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Kurz HolzBau in Urbach: Holz als Baustoff der Zukunft

Plusenergiehäuser in Winterbach zeigen, wie Holzbau, Energieeffizienz und moderne Technik zusammenspielen – und welche Ausbildungs- und Karrierechancen das Zimmererhandwerk bietet.

Kurz HolzBau in Urbach: Holz als Baustoff der Zukunft

Vorzeigeprojekte: Jürgen Kurz zeigt seine Plus-Energie-Häuser. Foto: Julia Alber

Holz ist aus dem heutigen Bauwesen nicht mehr wegzudenken. Der nachwachsende Rohstoff kombiniert Nachhaltigkeit mit Energieeffizienz. Zimmerinnen und Zimmerer setzen auf das Arbeitsmaterial Holz. Das Zimmererhandwerk, mithin eines der ältesten Handwerke, präsentiert sich traditionell in Kombination mit modernster Technik.

„Der Holzbau und die Zimmerleute sind gefragt, wenn es um hochwertige Holzkonstruktionen geht. „Das ist heute weit mehr als der klassische Dachstuhl“, hebt Jochen Kurz hervor, der Geschäftsführer von Kurz HolzBau + Immobilien in Urbach. Zimmermann und Zimmerin realisieren komplexe, hochmoderne Holzbauwerke, sind am Puls der Zeit, wenn es um zukunftsorientiertes Wohnen geht. Sie sind am Dachgeschossausbau beteiligt, decken Dächer ein, nehmen sich der Wärmedämmung von Fassade, Wand und Dach an, sind auch betraut mit dem Einbau von Solar- und Fotovoltaikanlagen.

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Vom Traum zur Umsetzung – autark wohnen

1992 übernahm Jochen Kurz den 1957 von Adolf Kurz gegründeten Zimmereibetrieb in Urbach. Für den Zimmermeister, Betriebswirt und Immobilienmakler in Personalunion war es schon immer der Traum, autark in Haus oder Wohnung zu leben. „Im Jahr 2000 haben wir mit 16 Reihenhäusern in Urbach das erste Passivhausprojekt in Holzsystembauweise umgesetzt. Es war damals das größte seiner Art in der Region Stuttgart“, erzählt er. Sein aktuelles Projekt in Winterbach zeigt, was mit Holz heute alles möglich ist. Die fünf Plusenergiehäuser, die so gut wie fertiggestellt sind, präsentieren sich auf dem neuesten Stand der Technik hinsichtlich Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Im Jahresverlauf erzeugen diese mehr Energie, als für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Haushaltsstrom verbraucht wird. Auf einer der Dachterrassen stehend, erzählt Jochen Kurz von der Werkhalle in Urbach, wo die Holzbauelemente für diese besonderen Einfamilienhäuser gefertigt wurden, die auf der Baustelle dann relativ schnell montiert werden können. Für die optimale Dämmung etwa wurde Holzweichfaserdämmwolle verarbeitet, und eine Langzeit-Vor-Vergrauungslasur gibt der Holzverschalung Schutz für viele Jahre.

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„Da wir die komplette Leistung von der Planung bis zur schlüsselfertigen Erstellung anbieten, als Bauträger ökologische und innovative Projekte in Holzbauweise vom Einfamilienhaus bis zum Mehrfamilienhaus realisieren, auch Aufstockungen und Anbauten vornehmen und die serielle Sanierung, bekommen unsere aktuell vier Auszubildenden sehr vielfältige und umfangreiche Einblicke auch über die direkte Arbeit mit dem Holz hinaus“, betont Jochen Kurz. Auf der Suche nach Auszubildenden ist man bei Kurz Holzbau + Immobilien immer und freut sich über Bewerbungen. Allerdings: Gutes Deutsch, mathematisches Verständnis und einen Realschulabschluss setzt der Geschäftsführer neben handwerklichem Geschick voraus, um Teil des derzeit 16 Mitarbeitende umfassenden Teams zu werden.

Beruf im Wandel

Einst selbst den Beruf des Zimmermanns erlernt, weiß Jochen Kurz: Die Zeiten haben sich geändert. Natürlich stehen das umweltfreundliche Baumaterial Holz und dessen handwerkliche Verarbeitung im Vordergrund. Gefragt ist aber zunehmend das Verständnis für technische Abläufe. Vermessen wird mithilfe des Lasers, CAD ist im Einsatz, um Bauprojekte präzise zu planen und dreidimensional zu visualisieren. Mittels CNCTechnik kann das Holz millimetergenau und schnell bearbeitet werden. Dank so manchem Arbeitsgerät fällt manche Arbeit auch leichter aus. Holz ist ein Baustoff, mit dem sich viele gestalterische und konstruktive Möglichkeiten eröffnen. Auch weit ab von Wohngebäuden ist Holz im Einsatz. In der Kombination mit Beton entstehen spannende Bauten. So wurde etwa im Rahmen der IBA 2027 der StadtRegion Stuttgart in Wendlingen am Neckar ein Parkhaus in Holzbauweise errichtet, das sich zu einem Drittel aus Beton und zu zwei Dritteln aus Holz zusammensetzt. Das Objekt lässt sich leicht wieder abbauen und an einem anderen Ort aufbauen.

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„Das Interesse am Handwerk und speziell am Zimmererhandwerk nimmt zu“, freut sich Jochen Kurz. Neben den Anfragen von Schulabgängern zeigen auch immer wieder Studienabbrecher ihr Interesse. „Ich würde ja vor einem Studium prinzipiell zur Ausbildung raten“, sagt Kurz, da bei Hochschulabsolventen die Praxiserfahrung in der Regel einfach fehle. Zimmerleute sind gesucht, und auch um die Weiterbildungschancen ist es gut bestellt. Eine ganz besondere Möglichkeit, Studium und Ausbildung zu kombinieren, bietet das Biberacher Modell. Die triale Ausbildung beinhaltet das Studium Holzbau-Projektmanagement / Bauingenieurwesen an der Hochschule Biberach in Kombination mit der handwerklichen Ausbildung. Nach fünf Jahren hat man sich drei anerkannte Abschlüsse erworben: Polier, Meister und Ingenieur.

Von Julia Alber