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Beruf & Weiterbildung

Die Energiewende braucht Spezialisten

Jobs. Die Palette der Berufe reicht von Montagehelfern über Elektroniker bis zu Ingenieuren.

Messung an einer Solaranlage – dazu benötigt es eine dafür ausgebildete Fachkraft.
Foto: tampatra / Stock Adobe

21.12.2020
Netze BW

Ob Windkraft, Biomasse, Solarenergie, Geothermie oder Wasserkraft – der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Betrieb von Anlagen im Strom-, Wärme und Verkehrssektor bieten vielen Menschen Arbeit. Im Jahr 2018 arbeiteten laut Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie über 300 000 Beschäftigte in der Branche der erneuerbaren Energien. Das sind knapp drei Mal so viele wie noch im Jahr 2000. „Die Energiewende im kommunalen und privaten Bereich führt zu Umstrukturierungen und neuen Bedarfen für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland“, erklärt Hildegard Boisserée, Referentin für das Projekt EnergieJobs.NRW der EnergieAgentur. NRW. „So hat auch in der Corona-Pandemie die Nachfrage nach Solaranlagen angehalten und ist teilweise sogar gestiegen.“ 

Daher werden vermehrt Solartechniker und Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik benötigt, bei der Installation von Solarkollektoren sind zudem Anlagenmechaniker gefragt. Aufgrund des rasanten Anstiegs der Nachfrage nach Stromspeichern und Ladesäulen werden hier auch Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik und Montagehelfer gesucht. „Im Windbereich kommen vor allem Elektroniker für Betriebstechnik zum Einsatz“, weiß Hildegard Boisserée. „Während der Ausbau in Deutschland zur Zeit eher verhalten ist, werden allerdings viele Aufträge in anderen Ländern durchgeführt.“

Im Energie- und Umweltwesen haben qualifizierte Fachkräfte derzeit sehr gute Jobaussichten. „Für den Einstieg eignen sich Ausbildungen im Bereich Elektrotechnik, Metalltechnik und Mechatronik“, gibt die Expertin konkrete Beispiele. „Es kann sinnvoll sein, diese allgemeine Ausbildung aber schon im Bereich Energie oder erneuerbare Energie zu absolvieren.“

EINBLICKE DURCH PRAKTIKA

Große Technologieunternehmen bieten beispielsweise Ausbildungen zum Elektroniker für Betriebstechnik in Windparks an, Stadtwerke bilden unter anderem Elektrotechniker und Anlagenmechaniker aus. Für die spezifischere Ausrichtung gibt es Weiterbildungen zum Solartechniker, Servicemonteur oder Techniker Windkraft.

Zunehmend wichtiger wird auch Knowhow im Bereich Digitalisierung, denn es kommen verstärkt Techniken wie digitales Dokumentenmanagement, Augmented Reality Operation oder Drohnentechnik zum Einsatz. „Oftmals bringt auch ein Studium den Einstieg in den Beruf“, erklärt Boisserée. So werden „Ingenieure Erneuerbare Energien“ in vielen Branchen gebraucht. Die Palette reicht von der Planung bis zur Ausführung, von Solar bis Geothermie, von den Stadtwerken bis zum Start Up. Bei der Wahl des Studiums ist es sinnvoll, frühzeitig den Bezug zur Praxis zu festigen. Das kann durch Praktika, Nebenjobs oder ein duales Studium geschehen. Wer auf der Suche nach dem passenden Beruf ist, kann durch Praktika beispielsweise bei Stromanbietern, im Umweltamt oder im Windkraftplanungsbüro verschiedene Bereiche kennenlernen. Hilfreich sind auch Schnuppervorlesungen. Gute Einblicke in die Arbeitswelt der erneuerbaren Energien geben Portale wie „Energiewende schaffen“, im Umfeld Klimaschutz informieren Plattformen wie „Netzwerk grüne Arbeitswelt“. Brigitte Bonder