Gemütlich und familiär

Die eigenen vier Wände auf Zeit

Das Reisen ist wieder einfacher geworden, doch die Pandemie hat den Urlaub nachhaltig verändert. Private Unterkünfte und Ferienhäuser bieten eine entspannte Auszeit vom Alltag.

11.04.2022

Private Unterkünfte am See bieten sommerliche Auszeiten. Foto: Thomas Sbikowski

In den vergangenen zwei Jahren sind viele Reisen aufgrund der Coronapandemie ausgefallen. Nach langen Monaten der Einschränkungen und Isolation ist die Sehnsucht nach einer längeren Auszeit bei vielen Menschen groß, denn der Urlaub war und bleibt für die meisten Deutschen ein unverzichtbarer Bestandteil der Lebensqualität. Wie in den letzten Jahren sind laut Angaben des Deutschen Reiseverbands, kurz DRV, erdgebundene Ziele wie Österreich, Schweiz und Italien auch in diesem Jahr weiterhin gefragt. Die Pandemie hat Autoreisen zu einem Aufschwung verholfen, viele Urlauber machen sich am liebsten mit dem Pkw auf den Weg. Die aktuelle Reisemarkt-Analyse des DRV zeigt einen Anstieg des Autos als beliebtes Verkehrsmittel von 43 Prozent im Jahr 2019 auf 61 Prozent in 2020 und 55 Prozent in 2021.

Den Trend hin zur privaten Ferienunterkunft hat die Coronakrise ebenfalls verstärkt. Einer aktuellen Umfrage des Portals Fewo-direkt zufolge vermuten 70 Prozent der befragten Familien, dass das Ferienhaus auch nach der Pandemie die bevorzugte Unterkunftsart bleibt. Den Trend zur Ferienunterkunft gibt es jedoch nicht erst seit Pandemiebeginn, vielmehr hat Ferienhausurlaub in Deutschland eine lange Tradition. Insbesondere für Familien und Freunde, die gemeinsam verreisen, liegen die Vorteile von Ferienunterkünften auf der Hand. Sie bieten mehr Platz, mehr Privatsphäre und auch mehr Flexibilität als andere Unterkunftsformen.

Die Nachfrage nach Ferienwohnungen, -häusern und privaten Unterkünften im In- und Ausland ist bereits jetzt sehr groß. „Die Küsten dürften auch in diesem Jahr wieder voll werden“, sagt Michelle Schwefel, Geschäftsstellenleiterin des Deutschen Ferienhausverbands. „Wer noch fündig werden will, sollte bezüglich Region und Ausstattung flexibel sein.“ Die Premiumlagen an Nord- und Ostsee sind schon gut gebucht.

Besonders knapp wird es im Segment der großen Unterkünfte mit drei und mehr Schlafzimmern. Dafür lässt sich noch in weniger bekannten Regionen die ein oder andere touristische Perle entdecken. Auch Ferienhäuser und Ferienwohnungen im Ausland werden wieder stärker nachgefragt. „Das Vertrauen kehrt zurück“, betont Michelle Schwefel. „Urlaubsgäste fühlen sich in privaten Ferienhäusern als autarke Unterkunftsformen sicher und gut geschützt. Das macht sie auch für einen Auslandsaufenthalt attraktiv.“

Auch wenn derzeit vielerorts die Coronaauflagen entfallen, spielen Gesundheits- und Hygienemaßnahmen weiterhin eine wichtige Rolle. Langfristige Planungen scheinen in der heutigen Situation schwierig. Private Ferienunterkünfte haben den entscheidenden Vorteil, dass sie grundsätzlich mit dem privaten Wohnraum vergleichbar sind. Sollte sich die Infektionslage wieder verschärfen, kann der Kontakt zu anderen Menschen verringert werden und die Reisenden sind im Ferienhaus unter sich. BRIGITTE BONDER