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Beruf & Weiterbildung

Eigeninitiative gefragt

Impuls. Viele Beschäftigte sind in Kurzarbeit. Ist nun der richtige Zeitpunkt für eine Weiterbildung?

Die Phase der Kurzarbeit lässt sich eventuell für eine Weiterbildung nutzen.
Foto: Christian Klose/ dpa-tmn

20.02.2021

Wer aktuell in Kurzarbeit ist, denkt womöglich über eine Weiterbildung nach. Aber wie geht man eigentlich vor? Und wer bezahlt das am Ende?  

Grundsätzlich können sich Beschäftigte, die derzeit in Kurzarbeit sind, weiterbilden. Unter Umständen wird die Weiterbildung sogar von der Bundesagentur für Arbeit gefördert. Dies ist seit Jahresbeginn 2021 einfacher geworden: „Die Rechtslage hat sich zum Jahreswechsel hin deutlich zugunsten der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen geändert“, erklärt Kaarina Hauer, Leiterin der Abteilung Rechtspolitik und -beratung bei der Arbeitnehmerkammer Bremen. Hintergrund ist eine bis zum 31. Juli 2023 befristete Förderregelung, die während der Corona-Pandemie im Beschäftigungssicherungsgesetz geschaffen wurde. Eine Förderung kann nun auch unabhängig von der Betriebsgröße und unabhängig von Qualifikation und Alter des Arbeitnehmers, der sich in Kurzarbeit befindet, bewilligt werden, wie Hauer erklärt.

Im ersten Schritt sollten sich Beschäftigte mit ihrem Arbeitgeber abstimmen, erklärt Hauer. Dabei lohnt es sich, auf die neuen Förderungsmöglichkeiten zu verweisen. Der Arbeitgeber kann dann die Förderung der beruflichen Weiterbildung bei der Agentur für Arbeit beantragen. Dort werde der Anspruch auf Förderung geprüft und festgestellt, ob eine Kostenübernahme möglich ist. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, erhält der Mitarbeiter einen Bildungsgutschein, den er beim Bildungsträger einlöst.

„In diesem Thema ist Eigeninitiative der Mitarbeiter gefragt und in immer mehr Unternehmen der entscheidende Impuls, weil Weiterbildung zunehmend dezentral geplant und initiiert wird“, sagt Miriam Schöpp, Expertin für berufliche Weiterbildung am Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Einen Wegweiser und Tipps, wie man ein geeignetes Bildungsangebot findet, enthält das Merkblatt „Förderung der beruflichen Weiterbildung“, erklärt Hauer.

Interessierte erhalten das Merkblatt im Netz (http://dpaq.de/5ScLb) oder bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) vor Ort. Auch die Bildungsträger selbst bieten umfassende Informationen über zugelassene Bildungsmaßnahmen. Amelie Breitenhuber, dpa