Anzeige
Gesundheit

Den Pflegealltag leichter gestalten

Das Living Care Lab Schaumburg ermöglicht einen Blick in die Zukunft der Pflege

Die innovative Trinkhilfe hilft Patienten mit Problemen beim Schlucken. Foto: djd/Stadt Stadthagen/Daniel George Photography

7.05.2021

Spätestens seit der Coronakrise ist klar, wie wichtig eine funktionierende Versorgung bei Gesundheit und Pflege für unsere Gesellschaft ist. Nicht nur die Pandemie, sondern auch die demografische Entwicklung stellt die ambulante wie die stationäre Pflege zunehmend vor große Herausforderungen.

Von Fachkräftemangel bis Kostendruck: Um die Probleme anzugehen, ist nach der Einschätzung von Experten neben personellen Verbesserungen ebenfalls der Einsatz innovativer, digital geprägter Produkte und Services erforderlich. Doch wie funktional und wirtschaftlich sind diese?

PROBLEME AUS DEM PFLEGEALLTAG LÖSEN

Eine Antwort darauf lässt sich am besten in einem möglichst engen Austausch mit Anwendern wie Pflegeeinrichtungen, Pflegediensten oder Krankenkassen finden. Um einen regen Diskurs zwischen Entwicklern und Nutzern zu ermöglichen, wurde im Stadtkern von Stadthagen das Living Care Lab Schaumburg geschaffen. Im geschützten Rahmen eines modernen Experimentierraums wird hier ein breites Konsortium aus öffentlichen, privaten und institutionellen Entwicklern, Interessenten und Investoren zusammengeführt.

Das seit einem Jahr vom Land Niedersachsen geförderte Projekt stellt derzeit 15 Produkte und Dienstleistungen vor, die bereits kurz vor der Markteinführung stehen. Unter www.start-stadthagen.de/living-care-lab ist eine kleine Vorschau der präsentierten Innovationen zu finden. Fachkräfte der Pflege, pflegende Angehörige und ehrenamtlich Tätige sowie alle Bürger sind dazu eingeladen, vor Ort alles anzufassen, auszuprobieren und zu bewerten: von Caru, dem digitalen Notruf, bis zu Sippa home, der modernen Trinkhilfe.

„Die Innovationen und digitalen Anwendungen stellen nicht nur einen besonderen Nutzen für Pflegepersonal oder zu Pflegende unter Beweis“, sagt Mario Bierschwale. „Sie zeigen die ganze Bandbreite an Neuerungen für eine Branche im Wandel“, erklärt der Projektkoordinator.

Künftig sei geplant, verstärkt Prototypen zu präsentieren, die vor Ort von der pflegenden Wirtschaft getestet und bei der Weiterentwicklung begleitet werden können. Neben intensiven Kontakten zur Start-up-Szene besteht auch bereits eine strategische Zusammenarbeit mit der Hochschule Hannover. Studierende des Fachbereichs Design & Medien haben gemeinsam mit Stadthagener Pflegeeinrichtungen bereits erste Modelle entwickelt, die Lösungsansätze für spezifische Probleme aus dem Pflegealltag sein könnten.

Für die Zukunft will das Projekt weiteren Start-ups, Entwicklerteams sowie Hochschulen die Möglichkeit geben, ihre Kreativität in Stadthagen zu entfalten.

Gründer können über die Business-Angel-Initiative „Start-up-Stadthagen“ lokale und regionale Investoren finden. djd