Böblingen

So können Sie ihre hohen Nebenkosten effektiv und einfach reduzieren

Wohnnebenkosten belasten die Haushaltskassen immer mehr. Höhere Energiepreise, gestiegene Betriebskosten oder die CO₂-Bepreisung haben dazu geführt, dass Heizen, Warmwasser und Strom teurer geworden sind. Umso wichtiger ist es, den eigenen Energieverbrauch im Blick zu behalten - ohne dabei auf Wohnkomfort zu verzichten.

Damit Heizkörper die volle Leistung erbringen können, ist eine gute Luftzirkulation erforderlich. Foto: Minol/Getty Images
Damit Heizkörper die volle Leistung erbringen können, ist eine gute Luftzirkulation erforderlich. Foto: Minol/Getty Images

Für viele Mieter in Deutschland wird nicht mehr allein die Kaltmiete zur finanziellen Herausforderung. Zunehmend treiben vor allem die Wohnnebenkosten die Ausgaben nach oben.

Höhere Energiepreise, steigende Netzentgelte, die CO₂-Bepreisung fossiler Brennstoffe sowie höhere Kosten für Wartung und Dienstleistungen sorgen dafür, dass Wohnen insgesamt teurer geworden ist. Experten gehen davon aus, dass dieser Trend angesichts der Energiewende und steigender Anforderungen an Gebäude auch in den kommenden Jahren anhalten wird.

Umso wichtiger wird ein bewusster Umgang mit Energie. Bereits kleine Veränderungen im Heiz- und Lüftungsverhalten können den Verbrauch spürbar senken, ohne dass der Wohnkomfort leidet. Zudem helfen moderne digitale Verbrauchsinformationen dabei, den eigenen Energieverbrauch im Blick zu behalten und frühzeitig gegenzusteuern.

Aktuelle Zahlen aus der Immobilienbranche zeigen die Entwicklung deutlich: Während für eine 95 Quadratmeter große Musterwohnung mit zwei Bewohnern im Jahr 2015 durchschnittlich 3.975 Euro Wohnnebenkosten anfielen, waren es 2024 bereits 4.758 Euro ein Plus von rund 20 - Prozent.

Zu den Wohnnebenkosten zählen unter anderem Heizung, Warmwasser, Betriebskosten und Strom. Besonders beim Heizen bestehen jedoch nach wie vor gute Möglichkeiten, Energie und damit Geld zu sparen, hier unsere Tipps.

Raumtemperatur bewusst wählen

Jedes Grad weniger Raumtemperatur reduziert den Heizenergieverbrauch um etwa möglichst sechs Prozent. Ob Wohnräume auf 21 oder 25 Grad beheizt werden, macht sich deutlich auf der Heizkostenabrechnung bemerkbar. Empfehlenswert ist außerdem eine konstante Temperatur. Häufiges Auskühlen und erneutes Aufheizen benötigt meist mehr Energie als eine gleichmäßige Beheizung. Programmierbare oder smarte Thermostate helfen dabei, die Temperatur automatisch an den Tagesablauf anzupassen.

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Heizkörper freihalten

Heizkörper können ihre Wärme nur effizient an den Raum abgeben, wenn die Luft frei zirkulieren kann. Möbel, lange Vorhänge oder Verkleidungen vor dem Heizkörper verhindern dies und erhöhen den Energieverbrauch. Deshalb sollten Heizkörper möglichst frei zugänglich bleiben.

Heizkörper regelmäßig entlüften

Werden Heizkörper nur teilweise warm oder gluckern sie hörbar, befindet sich häufig Luft im Heizsystem. Das verschlechtert die Wärmeabgabe und erhöht den Energieverbrauch. Mit einem einfachen Entlüftungsschlüssel lässt sich die Luft meist selbst entfernen. Gerade zu Beginn der Heizperiode lohnt sich eine Kontrolle.

So geht richtiges Lüften

Stoßlüften ist deutlich effizienter als dauerhaft gekippte Fenster. Zweimal bis dreimal täglich fünf bis zehn Minuten bei vollständig geöffneten Fenstern reichen in der Regel aus, um verbrauchte Luft auszutauschen. Währenddessen sollten die Heizkörperventile heruntergedreht werden. Dauerhaft gekippte Fenster oder undichte Dichtungen führen dagegen zu erheblichen Wärmeverlusten und unnötig hohen Heizkosten.

Verbrauch regelmäßig kontrollieren

Wer seinen Energieverbrauch kennt, kann ihn gezielt beeinflussen. Seit Anfang 2022 müssen Vermieter bei Gebäuden mit fernauslesbaren Messgeräten ihren Mietern monatliche Verbrauchsinformationen für Heizung und Warmwasser bereitstellen.

Die Verpflichtung geht auf die novellierte Heizkostenverordnung zurück und soll mehr Transparenz schaffen sowie zum Energiesparen motivieren. Bis spätestens Ende 2026 müssen entsprechende Messsysteme flächendeckend installiert sein.

Mit moderner Technik können Mieterinnen und Mieter zudem aktuelle Daten über ihren Verbrauch für Heizung sowie Warm- und Kaltwasser erhalten und so ungewöhnlich hohe Verbräuche frühzeitig erkennen. So lassen sich Einsparpotenziale schneller nutzen und unangenehme Überraschungen bei der nächsten Abrechnung vermeiden. Von der Redaktion