufspraktikum“, sagt Barbara Nolte. In diesem Modell werden nach ihren Angaben die ersten zwei Jahre nicht vergütet. Im dritten Jahr gibt es ein Praktikantengehalt von rund 1 600 Euro brutto nach dem Tarifvertrag für Praktikantinnen und Praktikanten im Öffentlichen Dienst (TVPöD).

Eine weitere Form ist die praxisintegrierte Ausbildung. Hier erhalten die Auszubildenden nach VBE-Angaben von Anfang an eine Vergütung, die nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes Pflege (TVAöD) im ersten Jahr 1 165 Euro, im zweiten Jahr 1 232 Euro und im dritten Jahr mit 1 328 Euro umfasst.

Nach der Ausbildung können Erzieherinnen mit einem Einstiegsgehalt von knapp 2 900 Euro brutto rechnen. Eine einjährige Fachwirt-Weiterbildung berechtigt dazu, eine Einrichtung zu führen.

Aldejohann kann sich vorstellen, eines Tages Leiterin einer Kita zu werden. In erster Linie freut sie sich auf das Zusammensein mit den Kindern. „Als Erzieherin in einer Kita ist man Handwerker, Forscher, Erfinder und ganz viel anderes in einem, und das bereichert.“ Sabine Meuter, dpa

Berufsbild – http://dpaq.de/c5E5h
   

INFOS

In Baden-Württemberg gibt es zwei staatlich anerkannte Ausbildungswege zum Erzieherberuf: Die klassische Ausbildung über die zweijährige Fachschule für Sozialpädagogik und dem anschließenden Anerkennungsjahr (bezahlt) sowie die Praxisintegrierte Ausbildung (PiA), bei der alle drei Jahre vergütet werden. Voraussetzung für die Ausbildung ist ein mittlerer Bildungsabschluss.

Bei der PiA werden die fachtheoretischen Inhalte und Praktika miteinander verbunden. In der Regel verbringen die Schülerinnen und Schüler pro Woche drei Tage in der Schule und zwei in der Kindertageseinrichtung. red