SPIELER DER WOCHE
Bisher blieb für Nathan Tella oft nur die Rolle des Rotationsspielers im Starensemble von Bayer Leverkusen. Nur in den vier Europa-League-Spielen stand er jeweils in der Startelf, in der Liga reichte es vor dem Spiel in Darmstadt aber nur zu zehn Kurzeinsätzen. Dennoch hat der 24-Jährige schon vier Saisontore bejubelt, obwohl er gerade einmal 242 Spielminuten auf dem Platz stand. Zwei Treffer sind ihm beim 2:0 in Darmstadt gelungen. Dort durfte er endlich mal in der Startelf ran und nutzte seine Bühne: Erst mit Köpfchen und nicht ganz perfekter Technik bei einer Körpergröße von 1,73 Meter und dann mit brachialer Gewalt aus spitzem Winkel – 110 Stundenkilometer soll die Geschwindigkeit des Balls betragen haben.
Damit sorgte Tella quasi im Alleingang für drei Punkte der Leverkusener in Darmstadt. Beim ersten Treffer hatte Alejandro Grimaldo eine präzise Flanke geliefert, beim zweiten verwertete er einen großartigen Pass des wieder einmal genialen Florian Wirtz. Tella kam zum Zug, weil Jeremie Frimpong, der bislang als unantastbar auf dieser Position galt, beim Afrika-Cup im Einsatz war. Jetzt zeigt sich, dass die Leverkusener beim Kauf von Tella, der für 20 Millionen Euro aus Southampton gekommen war, wieder einmal ein gutes Händchen gehabt haben, wie bei allen Transfers vor der Saison. Tella hatte auch schon beim wichtigen 3:2 bei RB Leipzig und gegen Union Berlin getroffen.
Jedenfalls hat sich der Außenbahnspieler in Abwesenheit von Frimpong nachhaltig für weitere Aufgaben empfohlen. „Ich bin so froh, Teil dieser Mannschaft zu sein“, schwärmte Tella mit leuchtenden Augen über sein Team. In der Rückwärtsbewegung hat er noch Luft nach oben – in der Offensive löst er sie umso besser und überzeugt mit einer konsequenten Chancenverwertung und dem Willen, den Weg zum Tor konsequent zu suchen. Granit Xhaka hat eine Erklärung, weshalb sein Mitspieler eine längere Eingewöhnungszeit benötige. „Nathan hatte es nicht einfach. Ich weiß genau, wie es ist, wenn man in ein fremdes Land geht und die Sprache nicht spricht“, sagt der Schweizer. „Er arbeitet im Training brutal hart und sich dafür heute belohnt.“
Im Laufe der Rückrunde wird Trainer Xabi Alonso seinen Vielspielern immer wieder die nötigen Pausen gönnen. Falls frische Kräfte benötigt werden, steht Nathan Tella aufgrund seiner jüngsten Leistungen nun dick im Notizbuch seines Trainers. Elke Rutschmann
