Bauen und Wohnen

Bodengutachten: Ohne Überraschung aus der Tiefe

10.05.2022


Wenn nach langer Suche endlich das Baugrundstück gefunden ist, kann es meist oft nicht schnell genug gehen – Baugrube ausheben und das Traumhaus Wirklichkeit werden lassen. Das könnte ein Fehlstart werden, mahnt der Bauherren-Schutzbund und rät: Planen Sie Zeit für eine Baugrunduntersuchung ein.

Felsen in der Tiefe können den Aushub der Baugrube enorm verteuern, Grundwasser besondere Kellerabdichtungen erforderlich machen, und es kann sich auch durchaus zeigen, dass der Baugrund ohne weitere Maßnahmen gar nicht in der Lage ist, den geplanten Bau zu tragen. Wer beim Hausbau keine unkalkulierbaren Risiken eingehen möchte, sollte daher vor dem ersten Spatenstich, besser noch vor der Beurkundung des Kaufvertrags für das Grundstück, die Bodenverhältnisse des Baugrundstücks geologisch sowie auch hydrogeologisch untersuchen lassen. Sich überraschen lassen, was die Baggerschaufel Meter für Meter aus der Tiefe zutage fördert, kann zur bösen Überraschung werden. Wo auf einstigen Gewerbegebieten Platz für Wohnraum geschaffen wird, könnten beispielsweise gar Altlasten ans Tageslicht kommen. Nur wer weiß, auf was er baut, kann richtig planen und seriös kalkulieren, betonen die Fachleute des Verbands Privater Bauherren (VPB). Zu den häufigsten Baugrundproblemen zählen sie das sogenannte drückende Wasser. Dabei handelt es sich um Sickerwasser, das sich aufstaut, oder auch um einen hohen Grundwasserspiegel. Damit das Wasser keinen Schaden anrichtet, muss in der Folge eine gute Drainage geplant werden, kann auch gar eine bautechnisch aufwendige Kellerkonstruktion aus wasserdichtem Beton, die sogenannte Weiße Wanne, notwendig werden. Wer um solche Dinge weiß, kann rechtzeitig reagieren.

iep wohnen GmbH & Co. KG

Um ein Bodengutachten zu erstellen, werden an verschiedenen Stellen des Grundstücks sogenannte Kernbohrungen durchgeführt. Die Erdproben aus der Tiefe liefern den Fachleuten Informationen zur Bodenbeschaffenheit, sie lassen Aussagen zur Tragfähigkeit des Untergrunds zu und schließen Überraschungen hinsichtlich der Wasserverhältnisse aus. Die Bohrungen erfolgen an mindestens zwei Stellen, wo später das Haus stehen soll. Für die Probenentnahme geht es meist in eine Tiefe bis rund drei Meter unterhalb der geplanten Fundamentsohle.

Volksbank Stuttgart Immobilien GmbH

Ein unabhängiger Bauberater kann dabei helfen, sinnvolle Untersuchungen zu definieren. Fachleute für Baugrundgutachten findet man über das Internet oder im Telefonbuch, und auch bei der Industrie- und Handelskammer kann man sich nach bestellten Sachverständigen in der Nähe erkundigen. Julia Alber