Ausgewählte Steuerberater

Das macht mein Steuerberater!

Die jährliche Steuererklärung ist für viele Menschen eine lästige Aufgabe, unter anderem auch wegen der komplizierten Regelungen in Deutschland – warum man einen Experten hinzuziehen sollte.

29.04.2022

Formulare, Belege, Sonderregeln: Bei der Steuererklärung gibt es viele Hürden. Foto: djd/Getty Images/Geber86

Wenn der jährliche Abgabetermin für die Steuererklärung naht, grübeln überall in Deutschland Menschen über unverständlichen Formularen, unsortierten Belegen, dem Unterschied zwischen Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen – und neuerdings auch über diverse Corona-Sonderregeln. Mit professioneller Unterstützung durch einen Steuerberater lässt sich dann oft viel Geld sparen – bei Privatleuten im Schnitt rund 870 Euro, wie eine repräsentative Untersuchung von Innofact im Auftrag von Gelbe Seiten unter 1.000 Befragten ergab. 85 Prozent der Steuerzahler mit Berater glaubten zudem, dass dieser das Optimum bei der Erklärung herausgeholt habe. Unter den Befragten, die ihre Steuererklärung selbst erstellen, lag dieser Wert nur bei etwa 72 Prozent.

KOMPETENZ UND ZEITERSPARNIS

Die wichtigsten Gründe, sich auf die Suche nach einem Steuerberater zu machen, sind dessen bessere Kenntnis steuerlicher Regeln (83 Prozent), der geringere Zeitaufwand (82 Prozent) und eine gute Beratung mit dem Ziel der Steuerersparnis (78 Prozent). Neben dem Delegieren der ungeliebten Tätigkeit ist also vor allem Fachkompetenz gefragt. „Die Ergebnisse sind der beste Beweis, dass man nicht den erstbesten Steuerberater auswählen, sondern sich bei der Suche Zeit nehmen und auf seriöse Quellen verlassen sollte. Dass nach solchen Informationen ein hoher Bedarf besteht, zeigt die Umfrage ebenfalls: Bisher nehmen erst 18 Prozent der Befragten einen Steuerberater in Anspruch. Und trotz insgesamt hoher Zufriedenheit kann sich etwa jeder Dritte vorstellen, in Zukunft die Kanzlei zu wechseln.

Dazu spielt fast jeder Fünfte, der bisher noch keinen Profi mit seinen Steuerangelegenheiten beauftragt hat, ernsthaft mit dem Gedanken, das beim nächsten Mal zu tun.

Das beweist, dass sich auch weiterhin viele Menschen auf die Suche nach einem Steuerberater machen werden. Und solange das Steuerrecht so kompliziert bleibt wie heute, dürfte sich das kaum ändern.

Es gibt noch einen weiteren Vorteil, wenn man die unliebsame Aufgabe in die Hände eines Experten oder einer Expertin legt: die Frist wird verlängert. Wer sich professionelle Hilfe beim Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein holt, bekommt automatisch sieben Monate Aufschub. So gilt grundsätzlich der letzte Februartag des übernächsten Jahres als Abgabefrist für Steuerpflichtige, die sich beraten lassen, also bis zum 28. Februar 2023 für das Steuerjahr 2021.

AUCH DER STICHTAG VERLÄNGERT SICH

Die meisten deutschen Steuerzahler müssen sie bis zum 31. Juli abgeben. Da der Stichtag in diesem Jahr ein Sonntag ist, müssen die Unterlagen bis Montag, 1. August 2022, beim Finanzamt eingetroffen sein. Nur wer sich von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein helfen lässt, hat etwas länger Zeit. Werden Fristen versäumt, drohen Verspätungszuschläge, Zwangsgelder oder Steuerschätzungen jeweils inklusive Zinsen. Vor allem aber verzichten viele Steuerzahler auf teilweise üppige Rückerstattungen, die umso früher auf dem Konto sind, je eher man die Erklärung einreicht. djd