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Bauen & Wohnen

Das Haus besser vor Wassermassen schützen

Es geht alle an und es gibt teils einfache Lösungen

Bei einem heftigen Gewitter kann Starkregen überall zu einem Problem werden. Foto: dpa-tmn/Armin Weigel

10.08.2021

Schon ein heftiges Sommergewitter reicht und Wassermassen pressen sich plötzlich durch Straßen, die nie zuvor geflutet wurden.

Das Problem: Es fällt in kurzer Zeit so viel Regen, dass weder der Boden noch die Kanalisation diese Menge aufnehmen kann. Das Wasser sucht sich daher andere Wege. Es flutet Straßen, drückt sich von unten aus der Kanalisation hoch in Keller.

Während Gebäude nahe an Flüssen und in hochwassergefährdeten Gebieten einen grundsätzlich besseren Hochwasserschutz haben, kann Starkregen auch dort für Schäden sorgen, wo keiner mit den Wassermassen gerechnet oder diese zuvor je erlebt hat. Starkregen und der Schutz davor geht also alle an.

Die gute Nachricht: Es gibt bauliche Möglichkeiten, um sich ohne allzu hohe Kosten vor moderaten Wassereinbrüchen zu schützen.

Schwachstelle Keller: Ihn kann man beim Neubau als weiße Wanne aus wasserundurchlässigem Stahlbeton gießen oder als schwarze Wanne mit Kunststoff- oder Bitumenbahnen abdichten. Letzteres lässt sich, wenn auch aufwendig, innerhalb des Kellers nachrüsten – dann muss als zusätzliche Lage ein weiterer Betontrog aufgebaut werden, erklärt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Außerdem empfiehlt die Behörde, das Untergeschoss mit Fliesen und anderen wasserfesten Bau- und Dämmmaterialien auszukleiden. Davon lässt sich im Fall der Fälle Schlamm einfacher entfernen. Steckdosen werden nicht in Bodennähe angebracht.

Schwachstelle Abflüsse: Damit das Wasser aus einer überfüllten Kanalisation nicht durch die Abwasserrohre ins Haus drückt, gibt es Rückstauklappen zum Einbau im Neubau, aber auch zum Nachrüsten in bestehenden Wohnhäusern. In der Regel handelt es sich um einfache Klappmechanismen. Rückstauklappen können etwa an der einen – manchmal gibt es auch eine zweite – Stelle sitzen, an der das Haupt-Abwasserrohr das Gebäude verlässt. Oder es handelt sich um Klappen direkt an einem Ablauf, etwa an der Waschmaschine oder im Siphon des Waschbeckens.

Schwachstelle Kellerfenster: Bei moderaten Überschwemmungen können spezielle Fenster schützen. Frank Lange vom Verband Fenster + Fassade rät, sich einen Prüfnachweis für das Produkt vorlegen zu lassen. Denn es gebe hierzu keine gesetzlichen Rahmenbedingungen oder geregelte Klassifizierungen. Außerdem sollte man nach dem Einbau eine Montagebescheinigung verlangen, denn der Einbau sei das Entscheidende. Es dürfe keine Lücke zurückbleiben.

Und kleine Mauern vor Lichtschächten können vor einer gewissen Wasserhöhe schützen. dpa-tmn