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Degerloch: Stuttgarter Stadtbezirk mit Aussicht

1908 wurde Degerloch nach Stuttgart eingemeindet – seine Eigenständigkeit hat der Stadtbezirk bis heute

Das Stuttgarter Wahrzeichen – der Fernsehturm. Foto: Bergmann

11.06.2021

Am Südrand der Stuttgarter Innenstadt findet man den beliebten Stadtbezirk Degerloch, der auf eine im 8. Jahrhundert am Nordrand der Filderhochfläche gegründete Siedlung zurückgeht. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Degerloch zum Höhenluftkurort: Stuttgarter Fabrikanten bauten in Degerloch ihre Sommerhäuser, Villen und Wohnhäuser.

Durch die Eröffnung der Zahnradbahn „Zacke“ 1884 und der im 19. Jahrhundert gebauten Neuen Weinsteige wuchs Degerloch immer mehr mit Stuttgart zusammen und wurde als Wohnort immer beliebter. Das hat sich bis heute nicht geändert. Degerloch gehört nach wie vor zu den begehrtesten Wohnorten Stuttgarts. Die Wohnlagen Waldau und Haigst gelten sogar als eine der teuersten Adressen. Villen und frei stehende Wohnhäuser mit großen Gärten und Aussichten auf die Innenstadt prägen das Degerlocher Gebiet.

In einer Villa in der Löwenstraße lebte übrigens der erste Bundespräsident der Bundesrepublik, Theodor Heuss, für einige Zeit. Die Villa ist heute mit einer Gedenktafel gekennzeichnet. Aushängeschild und eine der bekanntesten Stuttgarter Sehenswürdigkeiten ist der Fernsehturm, der auf dem Bopser steht. Der 217 Meter hohe und 4.500 Tonnen schwere Aussichtsturm wurde 1956 eröffnet. Das von Fritz Leonhardt und Erwin Heinle erreichte Bauwerk gilt als Vorbild für sämtliche Fernsehtürme der Welt. Neben dem Turm liegt das Sportzentrum Waldau mit dem Gazi-Stadion. Mit seiner Lage – knapp 500 Meter über dem Meeresspiegel – ist die Heimstätte der Stuttgarter Kickers und des VfB Stuttgart II eines der höchstgelegenen Stadien Deutschlands.

Ein beliebtes Ausflugsziel in Degerloch ist außerdem der Waldfriedhof. Vom Südheimer Platz im Stadtteil Heslach fährt die Standseilbahn in vier Minuten zum Friedhof hinauf – und das schon seit 1929. Die denkmalgeschützte Bahn wird von der SSB betrieben.

Schon gewusst: Die Seilbahn erhielt im Volksmund den Spitznamen „Erbschleicherexpress“, weil sie vor allem von Besuchern zum Friedhof genutzt wurde. Heute sind auch zahlreiche Touristen unter den Fahrgästen. Denn die Teakholz-Wagen mit Messing- Beschlägen sind im Original erhalten und versetzen die Fahrgäste in die Goldene Zeit der 1920er Jahre. red