RUTESHEIM. Wald, Wild, Jagd und Landwirtschaft sind von jeher eng miteinander verbunden, und Jäger und Bauern treffen häufig in Feld, Wald und Flur aufeinander. Ihre schon historisch bedingte enge Zusammenarbeit demonstrieren Bauern, Jäger und Forst alle drei Jahre beim großen Bauern und Jägerfest in Rutesheim. Am Samstag, 6. September, ab 17 Uhr, und am Sonntag, 7. September, ab 10 Uhr, findet es zum nunmehr sechsten Mal statt. Und zum vierten Mal in Folge ist der Hof der Familien Vincon und Fauser im Stadtteil Perouse der Ort des Geschehens.
Mehrere Tausend Gäste werden erwartet
„Wir wollen uns gemeinsam präsentieren und Besucherinnen und Besuchern zum einen zeigen, was wir Landwirte draußen auf der Fläche machen, und zum anderen, warum die Jäger den Wildbestand regulieren müssen“, sagt Tobias Fauser. Organisiert wird das Fest, zu dem am ersten Septemberwochenende einige Tausend Gäste erwartet werden, von der Kreisjägervereinigung Leonberg und den Perouser Landwirten zusammen mit der unteren Forstbehörde des Landkreises Böblingen. Auf dem Programm des Gemeinschaftsfest stehen Informationen, Aktionen und Attraktionen für die ganze Familie und natürlich jede Menge kulinarischer Genüsse frisch vom Acker und aus dem Wald.
Es gibt einen Bauernmarkt mit regionalen und saisonalen Produkten von Höfen aus der Umgebung und einen Film über die Kartoffelproduktion. Vorführungen mit Jagdhunden und Musik der Jagdhornbläser aus Heimsheim und weiterer Gruppen unterhalten das Publikum, das außerdem Informationen über den Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkamera bekommt, die vor dem Einsatz von Mähmaschinen nach von der Mutter abgelegten Kitzen in den Wiesen Ausschau halten. Das Lernmobil Natur mit einem Anhänger voller präparierter Tiere macht Station in der Pinadelle. Die Naturpädagogen der Jägervereinigung sind damit auch in Schulen und Kindergärten unterwegs, um den Kindern spielerisch die Natur und die Tiere, aber auch die Jagd näherzubringen, die auch viel mit Hege und Pflege zu tun hat. Für Kinder sind auch noch eine Hüpfburg aus Strohballen sowie ein Trettraktor-Parcoursaufgebaut. Außerdem wird ein Luftballonfiguren-Macher auf dem Festgelände unterwegs sein.„Bei uns ist für die ganze Familie was geboten, vom Kleinkind bis zum Großvater“, sagt Tobias Fauser.
Auch Essen gibt es für jeden Geschmack, denn das Kulinarische kommt beim Hoffest mit Hocketse in Perouse nicht zu kurz. Schließlich wurde das Fest vor vielen Jahren auch ins Leben gerufen, um für den Sommergenuss von Wildschweinfleisch zu werben, das klassischerweise als typisches Winteressen gilt. Ernster Hintergrund ist, dass Wildschweine das ganze Jahr bejagt werden dürfen, denn für die durch sie verursachten Schäden auf den Äckern der Landwirte müssen die Jagdpächter aufkommen, was sich schnell auf einige tausend Euro summieren kann. So bekam ein Bauer für einen zerstörten Acker mit Bio-Kartoffeln 8000 Euro Schadenersatz.
Die Besucherinnen und Besucher können beim Bauern- und Jägerfest allerlei heimische Wildspezialitäten, natürlich auch vom Wildschwein, genießen, als Burger, in Wurstform, als Filet oder Gulasch. Vor drei Jahren haben die Gastgeber an die 1,5 Tonnen Fleisch für das Fest vorbereitet, das entspricht etwa 50 bis 60 Wildschweinen. Dazu gibt es Kartoffelprodukte der Perouser Landwirte natürlich auch als hausgemachter schwäbischer Kartoffelsalat.
Umfangreiche Vorbereitungen
Die Gastgeber treiben einen großen Aufwand, damit sich ihre kleinen und großen Gäste wohlfühlen, etwas erleben und vieles über Jagd, Landwirtschaft und Forst erfahren. Die umfangreichen Vorbereitungen sind ein Grund, warum das Fest nur alle drei Jahre stattfindet.
Am Samstag startet ab 17 Uhr das Programm auf dem Jägerfest. Bauern- und „Abends gibt es Barbetrieb, und ein DJ legt auf“, sagt Tobias Fauser. Der Festsonntag beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst um 10 Uhr, und zur Unterhaltung der Gäste tritt Jörg Langer mit seinem Akkordeon auf.