Beruf & Weiterbildung

Bosch in Stuttgart-Feuerbach/Schwieberdingen: „Eine Ausbildung lohnt sich als Start ins Berufsleben“, so die Ausbildungsleiter

Von Technik über Informatik bis zu „eMobility“: Die Ausbildungsleiter Dr. Wolf Bonsiep und Stefan Ziegler erläutern die zahlreichen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten an den Standorten Feuerbach und Schwieberdingen.

 Bosch in Stuttgart-Feuerbach/Schwieberdingen: „Eine Ausbildung lohnt sich als Start ins Berufsleben“, so die Ausbildungsleiter

Studierende bei der Prüfung von Komponenten eines Elektrofahrzeugs. Fotos: Bosch

Welche Ausbildungs- und Studiengänge bietet Bosch an Ihren Standorten an?Bonsiep: In der Technik bieten wir vor allem Ausbildungsplätze in der Mechatronik, Elektronik und Mechanik an. Daneben haben wir Plätze als Produktionstechnologen und Werkfeuerwehrleute im Programm. In der IT suchen wir zukünftige Fachinformatiker und im kaufmännischen Bereich zukünftige Sekretärinnen beziehungsweise Assistentinnen. Darüber hinaus bieten wir Bachelor-Studienplätze an – zum einen im kooperativen Studiengang „eMobility“ und zum anderen eine Vielzahl an Studienplätzen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Hier vor allem die technischen Fächer Elektrotechnik, Mechatronik und Informatik sowie Wirtschaftsinformatik und betriebswirtschaftliche Studienplätze. Insbesondere für informatiknahe Felder haben wir neuerdings auch Studienplätze für einen dualen Masterabschluss.Man hat den Eindruck, dass jeder studiert haben muss?Ziegler: Wir bilden im Raum Stuttgart seit mehr als 100 Jahren junge Menschen aus. Die Erfahrung zeigt, eine Ausbildung lohnt sich in vielerlei Hinsicht als Start ins Berufsleben. Mit jungen Jahren schon die Erfahrung zu machen, etwas praktisch umzusetzen und in einem professionellen Team an komplexen Herausforderungen zu arbeiten, prägt und macht Spaß. Eine fundierte Ausbildung ist daher ein guter Ausgangspunkt für jede Karriere – ob als Facharbeiter oder für eine spätere Weiterbildung beziehungsweise Studium.

Bonsiep: Gut qualifizierte Fachkräfte werden immer gesucht sein. Sicherlich geht in der Transformation der aktuelle Trend an unseren Standorten mehr zu Stellen, die ein Studium erfordern. Durch die Entwicklung hin zur Elektromobilität und der zunehmenden Digitalisierung benötigen wir vor allem Experten in den Bereichen Elektrotechnik und Informatik. Die Ausbildung kann hier ein idealer Ausgangspunkt für ein anschließendes Studium sein. Wir entwickeln deswegen Modelle, die den Übergang von der Ausbildung zum Studium erleichtern oder sogar gleich ein Studium direkt mit der Ausbildung verknüpfen.

Wie verzahnen Sie Ausbildung und Studium denn konkret miteinander?

Ziegler: Wir haben beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Esslingen den kooperativen Studiengang „eMobility“ entwickelt, der eine Mechatronik-Ausbildung effizient mit einem Elektrotechnik-Studium verzahnt. Am Ende haben die Absolventen sowohl einen Facharbeiterbrief als auch den Bachelor-Abschluss Elektrotechnik in der Tasche. Und am wichtigsten: ein breites praktisches wie theoretisches Verständnis des gesamten elektrifizierten Fahrzeugs.

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Stefan Ziegler, Ausbildungsleiter Robert Bosch GmbH am Standort Schwieberdingen (links) und Dr. Wolf Bonsiep, Ausbildungsleiter Robert Bosch GmbH am Standort Stuttgart-Feuerbach.

Bonsiep: Ein anderes Beispiel ist unsere Ausbildung in der Fachinformatik mit dem Angebot „StudyFlex“ – das ist die Möglichkeit, begleitend zur Ausbildung online ein IT-Bachelorstudium zu beginnen. Die Auszubildenden definieren dabei sowohl Studienschwerpunkte als auch ihre eigene Studiengeschwindigkeit. Dies ist besonders interessant für Studienabbrecher, die mit einer Ausbildung einen neuen Grundstein legen wollen. Sogar Auszubildende mit einem Realschulabschluss können einen Zertifikatskurs absolvieren, den sie in einem späteren Studium anerkennen lassen können.

Ziegler: Und nicht zu vergessen besteht die Möglichkeit ausbildungsbegleitend die Fachhochschulreife zu erwerben – bei einigen Ausbildungsgängen ist das sogar fester Bestandteil des Berufsschulunterrichts. Mit Abschluss der Ausbildung steht dann einem Studium nichts mehr im Wege.

Welche größeren Veränderungen bewegen die Ausbildung an Ihren Standorten derzeit?

Bonsiep: Ganz klar die schon genannte Transformation vom Verbrennungsmotor hin zu neuen Technologien. Das geht einher mit dem Thema Neu- und Nachqualifizierung der Belegschaft, um den Wechsel in neue Aufgabengebiete zu erleichtern. An unseren Standorten laufen dazu zahlreiche Qualifizierungsprogramme – und die Ausbildung ist mit Schulungen zur Elektromobilität und Elektrotechnik daran beteiligt. Das ist gelebte Vielfalt im Unternehmen. Denn unsere Auszubildenden begegnen in der Werkstatt auch erfahrenen Mitarbeitern, die sich auf Neues vorbereiten. Ich sehe hier noch sehr viele Potenziale, wie wir unsere Möglichkeiten in der Ausbildung für diese Weiterqualifizierung einsetzen können.

„Wir suchen talentierte, junge Menschen, die neugierig an der Zukunft mitarbeiten wollen.“

Ziegler: Ein weiteres wichtiges Thema ist natürlich auch die immer größere Bedeutung der Digitalisierung, die wir in allen Bereichen spüren und in der Ausbildung entsprechend aufnehmen. Mehr und mehr Prozesse im Unternehmen laufen digital und vernetzt. Schaut man unsere Produkte und Dienstleistungen an, kann man sagen, dass Bosch in vielen Bereichen immer mehr zur IT- und Software-Company wird. Entsprechend haben alle Auszubildenden und Studierenden in Feuerbach und in Schwieberdingen inzwischen einen eigenen Laptop.

Benötigen wir für die Digitalisierung nicht komplett neue Ausbildungsberufe und Studiengänge?

Bonsiep: Den Eindruck könnte man haben, wenn man die vielen modern klingenden Titel heute sieht. Jedoch ist Ausbildung nicht statisch: Ein Mechatroniker arbeitet heute an anderen Themen wie vor zehn Jahren. Auch ein Maschinenbaustudium sieht heute ganz anders aus als früher. Letztlich ist es ja die Stärke einer dualen Ausbildung, dass die Auszubildenden im Betrieb die aktuellen Themen direkt miterleben. Und dadurch entsteht auch der Druck, diese Themen bei uns im Unternehmen, in der Berufsschule oder in der Hochschule zu behandeln. Aber in allen Fällen bleibt es wesentlich, zu Beginn eine solide fachliche Basis zu legen, auf die dann neue Themen aufsetzen können.

Ziegler: In bestimmten Fällen sind neue Berufe und Studiengänge sicher sinnvoll. Das zeigt das oben genannte Studium eMobility oder der relativ neue Beruf des Produktionstechnologen. Am wichtigsten scheint mir aber zu sein, dass die Entscheidung für einen Beruf lediglich ein Startpunkt ist – viel entscheidender ist dann das Mindset für die nächsten Schritte. Mit Neugier, Lernbereitschaft und dem Willen im Team voranzukommen gibt es für unseren Nachwuchs unglaublich viel bei Bosch zu entdecken: Automatisiertes Fahren, Brennstoffzellen, Elektromobilität, künstliche Intelligenz, Industrie 4.0 sind da nur einige Stichworte. Wir suchen talentierte, junge Menschen, die sich für diese Themen begeistern und neugierig an der Zukunft mitarbeiten wollen.

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