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Gesundheit

Porträt. Wenn der Schuh zum Fuß passt, haben Orthopädieschuhmacher alles richtig gemacht. Ein Beruf mit viel Kundenkontakt

Ohne die richtigen Schuhe kann Laufen eine Qual sein. Imke Renken weiß das und will helfen. Die 22-Jährige absolviert eine Ausbildung zur Orthopädieschuhmacherin bei der Firma Schäfer in Stuttgart. Zu ihr kommen Kunden mit ganz unterschiedlichen Beschwerden. Es sind etwa Diabetiker, deren Füße oft anfällig für Druckstellen sind. Oder Leute mit ungleich langen Beinen. Menschen, die eine Prothese tragen, brauchen ebenfalls passende Schuhe. Renken empfindet ihre Tätigkeit als sehr bereichernd. „Es ist toll zu erleben, wenn jemand lange nicht laufen konnte und von mir angefertigte Schuhe dies nun ermöglichen“, erzählt sie.

 Orthopädieschuhmacher nehmen Füßen den Druck. Foto: Ch. Schmidt/dpa-tmn

Orthopädieschuhmacher arbeiten Schuhe um, passen sie an oder stellen sie von Hand her. Sie fertigen Einlagen, Korrekturschienen, Orthesen und andere Hilfsmittel, arbeiten in der Werkstatt und im Laden. „Die Kunden sind keineswegs nur alte Menschen mit Gehproblemen“, sagt Stephan Jehring, Präsident des Zentralverbands Gesundheitshandwerk Orthopädieschuhtechnik (ZVOS). Krankheiten wie Rheuma sowie Sportverletzungen oder Fehlbildungen der Füße sind ebenfalls Gründe, warum orthopädische Hilfe nötig ist.

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„Mein Alltag ist enorm abwechslungsreich“, so Renken. Beim Arbeiten in der Werkstatt kommt es auf handwerkliches Geschick und ästhetisches Feingefühl an – denn Schuhe und Hilfsmittel sollen nicht nur dem gesundheitlichen Aspekt dienen, sondern auch modisch aussehen. Im Laden ist es wichtig, einen guten Draht zu den Kunden zu finden. „Man darf nicht davor zurückschrecken, fremde Füße oder Beine in die Hand zu nehmen, um sie zu untersuchen“, erklärt die Auszubildende.

Nach der Untersuchung müssen die Schuhmacher industriell gefertigte Konfektionsschuhe umarbeiten oder anpassen. Ist das nicht möglich, stellen sie maßgefertigte Modelle her. Dafür messen sie die Füße des Kunden und nehmen einen Abdruck. Mithilfe von elektronischen Mess- und Diagnosegeräten analysieren sie die Bewegungen. Dann fertigen sie Leisten, die sie an die Füße der Kunden anpassen. Ein Probeschuh wird hergestellt, den der Kunde anprobiert.

Die Schuhmacher nehmen nun letzte Korrekturen vor – und die Produktion des maßgefertigten Schuhs beginnt. Die Fachleute nehmen auch Maß für Fuß- und Kniebandagen, passen sie beim Kunden an und überprüfen ihren Sitz sowie ihre Passform. Auch wählen sie je nach Bedarf fixierende und korrigierende Schienen sowie weitere Orthesen für Unterschenkel, Fuß und Knie aus und passen sie individuell an. Daneben spielt die medizinische Fußpflege eine Rolle. Auszubildende lernen etwa, Hornhaut fachgerecht zu entfernen oder eine Nagelkorrekturspange anzubringen. „Das Verkaufen von Waren im Laden gehört ebenfalls zum Alltag“, wie Jehring sagt.

Die Ausbildung in dem Beruf dauert dreieinhalb Jahre. Sie findet im Betrieb und in der Berufsschule statt, wo etwa auch medizinische und anatomische Grundlagen vermittelt werden. Von Bewerbern wird neben handwerklichen Fähigkeiten eine gute Feinmotorik erwartet. Die ist nötig, um auch filigrane Teile eines Schuhs zu fertigen. Für Mess- und Analyseverfahren sind gute Kenntnisse in den naturwissenschaftlichen Fächern von Vorteil. Sabine Meuter, dpa
    

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